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Erdbeben: 8,8 Millionen in Syrien von Beben betroffen

Video: watson/Aya Baalbaki
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Mindestens 11 Tote nach erneuten Beben der Stärke 6,4 und 5,8 + Über 47'000 Tote insgesamt

17.02.2023, 07:4621.02.2023, 08:38
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  • Im türkisch-syrischen Grenzgebiet ereignete sich am 6. Februar eine der schwersten Erdbebenkatastrophen der letzten Jahrzehnte. Gut zwei Wochen später, am 20. Februar, bebte die Erde in der Region erneut.
  • Ein Erdbeben der Stärke 7,7 hatte am frühen Morgen des 6. Februar die Südosttürkei erschüttert. Ein zweites Beben der Stärke 6,6 ist kurz darauf in der Provinz Gaziantep gemessen worden. Gegen Montagmittag gab es nochmals ein Nachbeben der Stärke 7,5 in derselben Region. Bis Samstag gab es mehr als 2000 Nachbeben.
  • Am 20. Februar gab es zwei weitere Beben der Stärke 6,4 und 5,8 in derselben Region.
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9:35
Stärke 4,4 - Erde nahe Syrien und Türkei bebt erneut
Auch mehr als zwei Wochen nach den schweren Erdbeben in der Türkei und Syrien kommt die Erde in der Region nicht zur Ruhe.

Am frühen Mittwochmorgen ereignete sich im östlichen Mittelmeer nahe der Grenze Israels zum Libanon ein Erdbeben der Stärke 4,4, wie das Deutsche Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam und die US-Erdbebenwarte USGS meldeten. Im Irak, der an Syrien grenzt, ereignete sich demnach etwa eine Stunde später ein weiteres Beben der Stärke 4,6. Auch in der Türkei bebte die Erde. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht.

Die Beben hörten nicht auf, sagte die Leiterin des libanesischen Zentrums für Geophysik, Marlene Brax, örtlichen Medien zufolge. Im Untergrund sei weitere Energie gefangen, die nun freigesetzt werde. In der Region grenzen zwei grosse Kontinentalplatten aneinander.

Begonnen hatte die Serie an Erdbeben am 6. Februar, als zwei Beben der Stärke 7,7 und wenig später der Stärke 7,6 die Südosttürkei und den Norden Syriens erschütterten. Darauf folgten nach türkischen Angaben mehr als 6000 Nachbeben.

Am Montag meldete die Erdbebenwarte in Istanbul ein weiteres Beben der Stärke 6,4. Mehr als 48 000 Menschen sind seit der Katastrophe ums Leben gekommen, davon mehr als 42 000 in der Türkei. (sda/dpa)
15:32
Zahl der Todesopfer nach Erdbeben steigt auf mehr als 48 000
epa10481539 Members of AFAD, the Turkish Disaster and Emergency Management Presidency walk in front of a collapsed building after a powerful earthquake in Hatay, Turkey, 21 February 2023. More than 46 ...
Bild: keystone
Die Zahl der Todesopfer ist mehr als zwei Wochen nach der Erdbeben-Katastrophe in der Türkei auf 42 310 gestiegen. Das teilte die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad am Dienstag mit. In Syrien sind bisher rund 5900 Tote im Zusammenhang mit den verheerenden Beben am 6. Februar gezählt worden. Die Zahlen werden nur noch unregelmässig aktualisiert.

Nach zwei weiteren starken Beben in der südosttürkischen Provinz Hatay am Montagabend wurden aus der Türkei sechs, aus Syrien fünf Tote gemeldet.

Insgesamt sind damit in beiden Ländern infolge der Erdbeben mehr als 48 000 Menschen ums Leben gekommen. Afad zufolge wurden mehr als 7000 Nachbeben aufgezeichnet. (sda/dpa)
15:10
Experte: Erneute Erdstösse in Türkei als Nachbeben einzustufen
epa10476670 A man reads Koran at the graves of his relatives after powerful earthquake in Adiyaman, Turkey, 19 February 2023. More than 45,000 people have died and thousands more are injured after two ...
Bild: keystone
Die schweren Beben in der Türkei am Montagabend sind nach Expertenmeinung Folge der schweren Erschütterungen von vor zwei Wochen. «Das Beben ist insgesamt als Nachbeben einzustufen», sagte Marco Bohnhoff vom Deutschen Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam der dpa.

Mit einer Stärke von 6,3 sei das Beben an sich schon sehr stark gewesen. Allerdings erreichten Nachbeben häufig eine Magnitude bis zu einer Grössenordnung unter der des Hauptbebens.

Wissenschaftlich sei das Beben nicht überraschend, aber «angesichts der neuen Todesfälle natürlich tragisch»
, so Bohnhoff. Seit dem 6. Februar sind in Syrien und der Türkei nach offiziellen Angaben mehr als 47 000 Menschen ums Leben gekommen.

Zum Hintergrund der neuerlichen starken Beben sagte der Erdbebenexperte, durch die Beben am 6. Februar mit einer Stärke von 7,7 sei es zu Spannungsumlagerungen gekommen. Dem habe das Gestein dann nicht mehr standhalten können.

In der Region habe man es mit einem «Dreigestirn aus Plattengrenzen» zu tun. Durch die Stösse am Montag sei wohl auch die Zone unter Zypern beeinflusst worden. «Dort sind potenziell sehr grosse Beben vom Typ Japan 2011 möglich.» Dazu gebe es aber noch viele grosse Fragezeichen. Im März 2011 hatten ein Beben der Stärke 9,0 vor der Ostküste Japans und ein anschliessender Tsunami schwere Zerstörungen angerichtet. (sda/dpa)
14:22
Hungerrationen für Erdbebenopfer: Uno-Organisation braucht Geld
FILE - In this Wednesday December 11, 2013 file photo, a Syrian refugee woman with her children prepares food near her tent as a heavy snowstorm batters the region, in a camp for Syrians who fled thei ...
Bild: Mohammed Zaatari/AP/KEYSTONE
Das Uno-Welternährungsprogramm für den Nahen Osten braucht Geld. Waren Bürgerkriegsopfer in Syrien bereits vor dem Erdbeben auf halbe Essensrationen gesetzt, drohen nun noch grössere Engpässe. Programmdirektorin Corinne Fleischer fordert mehr Geld und Zugang zu allen Erdbebengebieten.

«Politik hat in einer Naturkatastrophe keinen Platz», sagte die gebürtige Winterthurerin Fleischer am Dienstagmittag in der Sendung «Tagesgespräch» von Schweizer Radio SRF. Von den Konfliktparteien im syrischen Bürgerkrieg verlangte sie Zugang zur Katastrophenregion im Nordwesten des Landes.

Für die Hilfe seien nach Grenzöffnungen zwischen der Türkei und Syrien weitere Zugangsmöglichkeiten nötig. Darüber verhandle ihre Organisation noch mit den Rebellen, die sich widersetzen.

Das Erdbeben in Syrien sei eine Katastrophe in der bereits bestehenden Katastrophe des Kriegs. Das Uno-Welternährungsprogramm unterstütze in dem Land aktuell 5,5 Millionen Menschen. Diese würden bereits jetzt lediglich die Hälfte der eigentlich vorgesehenen Ration von 2100 Kalorien pro Kopf und Tag erhalten.

Für mehr fehle schlicht das Geld. Die Lebensmittelpreise seien um ein Drittel gestiegen, was die Zahl der Bedürftigen weltweit ansteigen liess, erklärte die Direktorin.

Die zusätzlichen wegen des Erdbebens benötigten Mittel bezifferte Fleischer am Radio auf 450 Millionen US-Dollar für Syrien und auf 80 Millionen für die Türkei. Da das Welternährungsprogramm der Uno lediglich auf freiwilligen Beiträgen der Gebernationen beruht, müssten diese in die Tasche greifen.

Wenn die zusätzlich benötigten 530 Millionen US-Dollar nicht bis im Juli zusammen kommen, müsste die Hilfe des Uno-Welternährungsprogramms im Erdbebengebiet auf 30 Prozent zusammengestrichen werden, warnte Fleischer. (sda)
8:25
Erneut erschüttert ein starkes Erdbeben Südosttürkei und Syrien – was wir wissen
8:12
Anadolu: MIndestens 11 Tote nach neuem Erdbeben
epaselect epa10480774 An elderly man reacts after a new 6.3 magnitude earthquake in Hatay, Turkey, 20 February 2023. According to the United States Geological Survey (USGS) a 6.3-magnitude quake struc ...
Bild: keystone
Bei dem erneuten Erdbeben in der Südosttürkei ist die Zahl der Todesopfer nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu auf sechs gestiegen. Die Rettungskräfte hätten in der Provinz Hatay in der Nacht drei Tote aus den Trümmern geborgen, berichtete Anadolu am Dienstag. Zuvor waren nach offiziellen Angaben bereits drei Menschen ums Leben gekommen. Fast 300 Menschen wurden demnach verletzt.

Laut der türkischen Katastrophenschutzbehörde Afad hatten am Montagabend – 14 Tage nach den Beben mit Zehntausenden Toten - zwei Beben im Abstand von drei Minuten die Provinz Hatay mit Stärken von 6,4 und 5,8 erschüttert. Das Beben war Medienberichten zufolge auch in den umliegenden Provinzen der Türkei sowie im Norden Syriens, in Israel, im Irak und im Libanon zu spüren.

In Syrien sind Menschenrechtsaktivisten zufolge mindestens fünf Menschen gestorben. In den Orten Aleppo, Tartus und Hama seien Anwohner in Panik geraten und hätten etwa Herzstillstände erlitten, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstagmorgen mit. Unter den Todesopfern sei auch ein Kind, dessen Herz den Angaben zufolge stehen geblieben sei.

Mehr als 500 Menschen wurden den Angaben nach zudem verletzt, davon mindestens 350 in den von der Regierung kontrollierten Regionen und 150 in den Rebellen-Gebieten. Viele Menschen seien in Panik von Gebäuden gesprungen oder von Trümmern getroffen worden. Auch der Chef der Rettungsorganisation Weisshelme, Raed al-Saleh, meldete 150 Verletzte für die syrischen Regionen, die von Rebellen gehalten werden.

Viele Menschen hätten die Nacht bei eisigen Temperaturen wieder draussen verbracht, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle weiter. Auch bei dem erneuten Beben seien Häuser eingestürzt.
(sda/dpa)
17:17
Sorge vor Infektionskrankheiten im Bebengebiet
Zwei Wochen nach der Erdbebenkatastrophe im türkisch-syrischen Grenzgebiet richten sich die Sorgen nun vor allem auf die Gesundheitsversorgung der betroffenen Bevölkerung.

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC warnte am Montag davor, dass sich Infektionskrankheiten in der Region ausbreiten könnten. Während die unmittelbaren gesundheitlichen Bedürfnisse nach den Beben vor allem mit Traumata und der unterbrochenen Gesundheitsversorgung zusammenhingen, könnten Infektionserkrankungen in den kommenden zwei bis vier Wochen Anlass zur Sorge geben, teilte die Behörde am Montag in Stockholm mit. Die Zahl der Menschen, die durch das Erdbeben getötet wurden, ist inzwischen auf mehr als 47 000 gestiegen, davon 41 156 allein in der Türkei, wie die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad mitteilte. In vielen Provinzen in der Türkei wurden die Sucharbeiten nach Verschütteten beendet.

Krankheiten, die durch Lebensmittel und Wasser übertragen werden, sowie Atemwegsinfektionen und durch Impfung vermeidbare Infektionen stellten in der kommenden Zeit ein Risiko dar, erklärte ECDC. Sie hätten das Potenzial, Ausbrüche zu verursachen, insbesondere wenn Überlebende in provisorischen Unterkünften unterkämen.

US-Aussenminister Antony Blinken zeigte sich am Montag in Ankara fassungslos über die Zerstörungen in der türkisch-syrischen Erdbebenregion. «Es ist schwer in Worte zu fassen», sagte Blinken am Montag bei einer Pressekonferenz mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu über seine Eindrücke vor Ort. Unzählige Gebäude, Gemeinden und Strassen seien beschädigt oder vollständig zerstört. Blinken hatte sich am Sonntag gemeinsam mit Cavusoglu ein Bild von der schwer vom Erdbeben betroffenen Provinz Hatay gemacht.

Während seines Besuches in der syrisch-türkischen Erdbebenregion traf der US-Aussenminister auch Vertreter der Rettungsorganisation Weisshelme. Deren stellvertretender Leiter Faruk Habib bezeichnete die Unterstützung der USA bei dem Treffen als «entscheidend», wie die Zivilschützer am Sonntagabend bei Twitter mitteilten. Blinken habe die Arbeit und Expertise der Weisshelme sowie der Such- und Rettungsteams gelobt und dabei von «heldenhaften Bemühungen» nach der Katastrophe gesprochen.(sda/dpa)
epa10479891 US members of Humane Society International rescue a dog with five puppies from the rubble after powerful earthquake in Hatay, Turkey, 20 February 2023. More than 45,000 people have died an ...
Bild: keystone
15:50
Türkische Regierung: Wasserversorgung läuft vielerorts wieder
epa10476668 People wait to get fresh water from a tank after powerful earthquake in Adiyaman, Turkey, 19 February 2023. More than 45,000 people have died and thousands more are injured after two major ...
Bild: keystone
Nach den verheerenden Erdbeben arbeitet die türkische Regierung nach eigenen Angaben an der Wiederherstellung der Trinkwasserversorgung in der Region.

Inzwischen seien 79 Anlagen der Trinkwasserinfrastruktur wie Reservoirs, Pumpstationen oder Wasserleitungen repariert worden, teilte das türkische Stadtplanungsministerium am Montag mit. Insgesamt seien an den untersuchten Anlagen etwa 800 Schäden festgestellt worden. Dem Ministerium zufolge ist die Trinkwasserinfrastruktur damit in allen elf betroffenen Provinzen zu 98 Prozent wiederhergestellt - mit Ausnahme einiger schwer beschädigter Gebiete.

Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC warnte am Montag davor, dass sich Infektionskrankheiten nach den schweren Erdbeben in der Türkei und in Syrien ausbreiten könnten. Die beschädigte Infrastruktur etwa von Wasser- und Stromleitungen verursache unter anderem einen begrenzten Zugang zu sauberem Wasser, unzureichende Sanitäranlagen und mangelnde Kühlung für Lebensmittel, schrieb das ECDC. Dies könne zum Auftreten und zur Verbreitung von Krankheiten führen, die sich über Nahrung und Wasser übertragen. (sda/dpa)
15:48
Erste Visumgesuche aus Türkei nach Erdbeben eingetroffen
epa10478186 A rescuer walks on debris of collapsed buildings after a powerful earthquake, in Hatay, Turkey, 19 February 2023. More than 46,000 people have died and thousands more are injured after two ...
Bild: keystone
Zwei Wochen nach den verheerenden Erdbeben in der Türkei und Syrien sind bei der Schweizer Vertretung in Istanbul bereits elf Gesuche für ein vorübergehendes Visum eingegangen. Bis Montag wurden laut den Migrationsbehörden noch keine Visa ausgestellt oder verweigert.

Aus Syrien erreichte noch kein Visumgesuch die Schweizer Vertretung in Libanon, wie das Staatssekretariat für Migration auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montag bekanntgab.

Interesse, vorübergehend bei Schweizer Verwandten unterzukommen, ist allerdings auch in den vom Erdbeben betroffenen Gebieten in Syrien vorhanden. So gingen bei den zuständigen Behörden bisher 117 Anfragen per Mail oder Formular ein. Aus der betroffenen türkischen Region kamen neben den elf offiziellen Gesuchen 1630 solcher Anfragen.

Nach den beiden Erdbeben, die rund 47'000 Todesopfer zur Folge hatten, führte die Schweiz ein sogenannte Fast-Track-Verfahren für Visumgesuche aus der betroffenen Region ein. Davon kann profitieren, wer durch das Erdbeben die Wohnung verloren hat und über enge Verwandte in der Schweiz verfügt.

Dazu zählen Ehegatten, Eltern, Grosseltern, Kinder sowie minderjährige Enkelkinder - nicht aber Geschwister. Die Angehörigen in der Schweiz müssen über die Schweizer Staatsangehörigkeit, eine Aufenthaltsbewilligung B oder eine Niederlassungsbewilligung C verfügen. (sda)
13:17
Athen fürchtet mehr Migration nach Erdbeben in der Türkei
epa10456097 Greece's Prime Minister Kyriakos Mitsotakis speaks to the media as he arrives for a special meeting of the European Council in Brussels, Belgium, 09 February 2023. EU leaders will mee ...
Bild: keystone
Die griechische Regierung wappnet sich für mehr Migration nach dem schweren Erdbeben in der Türkei und in Syrien.

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis schwöre sein Team auf ein «schweres Jahr 2023» ein, berichtete am Montag die Tageszeitung «Kathimerini». Migrationsminister Notis Mitarakis stellt 105 Millionen Euro für rund 50 neue Küstenwacheboote bereit, wie das Migrationsministerium am Montag mitteilte.

«Die EU muss die Türkei dabei unterstützen, Migrationsströme nach den Erdbeben zu verhindern», twitterte Mitarakis am Sonntag. Griechenland bewache seine Grenzen, werde dafür aber sowohl vom EU-Parlament als auch von der linken Opposition im Land unter Druck gesetzt.

Die illegale Einreisen nach Griechenland hatten bereits seit dem vergangenen Jahr wieder zugenommen. Nun fürchtet Athen, der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan könne das Thema Einwanderung wie schon in früheren Jahren als Druckmittel auf die Europäische Union nutzen, schrieb die «Kathimerini». (sda/dpa)
11:52
Zahl der Erdbeben-Toten steigt auf mehr als 47 000
Die Zahl der Menschen, die in der Türkei durch das Erdbeben getötet worden sind, ist auf 41 156 gestiegen. Das teilte die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad am Montag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit.

In Syrien sind bisher rund 5900 tote Menschen in Zusammenhang mit den verheerenden Beben gezählt worden. Die Zahl wird jedoch nur unregelmässig aktualisiert. Insgesamt sind damit in beiden Ländern mehr als 47 000 Menschen ums Leben gekommen. (sda/dpa)
9:35
US-Aussenminister Blinken lobt «heldenhafte» Weisshelme
FILE - U.S. Secretary of State Antony Blinken speaks as U.S. military personnel load aid onto a vehicle, at Incirlik Air Base near Adana, Turkey, Sunday, Feb. 19, 2023. In an interview that aired Sund ...
Bild: keystone
US-Aussenminister Antony Blinken hat bei seinem Besuch in der syrisch-türkischen Erdbebenregion Vertreter der Rettungsorganisation Weisshelme getroffen.

Deren stellvertretender Leiter Faruk Habib bezeichnete die Unterstützung der USA bei dem Treffen als «entscheidend», wie die Zivilschützer am Sonntagabend bei Twitter mitteilten. Blinken habe die Arbeit und Expertise der Weisshelme sowie der Such- und Rettungsteams gelobt und dabei von «heldenhaften Bemühungen» nach der Katastrophe gesprochen.

Die Weisshelme sind mit etwa 3000 Freiwilligen im Nordwesten Syriens in den Rebellengebieten aktiv, die nicht von der Regierung kontrolliert werden. Darunter sind der Organisation zufolge Freiwillige mit verschiedenem beruflichem Hintergrund, etwa Bäcker und Apotheker sowie Feuerwehrleute und Ingenieure. Zu ihrer Hauptarbeit zählt die Rettung von Zivilisten nach Luftangriffen im Bürgerkrieg, sie betreiben aber auch Notunterkünfte. Seit 2013 kamen mehr als 280 Freiwillige ums Leben.

Blinken hatte bei seinem Besuch am Sonntag weitere Erdbebenhilfe der US-Regierung für die Türkei und Syrien in Höhe von 100 Millionen US-Dollar (rund 93 Millionen Euro) angekündigt. Damit hätten die USA nun insgesamt 185 Millionen Dollar zugesagt. Davon sollen Hilfsgüter wie Medikamente, Decken, Zelte und warme Kleidung gekauft werden. (sda/dpa)
21:56
Filmschaffende wie Akin fordern offene Grenzen in Erdbebenregion
Mit einer gemeinsamen Erklärung fordern mehr als 50 Filmschaffende die Regierungen der Türkei und Syriens auf, die Situation in den vom Erdbeben betroffenen Regionen zu verbessern. Die Unterzeichner, darunter prominente Namen wie Regisseur Fatih Akin und der Schauspieler Kida Khodr Ramadan, forderten mit der am Sonntag am Rande der Berlinale veröffentlichten Erklärung unter anderem, dass alle Grenzübergänge in der Region bedingungslos geöffnet werden.
epa10252304 German director Fatih Akin poses during a photocall for the movie 'Rheingold' at the 17th annual Roma International Film Festival in Rome, Italy, 19 October 2022. The Festa del C ...
Bild: keystone
Zudem müsse Hilfsorganisationen und Freiwilligen der Zugang zu den Erdbebengebieten erleichtert werden, wie aus einer Mitteilung des Mitinitiators Medico International hervorgeht. Humanitäre Hilfe dürfe nicht aus politischen Gründen blockiert werden. In vielen syrischen und türkischen Gebieten gebe es nach dem Erdbeben von staatlicher Hilfe keine Spur, heisst es in der Mitteilung der Hilfsorganisation weiter. Die Naturkatastrophe sei auch eine politische Katastrophe.

Etwa zwei Wochen nach der verheerenden Erdbeben-Katastrophe in der türkisch-syrischen Grenzregion ist die Zahl der Toten inzwischen auf über 46'000 gestiegen, davon fast 41'000 nur in der Türkei. Millionen Menschen in beiden Ländern sind von den Folgen betroffen. (sda/dpa)
21:28
Zahl der Erdbeben-Toten steigt auf fast 47'000
Die Zahl der Menschen, die in der Türkei durch das Erdbeben getötet worden sind, ist auf 41'020 gestiegen. Das teilte die türkische Katastrophenschutzbehörde Afad am Sonntagabend laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu mit. In Syrien sind bisher rund 5900 tote Menschen in Zusammenhang mit den verheerenden Beben gezählt worden. Die Zahl wird jedoch nur unregelmässig aktualisiert. Insgesamt sind damit in beiden Ländern fast 47'000 Menschen ums Leben gekommen. (sda/dpa)
11:40
8,8 Millionen in Syrien von Beben betroffen
Das ganze Ausmass der Erdbebenkatastrophe in der syrisch-türksichen Grenzregion wird erst nach und nach deutlich. Allein in Syrien seien 8,8 Millionen Menschen von den Folgen betroffen, schrieb die stellvertretende UN-Syrienbeauftragte Najat Rochdi am Sonntag - rund zwei Wochen nach den Beben - auf Twitter. «Die Mehrheit von ihnen benötigt voraussichtlich irgendeine Form von humanitärer Unterstützung». Nach der Katastrophe mit bisher 46 000 bestätigten Todesopfern wurde am Sonntag auch US-Aussenminister Antony Blinken in der Region erwartet.
epa10476673 People receive fresh water from a tank after powerful earthquake in Adiyaman, Turkey, 19 February 2023. More than 45,000 people have died and thousands more are injured after two major ear ...
Bild: keystone
Einige Rettungseinsätze vor Ort, wo auch Aufräumarbeiten begonnen haben, neigten sich über das Wochenende dem Ende entgegen. So beendete etwa ein Such- und Rettungsteam aus Katar seinen zweiwöchigen Einsatz in der Südtürkei, wie die katarische Nachrichtenagentur QNA berichtete. Nach Angaben des türkischen Katastrophenschutzes Afad sind aber immer noch mehr als 40 000 Retter aus dem In- und Ausland im Einsatz, um Verschüttete zu bergen.
In Syrien war die Lage für viele Menschen schon vor den Beben verheerend. Bombardements und Kämpfe im jahrelangen Bürgerkrieg, eine schwere Wirtschaftskrise und eine oft kaum vorhandene öffentliche Versorgung haben das Land zu einem Brennpunkt für humanitäre Helfer werden lassen. Laut UN benötigten schon vor den Erdbeben mehr als 15 Millionen Menschen irgendeine Form von Hilfe. (sda)
11:38
Blinken besucht Türkei
US-Aussenminister Blinken sollte am Sonntag die schwer getroffene türkische Provinz Hatay besuchen und sich mit seinem türkischen Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu ein Bild der Lage machen. Am türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik sollte er ausserdem den Bereich besuchen, an dem Hilfsgüter für den Transport vorbereitet werden, wie das State Department mitteilte. Ausserdem war eine Begegnung mit betroffenen Familien sowie mit Such- und Rettungsteams geplant. Über Incirlik kamen tonnenweise Hilfsgüter ins Land, darunter auch aus Deutschland.
United States Secretary of State Antony Blinken arrives for a meeting with Azerbaijani President Ilham Aliyev and Armenian Prime Minister Nikol Pashinyan at the Munich Security Conference in Munich, S ...
Bild: keystone
14:32
Berner Regierung spricht 750'000 Franken für Erdbebenopfer
Der Kanton Bern unterstützt die Opfer des verheerenden Erdbebens in der Türkei und Nordsyrien mit 750'000 Franken. Das Geld stammt aus dem Lotteriefonds, wie der Regierungsrat am Mittwoch mitteilte.

Unterstützt werden zwei Hilfswerke, die im Kanton Bern ansässig sind. 500'000 Franken gehen an das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) und 250'000 Franken an die Stiftung SOS-Kinderdorf Schweiz. Die Organisation sei seit Jahren in Teilen Syriens tätig und gut vernetzt, teilte der Kanton mit.

Die bernische Verfassung sieht vor, dass der Kanton den Aufbau in benachteiligten Ländern und die humanitäre Hilfe für Notleidende unterstützt. Dafür setzt er jährlich bis zu sechs Prozent der Mittel ein, die ihm aus Geldspielen zur Verfügung stehen. (sda)
14:31
Türkische Behörde warnt vor Nachbeben - «Ungewöhnliche Situation»
Mehr als eine Woche nach dem verheerenden Erdbeben hat der Katastrophenschutz in der Türkei weitere Erkenntnisse zu Ausmass und Zerstörung bekanntgegeben. «Es gibt sehr intensive Nachbeben. Wir haben es mit einer ungewöhnlichen Situation zu tun», sagte der Chef der Abteilung für Risikoverminderung der Katastrophenschutzbehörde Afad, Orhan Tatar, am Mittwoch. Man habe mehr als 3800 Nachbeben registriert - 38 lagen demnach über der Stärke 5. Er warnte die Menschen in den betroffenen Provinzen davor, sich in oder in der Nähe von Gebäuden aufzuhalten.

Tatar wies auch auf Verschiebungen in der Erdkruste hin, die demnach etwa 7,3 Meter betrugen. Nationale und internationale Experten seien in Kahramanmaras, dem Epizentrum des Bebens, um die geologischen Folgen zu untersuchen.

Das Städteministerium teilte unterdessen mit, dass nach ersten Untersuchungen 50 576 Gebäude eingestürzt oder stark beschädigt worden seien. Die beschädigten Häuser müssten dringend abgerissen werden, hiess es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht. Die Behörden hätten bislang 387 000 Gebäude in den zehn vom Beben betroffenen Provinzen inspiziert.

Die Provinz Gaziantep sei von den Zerstörungen am meisten betroffen. Dort müssten fast 12 000 Gebäude abgerissen werden, gefolgt von rund 10 900 in der Provinz Hatay und rund 10 800 in der Provinz Kahramanmaras. (sda/dpa)
10:18
Neun Tage nach Beben: Bericht über lebendig Geborgene in der Türkei
Neun Tage nach der Erdbebenkatastrophe in der Südosttürkei gibt es Medienberichte über die Bergung einer lebenden Frau. Die 45-Jährige sei am Mittwochmorgen in der Provinz Kahramanmaras gerettet worden, berichtete der staatliche Sender TRT. Sie war demnach 222 Stunden lang verschüttet. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.

Zwei Brüder, die Berichten zufolge am Dienstagmorgen gerettet wurden, erzählten unterdessen türkischen Medien, wie sie so lange unter den Trümmern überleben konnten. Demnach hatten sie Zugang zu Proteinpulver, das sie in ihrem eigenen Urin aufgelöst hätten. So berichtete es etwa der Sender CNN Türk.

Die Hoffnungen, noch Überlebende zu finden, schwinden immer weiter. Dennoch werden die Such- und Rettungsarbeiten fortgesetzt. In der stark betroffenen Provinz Hatay begannen unterdessen auch Aufräumarbeiten, wie eine Reporterin des Staatssenders TRT berichtete.

Am frühen Montagmorgen vor einer Woche hatte ein erstes Beben der Stärke 7,7 um 2.17 Uhr (MEZ) die Südosttürkei erschüttert, Stunden später folgte ein zweites schweres Beben der Stärke 7,6. Die Zahl der bestätigten Toten lag bis zum Mittwochmorgen in der Türkei bei 35 418, in Syrien wurden 5900 Tote gemeldet. Tausende werden weiter vermisst. (sda/dpa)
8:35
USAID-Chefin: Hilfen in Syrien auf «kritisch niedrigem Niveau»
epa10467147 Rescuers work at the site of collapsed buildings after a powerful earthquake, in Hatay, Turkey, 14 February 2023. More than 37,000 people died and thousands more were injured after two maj ...
Bild: keystone
Samantha Power, die Chefin der US-Behörde für Entwicklungszusammenarbeit und Nothilfe (USAID), sieht in Syrien noch dringenden Hilfsbedarf für die Erdbebenopfer. «Trotz der Ankunft von 90 Hilfs-Transportern sinkt die Menge der humanitären Mittel in Lagerhäusern in Syrien auf ein kritisch niedriges Niveau», schrieb Power am Mittwoch bei Twitter. 350'000 Menschen seien jüngsten Schätzungen zufolge durch die Katastrophe vertrieben worden, schrieb die USAID-Chefin.

Die USA wollen für Syrien und die Türkei 85 Millionen Dollar (etwa 79 Mio. Franken) bereitstellen – unter anderem für Lebensmittel, Unterkünfte, Medizin und Versorgung von Familien. Unabhängig vom Erdbeben sind die USA der grösste Geberstaat für Syrien mit humanitären Hilfen in Höhe von 15,7 Milliarden Dollar (14,6 Mrd. Franken) seit Beginn des Bürgerkriegs im Jahr 2011.

Die Freigabe zweier weiterer Grenzübergänge in die Türkei zur Verbesserung der humanitären Hilfe im Nordwesten des Landes sei eine gute Nachricht, schrieb Power. «Aber eine Resolution des UN-Sicherheitsrats bleibt der beste Weg, um sicherzustellen, dass Hilfe auf verlässliche Weise weiterhin fliessen kann, selbst nachdem die Kameras nicht mehr da sind.» Es brauche besseren Zugang zum Nordwesten, wo der Hilfsbedarf durch die «entsetzliche Zerstörung» schon vor den Beben enorm gewesen sei. Die Menschen bräuchten dringend Lebensmittel, Arzneimittel und Zelte als Unterkünfte.

Syriens Präsident Baschar al-Assad hatte zwei weitere Grenzübergänge in die Türkei freigegeben. Bab al-Salam und Al-Ra'ee sollten für drei Monate geöffnet bleiben. Bislang war nur die Öffnung des Übergangs Bab al-Hawa von Damaskus autorisiert worden. Die Grenzübergänge liegen in Gebieten unter Kontrolle von Rebellen. (sda/dpa)
20:09
Armenischer Aussenminister reist zu Gesprächen in die Türkei
Im Zuge der Wiederannäherung beider Länder will der armenische Aussenminister Ararat Mirsojan am Mittwoch in die Türkei reisen. Es sei unter anderem ein Treffen mit seinem türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu geplant, teilte ein Sprecher des armenischen Aussenministeriums am Dienstagabend auf Facebook mit. Ausserdem wolle Mirsojan armenische Rettungskräfte besuchen, die nach den schweren Erdbeben in der Türkei nach Verschütteten suchten.

Das Verhältnis zwischen den Nachbarstaaten ist schwer belastet. Rund 1,5 Millionen Armenier wurden Historikern zufolge im Ersten Weltkrieg Opfer systematischer Tötungen im Osmanischen Reich. Als dessen Rechtsnachfolgerin gibt die Türkei zwar Massaker an 300 000 bis 500 000 Menschen zu, weist die Einstufung als Völkermord aber zurück. Deutschland und andere westliche Staaten haben die Massaker an den Armeniern als Genozid verurteilt.

Zudem gilt die Türkei als enger Verbündeter Aserbaidschans, mit dem Armenien bis heute einen blutigen Konflikt um die Region Berg-Karabach austrägt. Erst seit Ende 2021 unterhalten der Staat im Südkaukasus und die Türkei wieder diplomatische Kontakte. Im Zuge der Wiederannäherung trafen sich die Aussenminister bereits im vergangenen März in Antalya. Infolge der Erdbeben-Katastrophe öffnete die Türkei in der vergangenen Woche zudem erstmals seit 30 Jahren einen Grenzübergang zu Armenien - um Hilfstransporte zu ermöglichen. (sda/dpa)
19:53
UN-Hilfsgüter kommen über weiteren Grenzübergang nach Syrien
Nach der Freigabe zusätzlicher Grenzübergänge haben die Vereinten Nationen weitere Hilfsgüter in die Erdbebengebiete im Nordwesten Syriens gebracht. Ein UN-Konvoi bestehend aus elf Lastwagen sei über Bab al-Salam aus der Türkei nach Syrien eingefahren, bestätigte das UN-Nothilfebüro Ocha am Dienstag. Der Generaldirektor der Internationalen Organisation ‎für Migration (IOM), António Vitorino, erklärte auf Twitter gleichzeitig, dass Güter der Organisation über Bab al-Salam geliefert worden seien.

Syriens Präsident Baschar al-Assad hatte zwei weitere Grenzübergänge in die Türkei freigegeben zur Verbesserung der humanitären Hilfe in den Katastrophengebieten. Bab al-Salam und Al-Ra'ee sollten für drei Monate geöffnet bleiben. Bislang war nur die Öffnung des Übergangs Bab al-Hawa von Damaskus autorisiert worden. Die Grenzübergänge liegen in Gebieten unter Kontrolle von Rebellen. (sda/dpa)
18:49
Zahl der Erdbeben-Toten auf mehr als 40'000 gestiegen
Gut eine Woche nach der Erdbeben-Katastrophe im türkisch-syrischen Grenzgebiet ist die Zahl der Toten auf mehr als 40'000 gestiegen. Alleine in der Türkei liege die Zahl bei 35'418, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Dienstag der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge. Aus Syrien wurden zuletzt 5900 Tote gemeldet.

Es werden noch Tausende weitere Opfer befürchtet. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnte die Zahl noch auf 50 000 oder mehr steigen. Dass die Helfer noch Überlebende finden, wird immer unwahrscheinlicher. Türkische Medien meldeten am Dienstagmorgen dennoch mehrere Rettungen. In der Provinz Hatay wurde der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu zufolge etwa eine 26 Jahre alte Frau nach 201 Stunden unter den Trümmern lebend gerettet. Unabhängig überprüfen liessen sich die Angaben nicht.

WHO-Regionaldirektor Hans Kluge bezeichnete das Beben unterdessen als schlimmste Naturkatastrophe in der Region seit einem Jahrhundert. Rund 26 Millionen Menschen in der Türkei und Syrien bräuchten humanitäre Unterstützung, sagte er auf einer Online-Pressekonferenz. Der Bedarf an Hilfe sei riesig und wachse mit jeder Stunde. (sda/dpa)
17:55
UN brauchen knapp 400 Millionen Dollar für syrische Erbebenhilfe
Angesichts der humanitären Not nach den Erbeben im Bürgerkriegsland Syrien bitten die Vereinten Nationen ihre Mitgliedstaaten um knapp 400 Millionen Dollar (372 Millionen Euro) Unterstützung. Dieses Geld solle «dazu beitragen, die dringend benötigte lebensrettende Hilfe für fast fünf Millionen Syrer zu sichern – einschliesslich Unterkunft, Gesundheitsversorgung, Nahrung und Schutz», sagte UN-Generalsekretär António Guterres am Dienstag in New York.

Gleichzeitig bestätigte Guterres, dass die von der syrischen Regierung am Montag autorisierten Grenzübergänge Bab Al-Salam und Al Ra'ee geöffnet worden seien. Ein Konvoi aus elf Lastwagen sei auf dem Weg nach Bab Al-Salam, um lebensrettende Hilfe nach Syrien zu bringen.

Zur Verbesserung der humanitären Hilfe in Syrien hatte Präsident Baschar al-Assad zwei weitere Grenzübergänge in die Türkei für Lieferungen freigegeben. Bab Al-Salam und Al Ra'ee sollten für drei Monate geöffnet bleiben. Bislang war nur die Öffnung des Übergangs Bab Al-Hawa von Damaskus autorisiert worden. Die Grenzübergänge liegen in Gebieten unter Kontrolle von Rebellen. (sda/dpa)
16:50
Rund 1000 Kinder ohne Begleitung nach Beben in Türkei registriert
epa10459345 Children play at an AFAD makeshift camp erected in a stadium in the city of Kahramanmaras, southeastern Turkey, 10 February 2023. More than 22,000 people have died and thousands more were  ...
Bild: keystone
Mehr als eine Woche nach den verheerenden Erdbeben in der Türkei sind die Familienangehörigen von rund 1000 Kindern noch nicht ermittelt worden.

Familienministerin Derya Yanik sagte am Dienstag, 792 der Kinder würden im Krankenhaus behandelt, 201 seien in der Obhut des Ministeriums. Erst 369 hätten bislang ihren Familien zugeordnet und übergeben werden können.

Sie sei beeindruckt von der Bereitschaft in der Bevölkerung, Kinder ohne Angehörige aufzunehmen, sagte Yanik. Sie wies aber auch darauf hin, dass die Regeln für Pflegefamilien oder Adoptionen sehr streng seien. Priorität habe, Angehörige der unbegleiteten Kinder zu finden und diese dort unterzubringen.

Am frühen Montagmorgen vor einer Woche hatte ein erstes Beben der Stärke 7,7 um 2.17 Uhr (MEZ) die türkisch-syrische Grenzregion erschüttert, Stunden später folgte ein zweites schweres Beben der Stärke 7,6. Die Zahl der bestätigten Toten lag bis zum Dienstagmorgen in der Türkei und Syrien bei mehr als 37 500, mehr als 80 000 Menschen wurden verletzt. Tausende werden weiter vermisst. (sda/dpa)
16:49
Aktivisten: Milizen wollten Trümmerbaby entführen
A rescuer carries a baby girl after pulling her from the rubble caused by an earthquake that hit Syria and Turkey in the town of Jinderis, Syria, Tuesday, Feb. 7, 2023. Residents in the northwest Syri ...
Bild: keystone
Milizen sollen nach Angaben von Aktivisten dreimal versucht haben, das etwa eine Woche alte Baby zu entführen, das nach den verheerenden Erdbeben in Syrien unter Trümmern zur Welt kam. Das teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit.

Ihren Informationen nach stecken von der Türkei unterstützte Rebellen hinter den drei Entführungsversuchen innerhalb von 48 Stunden. Sie hätten das Krankenhaus in Afrin gestürmt, in dem das Baby derzeit versorgt wird, und den Direktor und Angestellte geschlagen und beleidigt.

Baby und Personal seien gesund und in Sicherheit, sagte der behandelnde Mediziner und Krankenhausleiter Attija Chalid am Dienstag.

Das Baby war nach den Erdbeben im Ort Dschindiris unter Trümmern zur Welt gekommen. Vermutet wird, dass die Mutter kurz nach der Geburt unter den Trümmern starb. Auch der Vater und vier Geschwister kamen ums Leben. Ein Retter durchtrennte die Nabelschnur mit einem Messer und zog das Kind schliesslich heraus. In Medien wurde das Mädchen auch als «Wunderbaby» bezeichnet.

Es habe zahlreiche Angebot gegeben, das Baby zu adoptieren, hiess es von der Beobachtungsstelle. Viele wollten nun versuchen, aus den auch finanziellen Angeboten Profit zu schlagen. Medienberichte, dass der Retter das Baby selbst adoptiert habe, dementierte Chalid. «Der Fall des Mädchens liegt jetzt in Händen der Justizbehörden», sagte Chalid. (sda/dpa)
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(red/sda/dpa)

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