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Australiens Ostküste brennt – Behörden ordnen Evakuierungen an

epaselect epa07990210 The Sydney Opera House is seen as smoke haze from bushfires drifts over Sydney, New South Wales, Australia, 12 November 2019. At least 60 fires are burning across New South Wales ...
Das berühmte Opernhaus in Sydney war am Dienstag in Rauch gehüllt.Bild: EPA

Australiens Ostküste brennt ++ Behörden ordnen Evakuierungen in Buschbrandgebieten an

In Australien wüten zahlreiche Buschbrände. Die Regierung trauert zwar um die Opfer, treibt aber gleichzeitig den Raubbau an der Natur mit aller Vehemenz voran.
12.11.2019, 21:2713.11.2019, 12:20

Die Bilder sind erschreckend. Die Buschbrände im Osten Australiens sind am Dienstag ganz nah an Sydney herangekommen. Das Sydney Opera House und die Skyline zeigten sich dicht eingehüllt in Rauch.

Nur rund 15 Kilometer vom Zentrum der Millionenmetropole kämpfte die Feuerwehr im Vorort Turramurra. Sie überzog Bäume, Häuser und Autos aus der Luft mit grellrotem Brandschutzmittel.

In mehreren Gemeinden an der Ostküste Australiens ist aufgrund der unkontrollierbaren Buschbrände die sofortige Evakuierung erforderlich. Die Behörden sprachen die höchste Warnstufe aus und forderten die Bewohner zum «sofortigen verlassen» ihrer Häuser aus.

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Brandschutzmittel für die Villas in Turramurra.Bild: EPA

Die ungewöhnlich frühen und heftigen Buschbrände wurden durch Temperaturen um die 40 Grad und starken Wind weiter angefacht.

Doch nicht nur vor Sydney wüteten die Brände. An der Ostküste wurden am Dienstag rund 300 Feuer registriert. Die Rauchschwaden und die Feuer waren gar aus dem All sichtbar.

Zu den gefährdeten Gebieten zählt auch Noosa, ein beliebtes Urlaubsziel am Strand rund 150 Kilometer nördlich von Brisbane, der Hauptstadt von Queensland.

«Die Bedingungen sind jetzt sehr gefährlich. Die Feuerwehrleute werden bald nicht mehr in der Lage sein, das Vorrücken des Feuers zu verhindern», sagte der Queensland Fire and Emergency Service (QFES) in der Notfallwarnung. «Das Feuer kann eine Bedrohung für alle Menschenleben darstellen, die direkt in seinem Weg sind.»

QFES hat zur Eindämmung des Feuers Wasserbombenflugzeuge/Löschflugzeuge entsandt. In New South Wales rund um Sydney brachte eine kühlere Nacht etwas Entspannung.

Tausende Feuerwehrleute im Einsatz

In den Bundesstaaten New South Wales, dessen Hauptstadt Sydney ist, und im benachbarten Queensland waren tausende Feuerwehrleute im Einsatz. Armee und Polizei lieferten logistische Unterstützung. Vorsichtshalber wurden etwa 600 Schulen sowie mehrere Nationalparks geschlossen.

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Entlang des Pacific Highways wüten die Brände.Bild: EPA

Die Feuerwehr beschrieb die gegenwärtigen Brände als «katastrophal» und «aussergewöhnlich». In Australien wüten regelmässig im Frühling und Sommer Buschbrände. In diesem Jahr haben sie nach Expertenangaben aber besonders früh begonnen und sind aufgrund verbreiteter Trockenheit, hoher Temperaturen und starken Winds besonders heftig.

In New South Wales brannten bereits eine Million Hektaren Land nieder - drei Mal mehr als im gesamten Vorjahr. Drei Menschen kamen in den vergangenen Tagen durch die Brände ums Leben, mehr als 150 Häuser wurden zerstört.

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Der Ausblick war auch schon besser: Touristen posieren beim «Three Sisters Lookout» im «Blue Mountains National Park» westlich von Sydney.Bild: EPA

Shane Fitzsimmons von der Feuerwehr von New South Wales erklärte, am Dienstag hätten die Flammen nur etwa ein Dutzend Gebäude beschädigt. Ausserdem seien eine Hand voll leichtere Verletzungen registriert worden. Die Bedingungen würden sich aber «noch verschlimmern», sagte der Feuerwehrvertreter. Auch noch nicht betroffene Gebiete sollten sich auf Brände vorbereiten. «Gleichgültigkeit tötet», warnte Fitzsimmons.

Am Abend kam ein wenig Entwarnung: Der Wind drehte sich und kommt nun aus dem Süden. Das kältere Wetter scheint die Lage vorerst etwas zu entschärfen. Doch zum Wochenende hin droht wieder eine Verschlechterung, die Temperaturen steigen wieder.

Dramatische Bilder aus Australien:

Video: srf

Regierung tut zu wenig gegen den Klimawandel

Der langfristige Trend zeigt in eine beunruhigende Richtung. Wegen des Klimawandels dürften sich solche Brände vermehrt ereignen. So sagte etwa Glenda Wardle, Ökologin an der Universität von Sydney, gegenüber BBC: «Nicht jedes Wetterereignis ist das direkte Ergebnis des Klimawandels. Aber anhaltende Trends werden unweigerlich mit dem globalen Klimawandel in Verbindung gebracht.»

Premierminister Scott Morrison wollte jedoch keinen Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und den Bränden herstellen. Auf einer Pressekonferenz wollte er eine entsprechende Frage nicht beantworten. «Ich denke heute nur an diejenigen, die ihr Leben und ihre Familien verloren haben.»

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Die Ostküste brennt: Scott Morrison betrachtet die Ausbreitung der Buschfeuer. Bild: EPA

Zu gleicher Zeit erhielt die konservative Regierung Morrisons ein äusserst schlechtes Zeugnis für ihre Bemühungen, die Pariser Klimaziele zu erreichen. Im Brown-to-Green-Report, der die G20-Länder miteinander vergleicht, schnitt Australien zum wiederholten Mal miserabel ab. Nur Südkorea und Kanada machen demnach noch weniger, um den Erderwärmung zu bremsen.

Bill Hare, Co-Autor des Reports, geht mit der Regierung hart ins Gericht. Australien liege fast überall zurück und er könne keine politischen Bemühungen erkennen, die Emissionen zu reduzieren, sagt er gegenüber dem Guardian. «Das Land wird von Politikern geführt, die auf die eine oder andere Weise die Wissenschaft leugnen, oder de facto leugnen, und die Klimapolitik aktiv und vorsätzlich ablehnen oder behindern.»

epa07412639 A view of a mural depicting Australian Prime Minister Scott Morrison in a flooded Sydney harbour holding a lump of coal, in Hosier Lane in Melbourne, Victoria, Australia, 04 March 2019. Th ...
Mural in Melbourne: Scott Morrison schwimmt im überschwemmten Hafen von Sydney, rettet dabei nur sein Stück Kohle.Bild: EPA/AAP

Australien hätte eigentlich das beste Potential für Solar- und Windenergie von allen G20-Staaten, so Hare. Aber es fände keine Transformation statt, der Fokus liege weiterhin auf Gas und Kohle. Zudem sei Australien ein Hotspot für «Abholzung von Wäldern».

Bisher sind den mindestens drei Personen den Bränden zum Opfer gefallen. Weitere 100 haben sich Verletzungen zugezogen. Auch 50 Wohnhäuser sowie eine Fläche von der Grösse von über einem Viertel der Schweiz wurden zerstört.

Die Staatskasse wird die Brände ebenfalls zu spüren bekommen. Wie der Brown-to-Green-Report vorrechnet, kosten extreme Wetterereignisse die G20-Staaten jährlich 142 Milliarden US-Dollar. (cma/sda/afp)

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New South Wales hat den Notstand ausgerufen
Video: srf
China und USA richten KI-Kommunikationskanal ein
China und die USA wollen einen Kommunikationskanal für Zwischenfälle im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz einrichten. Darauf verständigten sich Chinas Staatschef Xi Jinping und US-Präsident Donald Trump bei ihrem Treffen in Washington, wie das Weisse Haus mitteilte. Auch chinesische Staatsmedien meldeten eine entsprechende Vereinbarung.
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