DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Es wird definitiv wärmer, aber das sind keine Good News

Bild: calenttaglobal

Es läuft gut für die Apokalypse: Wir haben gerade die kritische Kohlenstoffdioxid-Schwelle von 400 ppm (parts per million) überschritten. Für immer. 



Während immer mehr Länder den Pariser Klimavertrag ratifizieren, hat das renommierte US-Forschungszentrum Scripps Institution of Oceanography die aktuellen Auswertungen der Mauna-Loa-CO2-Kurve veröffentlicht.

Seit Beginn der Industriellen Revolution steigt der Gehalt des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid in der Luft. In den letzten drei Jahren haben die meisten Messstationen der Welt nach und nach die 400 ppm Marke geknackt. Im vergangenen Mai sogar in der Antarktis, die fernab der rauchenden Fabriken der Industrieländer liegt.

Wir sind alle mitverantwortlich, doch diese Staaten führen die Rangliste der Klimasünder deutlich an:

Erstmals seit Messbeginn betrug der Jahrestiefstwert der atmosphärischen Kohlenstoffdioxidkonzentration mehr als 400 ppm. Experten meinen, dass dies zum Dauerzustand wird.

Das ist dramatisch, denn der CO2-Gehalt von 400 ppm wurde schon lange als klimatischer Meilenstein definiert. Da es sich hierbei um das bedeutendste aller Treibhausgase handelt, sind mit besagter Überschreitung unaufhaltsame Klimaveränderungen verbunden. 

Kein Zurück: Ein solches Ausmass kann nicht mehr gestoppt werden. 

Grafik: National Oceanic and Atmospheric Administration. Einige der Beschreibungen stammen von der Website „Keeling Curve Lessons“ des Scripps CO2-Programms

Jahrhundertelang lag der gemessene Anteil von CO2 immer niedriger als 300 von einer Million Luftteilchen. Nun sind wir schon bei einem Wert von 400 angelangt. grafik: National Oceanic and Atmospheric Administration, Einige der Beschreibungen stammen von der Website „Keeling Curve Lessons“ des Scripps CO2-Programms

Im Mauna Loa Observatory in Hawaii führen Klimaforscher seit 1958 wöchentliche Messungen des CO2-Niveaus durch. Die Erfahrungen zeigen, dass die Daten der letzten Septemberwoche typischerweise den Tiefpunkt der CO2-Konzentration in der Atmosphäre anzeigen. 

Während des Sommers entzieht die Vegetation der Erde grosse Mengen an Kohlenstoffdioxid. Dies führt dazu, dass beim Jahreszeitenwechsel im Herbst die niedrigsten Werte gemessen werden.  

Nicht in diesem Jahr und höchstwahrscheinlich auch nicht im nächsten

Es kann durchaus möglich sein, dass der Tiefpunkt dieses Jahr erst im Oktober gemessen wird. Laut der Scripps Institution of Oceanography ist es jedoch höchst unwahrscheinlich, dass dieser Wert unter der 400er-Grenze liegen wird. Im vergangenen Jahrzehnt kam es vier Mal (2002, 2008, 2009 und 2012) vor, dass die Oktober-Werte unter denen vom September lagen. Dabei betrug die höchste Abweichung lediglich 0,45 ppm, was für einen monatlichen Durchschnittsgehalt unter der kritischen Schwelle nicht reichen würde. 

«Spätestens im November beginnt die aufsteigende Hälfte des Zyklus. Die Zahlen werden zu neuen Höchstwerten ansteigen und vielleicht sogar die 410er-Grenze überwinden. Zwar können kurze Ausflüge in niedrigere Bereiche möglich sein. Aber wir können schon jetzt sicher davon ausgehen, dass wir in diesem Jahr – oder überhaupt irgendwann in absehbarer Zukunft – keine Monatswerte mehr unter 400 ppm sehen werden.»

Ralph Keeling  «Scripps Institution of Oceanography»

Besser jetzt als nie: Dramatische Zahlen rütteln die Welt wach

Die jüngsten Entwicklungen um das Pariser Klimaabkommen zeigen, dass den wissenschaftlichen Fakten und den daraus abgeleiteten möglichen Szenarien mehr Glauben geschenkt wird. Erst diese Woche haben sich die drei Riesennationen Indien, China und die USA verpflichtet, am globalen Kampf gegen den Klimawandel mitzuwirken.  

Heiss: Die Erderwärmung in einem Gif

Animiertes GIF GIF abspielen

Wir müssen uns beeilen: Der Pariser Klimavertrag will den globalen Temperaturanstieg unter 1,5 Grad halten.  Bild: climate-lab-book

Erfahre mehr über die globale Erderwärmung

14 Auswirkungen des Klimawandels auf die Schweiz

Link zum Artikel

Weltweit grösstes Solarkraftwerk eingeweiht

Link zum Artikel

Der Klima-Putsch – oder wer rettet die Welt: Die Öko-Aktivisten oder die Öko-Kapitalisten?

Link zum Artikel
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

WWF: Zahlreiche Haiarten im Mittelmeer vom Aussterben bedroht

Mehr als die Hälfte aller Hai- und Rochenarten im Mittelmeer sind laut der Organisation WWF gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Die Naturschützer machen Überfischung sowie Beifang als Hauptgründe aus, wobei sie sich auf eine am Donnerstag vorgestellte Fallstudie des WWF aus Portugal berufen. Unter anderem fordert die Organisation mehr Transparenz in Bezug auf gemeldete Fänge und nachhaltige Fangmengen. Konkret spricht sich der WWF etwa für Bordkameras zur Kontrolle aus.

«Die …

Artikel lesen
Link zum Artikel