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«Let's Dance»: Coronavirus-Abstandsregeln ignoriert – RTL erklärt sich

So sah es bei Let's Dance bei RTL aus.
So sah es bei Let's Dance bei RTL aus.bild: screenshot/instagram/letsdance

Trotz Corona enger Körperkontakt bei «Let's Dance» – so erklärt sich RTL

04.04.2020, 11:3604.04.2020, 12:13
Alina Bähr / watson.de

TV-Shows in Zeiten von Corona sind so eine Sache – und teils sehr skurril anzusehen: ZDF-Talker Markus Lanz oder ARD-Kollegin Anne Will stellen ihre Fragen aus einigen Metern Abstand vom Gast, Experten werden via Skype ins Studio geschaltet. Bei «DSDS» lässt Moderator Alexander Klaws die Kandidaten ihre Performance aus der Ferne einschätzen, die Jury wurde bereits auseinandergerückt, Publikum darf seit mehreren Wochen eh nicht mehr ins Studio, der Applaus kommt vom Band.

Überhaupt darf nur noch das für eine Show-Produktion unbedingt notwendige Personal im Studio arbeiten. Dass solche Massnahmen der Eindämmung der Corona-Pandemie dienen und daher sinnvoll sind, steht ausser Frage. Abstand und Anstand auf allen Sendern – nur eine Freitagabendshow bei RTL ist die letzte Bastion im Ringelpietz mit Anfassen.

Bei «Let's Dance» fegen Wendler-Freundin Laura Müller oder Comedy-Star Ilka Bessin übers Parkett und gehen mit ihren Profi-Tanzpartnern auch gerne mal auf Tuchfühlung. So auch wieder geschehen an diesem Freitagabend. Zur Erinnerung: Das Robert-Koch-Institut empfiehlt aufgrund der anhaltenden Pandemie einen Sicherheitsabstand von gut zwei Metern zwischen Personen.

Nun ist es natürlich so, dass ein Contemporary mit zwei Metern Sicherheitsabstand wie ein maximal mittelprächtiges Pantominenspiel wirken würde und der Zuschauer dann sicher wieder etwas zu quengeln hätte. Warum aber hält RTL trotz der aktuellen Situation an der Ausstrahlung der Show fest?

Eine Sendersprecherin erklärt watson hierzu:

«Wir beobachten die Entwicklungen um die Ausbreitung des Coronavirus genaustens und stehen dabei in engem Austausch mit den Produktionsfirmen. In der aktuellen Krisensituation entscheiden wir den Umständen entsprechend.»

Man hätte bereits Massnahmen ergriffen, um das Risiko für alle Mitwirkenden zu minimieren. Die RTL-Sprecherin erklärt: «Es sind nur so viele Leute vor Ort wie nötig, die Produktionsteams sind verkleinert.» Und weiter:

«Maskenbildner und Friseure tragen Handschuhe und Mundschutz. Maske und Styling beruhen auf Freiwilligkeit, alle Beteiligten dürfen sich auch selbst schminken. Bis auf Weiteres wird auf Studio-Publikum verzichtet.»

Dazu hält das Moderatoren-Duo Daniel Hartwich und Victoria Swarovski ebenso Abstand zueinander wie die «Let's Dance»-Jury, wie Motsi Mabuse hier verdeutlicht:

Gut und schön, nur darf nicht vergessen werden: Selbst wenn Profitänzer und Promis den engen Kontakt auf ihre jeweiligen Trainingspartner beschränken, gibt es an beiden Enden jeweils Partner oder Familie – und so wird der Kreis der Kontaktpersonen noch einmal erweitert. Eine Anfrage von watson, wie die Tänzer sicherstellen, dass sie trotz anderer Kontakte gesund bleiben und niemanden gefährden, liess RTL bis dato unbeantwortet.

Um dem aktuellen Sendermotto «Wir gegen Corona» treu zu bleiben, wäre es doch ein beispielhafter Ansatz, die noch auszustrahlenden «Let's Dance»-Folgen aufzuschieben. Dafür würden sich die Zuschauer vorerst sicher auch noch ein paar Episoden der mittlerweile abgesetzten «Quarantäne-WG» geben.

(ab/watson.de)

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