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Brite lag 10 Monate im Koma, hatte im Spital zweimal Covid – und erinnert sich an nichts



Ein englischer Teenager erwacht nach zehn Monaten aus dem Koma. Er hat sich in dieser Zeit zweimal mit dem Corona-Virus infiziert – und sich beide Male davon erholt. Von der Pandemie weiss er trotzdem nichts.

Am 1. März 2020 stieg die Zahl der positiv auf Corona getesteten Personen in Grossbritannien um 11 Fälle – auf die Gesamtzahl von ... 36. Noch ahnten nur wenige, wie sehr das Virus die Welt in den nächsten Monaten im Griff haben wird.

An diesem Tag wurde der 19-jährige Joseph Flavill in Burton upon Trent in Zentralengland von einem Auto angefahren. Flavill erlitt dabei ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und fiel ins Koma. Es sollten Monate vergehen, bis er wieder erwachte.

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Joseph Flavill. Vor dem Unfall war der Teenager äusserst sportlich, surfte und spielte Hockey. bild: josephsjourney.co.uk

Der Teenager wurde im allgemeinen Krankenhaus in Leicester behandelt – und dort während der 10 Monate zweimal mit Covid infiziert. Wie es dazu kommen konnte, ist nicht bekannt. Seinen Angehörigen wurde der Kontakt untersagt. Flavills Mutter Sharon musste Monate warten, bevor sie ihn endlich besuchen konnte.

Im Dezember war es dann soweit. An seinem 19. Geburtstag durfte ihn Sharon besuchen. Eingepackt in einen kompletten PPE-Anzug ohne die Möglichkeit von Körperkontakt. Vom Besuch kriegte Flavill nichts mit. Noch lag er im Koma.

Vor drei Wochen wachte Flavill auf – ohne jegliche Erinnerungen und ohne jegliches Verständnis für die Pandemie. Wer sich an den Danny-Boyle-Streifen «28 Days Later» oder ähnliche Filme erinnert fühlt und glaubt, Komapatienten würden bereits nach kurzer Zeit wieder komplett im Leben stehen, irrt. Der Weg zurück wird für Joseph Flavill ein langwieriger Prozess werden.

Momentan kann er auf einfache Aufforderungen reagieren, mit seinen Händen die Ohren anfassen, die Beine bewegen. Einfache Ja-Nein-Fragen kann er mit Blinzeln beantworten, sprechen geht nicht.

Seine Tante berichtete gegenüber dem «Guardian», dass seine Familie per Videocall versuchte, ihm zu erklären, weshalb die Angehörigen nicht bei ihm sein können: «Wir haben ihm versichert, dass wir noch so gerne bei ihm wären, um seine Hand zu halten, dass wir aber einfach nicht können. Wir versuchen, es möglichst einfach zu halten.»

Joseph Flavills Fortschritte in den letzten drei Wochen seien indes immens, versichert Tante Sally. Und er habe auch schon ein erstes Mal gelächelt. Die Familie war zu Tränen gerührt.

Derweil sammelt die Familie Geld, um Joseph die bestmögliche Behandlung bieten zu können. Bisher sind über 32'000 Pfund zusammengekommen.

(tog)

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