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Ukraine-Ticker: Ukraine trifft erneut Öllager im Süden Russlands

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Ukraine trifft erneut Öllager im Süden Russlands

Die aktuellsten Nachrichten zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und den geopolitischen Auswirkungen im Liveticker.
04.05.2026, 17:5125.05.2026, 04:22
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9:23
Ukraine trifft erneut Öllager im Süden Russlands
Die Ukraine hat mit einem weiteren Drohnenangriff eine Öllagerstätte in der bereits mehrfach attackierten Schwarzmeer-Metropole Noworossijsk in Brand gesetzt. Teile einer abgeschossenen Drohne seien auf das Gelände eines Treibstoffterminals gefallen, teilte der operative Stab der Region Krasnodar mit. In einigen technischen und administrativen Gebäuden seien Feuer ausgebrochen. Es gebe zwei Verletzte, hiess es in der Behördenmitteilung.

In sozialen Netzwerken berichteten Augenzeugen, dass der Ölterminal Gruschowaja des Energiekonzerns Transneft in Brand geraten sei. Es handelt sich um eine der grössten Öllagerstätten im Kaukasus mit Reservoirs unter der Erde und an der Oberfläche – samt einem Umschlagplatz. Die für Russlands Kriegswirtschaft wichtigen Anlagen der Ölindustrie in Noworossijsk waren bereits wiederholt Ziele ukrainischer Drohnenangriffe.

Die Ukraine hat ihre Drohnenangriffe gegen Ziele im russischen Hinterland massiv ausgeweitet. Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den nächtlichen Abschuss von 348 Drohnen. Von unabhängiger Seite ist diese Zahl nicht überprüfbar. Zu Treffern machte das Ministerium wie immer keine Angaben.

Allerdings gab es Berichte von Behörden über Schäden infolge von Drohnenangriffen in mehreren russischen Regionen, darunter etwa in Anapa am Schwarzen Meer. Im Gebiet Perm meldeten die Behörden ebenfalls einen Angriff auf einen Industriebetrieb. Dort soll ein Feuer in einem Chemiebetrieb ausgebrochen sein.

Die ukrainischen Luftstreitkräfte wiederum berichteten am Morgen von 124 russischen Drohnenangriffen. 102 Flugobjekte seien unschädlich gemacht worden, teilte die Flugabwehr mit. Infolge der russischen Angriffe seien zwölf Einschläge von Kampfdrohnen an neun Orten sowie herabfallende Trümmer an fünf Orten registriert worden, hiess es.

Mehr als vier Jahre nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine dominiert inzwischen ein Drohnenkrieg das Kampfgeschehen. Am Boden hingegen gibt es wegen der Gefahr durch Angriffe mit den Flugkörpern deutlich weniger Truppenbewegungen und Veränderungen als in den ersten Kriegsjahren. Die Kämpfe stecken nach Angaben von beiden Seiten in der Sackgasse. (sda/dpa)
9:22
Nach Kiews Drohnenangriff auf Wohnheim steigt Zahl der Toten
Nach dem ukrainischen Drohnenangriff auf ein Wohnheim einer Berufsschule im russisch besetzten Gebiet Luhansk ist die Zahl der Toten laut Behörden auf zehn gestiegen. Es seien weitere Leichen aus den Trümmern des Gebäudes in der Stadt Starobilsk gezogen worden, teilte das russische Zivilschutzministerium mit. Insgesamt gebe es 48 Verletzte. Laut den örtlichen Behörden werden noch elf Studentinnen und Studenten vermisst. Die Suche nach ihnen in den Trümmern dauert demnach an.

Kremlchef Wladimir Putin hatte dem ukrainischen Militär am Freitag einen «Terrorakt» vorgeworfen. Seinen Krieg gegen die Ukraine hatte er selbst 2022 begonnen und danach unter anderem das Gebiet Luhansk annektiert, das Kiew nun von Moskaus Besatzung befreien will. Der ukrainische Generalstab warf Russland Desinformation vor. In Starobilsk habe eine auf Drohnenangriffe gegen die Ukraine spezialisierte russische Militäreinheit operiert. Sie sei Ziel der Attacke gewesen.

Putin hatte behauptet, es habe dort kein militärisches Ziel gegeben. Er sprach am Freitag von 6 Toten, 39 Verletzten und 15 Vermissten. UN-Generalsekretär António Guterres kritisierte die Attacke. «Jeden Angriff auf Zivilisten und zivile Infrastruktur verurteilen wir scharf, egal wo sie geschehen», sagte ein Sprecher von Guterres in New York. Der UN-Generalsekretär habe immer wieder betont, dass solche Angriffe völkerrechtswidrig seien und sofort aufhören müssten.

Beide Kriegsparteien behaupten stets, nur militärische Ziele anzugreifen. Trotzdem kommt es auf beiden Seiten immer wieder zu Toten und Verletzten unter Zivilisten sowie zur Zerstörung ziviler Infrastruktur. Die Verluste durch die russischen Angriffe in der Ukraine sind dabei um ein Vielfaches höher. (sda/dpa)
13:45
Tote und Verletzte bei russischen Luftangriffen auf Ukraine
Durch russische Raketen- und Drohnenangriffe sind im Nordosten der Ukraine mindestens vier Menschen getötet und mehr als 20 verletzt worden. In dem Eisenbahnknotenpunkt Pryluky sei eine russische Rakete eingeschlagen, teilte der Gouverneur des Gebietes Tschernihiw, Wjatscheslaw Tschaus, auf Telegram mit. Es habe 2 Tote und mindestens 21 Verletzte gegeben. Der Angriff habe einem Industriebetrieb gegolten. Ein Einkaufszentrum und ein benachbarter Supermarkt seien beschädigt worden.

In der Kleinstadt Hluchiw im Gebiet Sumy kamen nach örtlichen Angaben zudem zwei Menschen durch Drohnenangriffe ums Leben. Drei weitere Personen seien verletzt worden. Hluchiw liegt nur wenige Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Russland führt seit mehr als vier Jahren einen verheerenden Krieg gegen das Nachbarland. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Rüstungshilfe, aber zunehmend auch mit eigenen Waffen. (sda/dpa)
19:59
Angriff bei besetztem AKW Saporischschja gemeldet
Eine Fahrzeughalle des von Russland besetzten ukrainischen Kernkraftwerks Saporischschja ist nach russischer Darstellung von ukrainischer Artillerie getroffen worden. Das Gebäude sowie einige darin abgestellte Busse seien dabei beschädigt worden, Verletzte habe es nicht gegeben, teilte die Verwaltung des Kraftwerks mit. Zudem sei eine ukrainische Drohne beim Anflug auf das Kraftwerk von der Flugabwehr zerstört worden. Von ukrainischer Seite gab es dazu keine Erklärung.

Das mit sechs Reaktoren und einer Nennleistung von 6'000 Megawatt grösste Atomkraftwerk Europas steht seit März 2022 unter russischer Kontrolle. Es produziert derzeit keinen Strom. Mehrere ukrainische Rückeroberungsversuche scheiterten. Ein Team der internationalen Atombehörde IAEA ist ständig vor Ort, um die Lage zu beobachten und durch seine Präsenz einen Atomunfall zu verhindern. (sda/dpa)
12:28
Kiew erhält mehr als 500 Soldatenleichen zurück
Die Ukraine hat nach Angaben aus Kiew erneut Hunderte Soldatenleichen von Russland zurückerhalten. Die sterblichen Überreste von 528 Gefallenen, bei denen es sich nach Angaben der russischen Seite um ukrainische Soldaten handeln könnte, seien Kiew übergeben worden, teilte der ukrainische Stab für Kriegsgefangenenbelange mit. Vermittelt habe das Internationale Komitee vom Roten Kreuz.

Von russischer Seite gab es zunächst keine Bestätigung. Allerdings hatte die staatliche Nachrichtenagentur Tass am Vortag gemeldet, dass auch Soldatenleichen ausgetauscht werden sollen. Moskau gebe 526 tote ukrainische Soldaten zurück und bekomme 41 russische Leichen, hiess es unter Berufung auf Quellen. Die Zahl toter Ukrainer ist bei solchen Austauschen in den vergangenen Jahren immer deutlich höher gewesen. Als Grund gilt, dass die russische Armee ständig vorgerückt ist und die abziehende ukrainische Armee ihre Toten oft nicht bergen konnte.

Am Vortag hatte ein grosser Gefangenenaustausch zwischen Moskau und Kiew begonnen. Der Austausch von insgesamt 1'000 Kriegsgefangenen war Teil der Vereinbarung über eine Waffenruhe vom 9. bis 11. Mai, die US-Präsident Donald Trump vermittelt hatte. Die Waffenruhe schützte vor allem die Militärparade zum russischen Weltkriegsgedenken am 9. Mai. Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. (sda/dpa)
14:08
Selenskyj: Fünf Tote in Kiew nach russischen Angriffen
Die Zahl der Todesopfer in Kiew nach den nächtlichen russischen Drohnen- und Raketenangriffen ist nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf fünf gestiegen. «Mehr als zehn Menschen gelten als vermisst», schrieb er bei Telegram. Zuvor war von einem Toten die Rede gewesen. Nach Angaben von Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko ist auch ein zwölfjähriges Mädchen tot aus den Trümmern geborgen worden. Zudem wurden rund 40 Menschen in der ukrainischen Hauptstadt verletzt.

Landesweit habe das russische Militär 180 Objekte beschädigt, davon seien 50 ganz gewöhnliche Wohnhäuser, teilte Selenskyj mit. Neben Kiew hat es seinen Angaben nach auch das Umland der Hauptstadt mit sieben Verletzten, Charkiw mit 28 Verletzten und das Gebiet Odessa mit zwei Verletzten schwer getroffen.

Schon am Vortag hatte Russland mit mehr als 800 eingesetzten Drohnen eine der schwersten und am längsten anhaltenden Attacken auf die Ukraine seit Kriegsbeginn geführt. Die Angriffe folgten kurz nach einer dreitägigen Waffenruhe rund um einen Jahrestag zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa und einer Militärparade auf dem Roten Platz. Eine von Kiew vorgeschlagene Verlängerung der Feuerpause lehnte Moskau ab. Selenskyj kritisiert immer wieder den russischen Beschuss ziviler Ziele und fordert mehr Druck auf Moskau. (sda/dpa)
7:08
Nächtliche Luftangriffe treffen Ukraine
In der Ukraine sind die Menschen in der Nacht erneut von russischen Angriffen aus dem Schlaf gerissen worden. Im ganzen Land wurde Luftalarm ausgelöst. Ukrainischen Medienberichten zufolge warnte das Militär vor anfliegenden Drohnen und ballistischen Raketen. Aus der Hauptstadt Kiew wurden kurz darauf Explosionen gemeldet, mehrere Gebäude wurden beschädigt, wie das Nachrichtenportal «The Kyiv Independent» berichtete. Informationen zu möglichen Opfern lagen zunächst nicht vor.

Schon den ganzen Mittwoch über hatte das russische Militär Drohnenangriffe auf die Ukraine geflogen. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von mehr als 800 Drohnen. Mindestens sechs Menschen seien getötet und Dutzende verletzt worden. Selenskyj bezeichnete die Angriffe als «Terror». (sda/dpa)
17:52
Slowakei schliesst überraschend Grenzübergänge zur Ukraine
Die Slowakei hat am Mittwoch überraschend alle Grenzübergänge zur Ukraine geschlossen. Zunächst hatte den ungewöhnlichen Schritt die staatliche Finanzverwaltung mitgeteilt, die unter anderem für den Zoll zuständig ist. In einer kurzen Pressemitteilung hiess es zunächst: «Aus Sicherheitsgründen sind heute seit etwa 15.00 Uhr bis auf Widerruf alle Grenzübergänge an der Grenze zur Ukraine geschlossen. Die Finanzverwaltung empfiehlt der Öffentlichkeit, die aktuellen Informationen zu verfolgen und die Anweisungen der Mitarbeiter Finanzverwaltung und Polizei zu befolgen.»

Der TV-Nachrichtensender TA3 berichtete schon kurz danach unter Berufung auf die Polizei, die Übergänge seien nach etwa zwei Stunden wieder geöffnet worden. Die Schliessung sei von der Ukraine ausgegangen, die slowakischen Behörden hätten darauf nach Absprache reagiert. Aus ukrainischen Quellen erfuhr der Sender schliesslich, dass offenbar russische Drohnenangriffe im grenznahen Gebiet Karpato-Ukraine der Anlass für die Grenzschliessung durch die ukrainischen Behörden gewesen war. (sda/dpa)
21:40
Putin erneuert Gesprächsangebot - aber in Moskau
Kremlchef Wladimir Putin ist bereit zu direkten Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, aber nur in der russischen Hauptstadt. «Wer sich mit mir treffen will, muss nach Moskau kommen», sagte Putin bei einer ausserordentlichen Pressekonferenz nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau.

Es sei keine direkte Einladung an Selenskyj, doch würde er sich auch mit ihm treffen. «Wir können uns auch an einem anderen Ort als Moskau treffen, aber nur wenn zuvor eine langfristige Friedensvereinbarung getroffen wurde», sagte Putin. Selenskyj schliesst eine Reise nach Moskau aus.

Berichte über eine Botschaft Selenskyjs, die der slowakische Regierungschef Robert Fico überbracht haben wollte, tat Putin als unwahr ab. «Es gab keine persönliche Botschaft.» Fico habe von Selenskyjs Gesprächsbereitschaft berichtet. «Aber das hören wir nicht zum ersten Mal.»
9:07
«Schwarzes Schaf» Fico erwartet baldiges Kriegsende
Einziger Gast aus der Europäischen Union ist der slowakische Ministerpräsident Robert Fico. Er wird nicht an der Militärparade teilnehmen, legte aber am Freitag einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten an der Kremlmauer nieder. Ficos Besuch in Moskau stösst im eigenen Land wie in der EU auf Kritik.

Laut der slowakischen Nachrichtenagentur TASR bezeichnete sich der Regierungschef mit seiner Haltung selbst als das «schwarze Schaf» der EU. Es sei aber Dialog mit Moskau nötig, sagte er. Seiner Überzeugung nach nähere sich der russisch-ukrainische Krieg dem Ende. (dpa/sda)

Das Wichtigste in Kürze

  • Im Februar 2022 befahl der russische Präsident Wladimir Putin einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zunächst wurde das gesamte Staatsgebiet des Nachbarlandes angegriffen, mittlerweile konzentrieren sich die Kampfhandlungen auf den Osten, wo Russland gelegentlich kleine Geländegewinne verbuchen kann. Von den ursprünglichen Kriegszielen ist der Kreml aber weit entfernt.
  • Russland überzieht ukrainische Städte und das Energienetz mit massiven Raketen- und Drohnenwellen; immer wieder werden auch Wohnhäuser getroffen. Kiew reagiert mit weitreichenden Drohnenangriffen auf russische Öllager und Rüstungsbetriebe, um Moskaus Kriegskasse und Nachschub zu schwächen.
  • Donald Trumps Versuche, Wladimir Putin und Wolodymyr Selenskyj an einen Tisch zu bringen, blieben erfolglos. Während der Kreml weiterhin Maximalforderungen stellt und auf Gebietsabtretungen beharrt, knüpft die Ukraine Gespräche an klare Sicherheitszusagen und eine strikte Überwachung des Waffenstillstands durch den Westen.
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quelle: keystone / bo amstrup
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