DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Gaddafis Sohn aus der Haft entlassen – zwei Jahre nach dem entsprechenden Entscheid

06.09.2021, 13:21

Libyens Regierung hat einen Sohn des getöteten früheren Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi nach jahrelanger Haft entlassen. «Erst zwei Jahre» nach der Entscheidung über seine Freilassung sei Saadi al-Gaddafi nun aus dem Gefängnis entlassen worden, teilte die libysche Regierung am Montag mit.

Saadi al-Gaddafi auf einem undatierten Archivbild.
Saadi al-Gaddafi auf einem undatierten Archivbild.
Bild: keystone

Der Schritt sei Teil der geplanten Freilassung aller Gefangenen, die im Land ohne entsprechende Rechtsgrundlage inhaftiert seien. Damit solle auch die landesweite Aussöhnung vorangetrieben werden.

Der heute 48-jährige Saadi al-Gaddafi war teils als Profi-Fussballer in Libyen und Italien aktiv. 2011 floh er aus Libyen, als die Regierung seines Vaters unter Protesten und Zusammenstössen im Land zu bröckeln begann. 2014 lieferte das benachbarte Niger ihn zurück nach Libyen aus, wo ihm vorgeworfen wurde, an der brutalen Niederschlagung von Protesten mitgewirkt zu haben.

Vom Vorwurf, einen Mitspieler nach einem Streit ermordet zu haben, wurde er freigesprochen. Gegenüber der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch beklagte er 2015, in Einzelhaft zu sitzen und ein nicht ordnungsgemässes Verfahren.

Auch Gaddafis Assisten ist frei

Das libysche Präsidium teilte am Montag mit, dass auch Ahmed Ramadan, früherer Stabschef und persönlicher Assistent des getöteten Langzeitherrschers Al-Gaddafi, freigelassen wurde. Libyschen Medienberichten zufolge verlies er Tripolis am Montag per Hubschrauber in Richtung seines Heimatorts südlich der Hauptstadt.

Nach dem Sturz von Langzeitherrscher Muammar al-Gaddafi, den Rebellen 2011 gefangen nahmen und töteten, brach in Libyen ein Bürgerkrieg aus. Dabei ringen unzählige Milizen um Macht und Einfluss. Derzeit ist eine Übergangsregierung im Amt, die das Land zu Wahlen am 24. Dezember führen soll. Unter anderem wegen verfassungsrechtlicher Fragen ist aber unklar, ob die Wahlen wirklich stattfinden werden.

Saif al-Islam, ein weiterer Gaddafi-Sohn, wagte sich vor einigen Wochen mit einem «New York Times»-Interview zurück an die Öffentlichkeit. Al-Islam war bei seiner Flucht von einer Miliz gefasst worden und hat in dem Interview Andeutungen gemacht, bei der Präsidentenwahl möglicherweise selbst antreten zu wollen. Al-Islam wird vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag gesucht. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Es war ein langer Weg bis Fussballerinnen akzeptiert wurden

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Roger de Weck wird Seenotretter: «Sollte deswegen mein Ruf leiden, wäre mir das eine Ehre»

Der bekannte Publizist und Autor Roger de Weck engagiert sich neu als Vorstandsmitglied bei SOS Méditerranée, einer Organisation zur Rettung von Geflüchteten im Mittelmeer. Im Interview spricht er über seine Beweggründe.

Herr de Weck, man kennt sie als Medienmann, als Ex-Chef vom «Tages-Anzeiger» und «Die Zeit». Zuletzt waren Sie Generaldirektor der SRG. Nun wollen Sie Flüchtlingshelfer werden. Warum? Flüchtlingshelfer? Das sehe ich allerdings ganz anders: SOS Méditerranée bewahrt Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche vor dem Ertrinken. Tausende Menschen wie Sie und ich wären heute tot ohne unser Schiff Ocean Viking und andere Rettungsschiffe, ohne die hochprofessionellen Besatzungen. Genau darum …

Artikel lesen
Link zum Artikel