International
Lateinamerika

«Abtreibung nur das letzte Mittel»: FARC-Guerilla weist Vorwürfe über Zwangsabtreibungen zurück

«Abtreibung nur das letzte Mittel»: FARC-Guerilla weist Vorwürfe über Zwangsabtreibungen zurück

03.01.2016, 20:1004.01.2016, 06:14

Die kolumbianische Guerillaorganisation FARC hat Berichte über Hunderte Zwangsabtreibungen in ihren Reihen zurückgewiesen. Im Dezember war in Spanien ein Mann festgenommen worden, der bei FARC-Kämpferinnen insgesamt rund 500 Zwangsabtreibungen vorgenommen haben soll.

«Wir leben permanent in einer Situation des totalen Kriegs. Eine schwangere Guerillera stellt ein Risiko für sich selbst und ihr Kind dar.»
FARC-Kommuniqué

Der Verdächtige sei niemals Mitglied der Rebellengruppe gewesen, teilte die FARC-Führung in der Nacht auf Sonntag mit.

FARC-Kämpferinnen dürfen nach den internen Regeln nicht schwanger werden. «Wir leben permanent in einer Situation des totalen Kriegs. Eine schwangere Guerillera stellt ein Risiko für sich selbst und ihr Kind dar», hiess es in der Mitteilung der FARC. Eine Abtreibung sei allerdings immer nur das letzte Mittel.

Der nun in Spanien festgenommene Mann soll bei zwangsrekrutierten Indio-Frauen bis zum achten Schwangerschaftsmonat Abtreibungen vorgenommen haben.

Die FARC und die kolumbianische Regierung stehen kurz vor dem Abschluss eines Friedensabkommens, um den seit Jahrzehnten andauernden Konflikt beizulegen. Im Bürgerkrieg zwischen staatlichen Sicherheitskräften, linken Rebellen und rechten Paramilitärs kamen in dem südamerikanischen Land bislang über 220'000 Menschen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. (wst/sda/dpa)

Das sind die Länder mit den höchsten Mordraten

1 / 12
Das sind die Länder mit den höchsten Mordraten
Platz 10: Kolumbien, 31,8 Morde pro 100'000 Einwohner. Anzahl Morde 2013: 15'419.
quelle: x01491 / stringer/colombia
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Trumps Kahlschlag der Entwicklungshilfe soll Ebola-Ausbruch im Kongo begünstigt haben
Die gemeldeten Ebola-Fälle aus der Demokratischen Republik Kongo steigen weiter an. Die USA stellten zuletzt zusätzliche Hilfen für das zentralafrikanische Land in Aussicht. Gleichzeitig sehen Expertinnen und Experten einen Zusammenhang zwischen den Hilfskürzungen unter der Regierung von Donald Trump und der geschwächten Ebola-Abwehr vor Ort.
Nachdem der WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am vergangenen Sonntag wegen des jüngsten Ebola-Ausbruchs in der Demokratischen Republik Kongo den internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen hat, wächst die Sorge vor einer lokalen Ausbreitung der Krankheit. Die Zahl der bestätigten Fälle steigt weiterhin an, mittlerweile spricht die WHO von 750 Verdachtsfällen und 177 mutmasslichen Todesfällen.
Zur Story