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Russland-Ukraine-Konflikt: Frankreich führt Diesel-Rabatt ein

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Mariupol-Evakuierung erneut gescheitert ++ Frankreich führt Diesel-Rabatt ein

Die neuesten Entwicklungen im russisch-ukrainischen Krieg im Überblick.
11.03.2022, 05:0513.03.2022, 07:15
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  • Wladimir Putin hat in der Nacht auf Donnerstag, den 24. Februar, offiziell einen Kriegseinsatz des russischen Militärs in den ukrainischen Regionen Luhansk und Donezk angeordnet. Inzwischen gibt es Kampfhandlungen im ganzen Land.
  • Im Fokus der russischen Angriffe liegen die Grossstadt Charkiw und die Hauptstadt Kiew.
  • US-Präsident Joe Biden hat am Dienstag neue Sanktionen gegen Russland verkündet. Die USA erlassen ein Importverbot für Öl aus Russland.
  • Seit Beginn der russischen Invasion sind laut UN-Angaben bereits über 2,5 Millionen Menschen aus der Ukraine geflohen.
  • Die westlichen Staaten haben diverse Sanktionen gegenüber Russland beschlossen. Darunter, russische Banken vom internationalen Zahlungssystem Swift auszuschliessen.
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22:09
Frankreich reagiert auf Diesel-Preise
Frankreich will den Anstieg der Diesel- und Benzin-Preise mit staatlichen Massnahmen dämpfen. Der französische Premierminister Jean Castex kündigte an, ab 1. April einen «Rabatt» von 15 Cent pro Liter einzuführen. Die Massnahme solle vorerst vier Monate lang laufen und dürfte den Staat mehr als zwei Milliarden Euro kosten. Der Rabatt soll einem Interview mit der französischen Zeitung «Le Parisien» zufolge automatisch an der Kasse abgezogen werden und dürfte bei einer 60-Liter-Tankfüllung eine Ersparniss von rund neun Euro erbringen. (pit)
21:27
Selenskyj: Russland ist zu einem Dialog bereit
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht nach dem hartnäckigen militärischen Widerstand der Ukrainer erste Veränderungen der Position Russlands. «Jetzt haben sie begonnen, über etwas zu reden - und nicht einfach Ultimaten zu stellen», sagte er am Samstag vor internationalen Journalisten in Kiew. Der 44-Jährige ist nach eigenen Worten zufrieden damit, da es das erste Mal seit über zwei Jahren sei, dass Moskau zu einem Dialog bereit sei.

Bereits am Freitag hatte Russlands Präsident Wladimir Putin von Bewegung bei den Verhandlungen gesprochen. Die russischen Verhandlungsführer hätten über «gewisse positive Veränderungen» bei den «praktisch täglich» geführten Gesprächen informiert. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax, die Gespräche würden nun im Online-Format abgehalten. Die Ukraine bestätigte das.

Selenskyj hielt die Einbeziehung der westlichen Partner der Ukraine in die Verhandlungen der Agentur Unian zufolge für unzureichend. Mit Blick auf Sicherheitsgarantien für sein Land sagte er: Die Ukraine könne Russland «nach einem so blutigen Krieg nicht vertrauen». (sda/dpa)
20:56
Heftige Kämpfe dauern an – Evakuierung von Mariupol erneut gescheitert
In der von der russischen Armee belagerten Hafenstadt Mariupol im Südosten der Ukraine ist nach russischen Angaben am Samstag ein neuer Anlauf zur Evakuierung von Zivilisten gescheitert. 50 Busse hätten wegen Beschusses nicht abfahren können, sagte Generaloberst Michail Misinzew aus dem Verteidigungsministerium in Moskau der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Mehrere orthodoxe Geistliche hätten sich bereiterklärt, die Bewohner beim Verlassen der belagerten Stadt zu begleiten.

Russland beschuldigte ukrainische «Nationalisten». Das liess sich nicht überprüfen. Das ukrainische Innenministerium teilte mit, Grenzschutzbeamte hätten 15 russische Soldaten bei einem Angriff auf Mariupol getötet. In der Stadt sei die humanitäre Lage sehr schwierig, so das russische Verteidigungsministerium.

Auf anderen Korridoren kamen Evakuierungen nach Angaben beider Seiten aber zustande. Aus dem Gebiet Sumy mit den Städten Sumy, Lebedyn, Konotop, Trostjanez und mehreren Dörfern wurden laut Angaben der Regionalverwaltung mehr als 10 000 Menschen über den «Grünen Korridor» mit Bussen und Privatautos in Sicherheit gebracht.

Laut ukrainischem Innenministerium wurden rund 200 Menschen aus der Kleinstadt Wuhledar im Donezker Gebiet evakuiert. Aus den nordwestlichen Vororten von Kiew hätten zudem mindestens 60 Kleinbusse Menschen in Sicherheit gebracht. Der Kiewer Gebietsverwaltung zufolge waren es rund 4000 Menschen. (sda/dpa)
20:29
Biden bewilligt weitere 200 Millionen Dollar Militärhilfe für Ukraine
US-Präsident Joe Biden hat die Freigabe von Waffenlieferungen und Militärhilfe für die Ukraine in Höhe von 200 Millionen Dollar (182 Millionen Euro) angeordnet. Das teilte das Weisse Haus am Samstag mit. Biden hatte erst vor zwei Wochen - unmittelbar nach Beginn des russischen Angriffskriegs - Soforthilfen über 350 Millionen Dollar für die ukrainischen Streitkräfte bewilligt. Dem US-Verteidigungsministerium zufolge sind die damit bereitgestellten Waffen, darunter moderne Panzerabwehrlenkwaffen vom Typ Javelin, inzwischen bereits an die Ukraine geliefert worden.

Seit Anfang vergangenen Jahres summiert sich die US-Militärhilfe für die Ukraine inzwischen auf rund 1,2 Milliarden Dollar, wie aus einer Aufstellung des Aussenministeriums hervorgeht. Andere Länder, darunter auch Deutschland, haben der Ukraine ebenfalls bereits Waffen geliefert oder zugesagt, darunter auch Flugabwehrraketen.

Der US-Kongress verabschiedete zudem vor wenigen Tagen als Teil des Haushalts auch ein Paket für humanitäre und militärische Hilfen in Höhe von 13,6 Milliarden US-Dollar für die Ukraine. Biden will das Haushaltsgesetz voraussichtlich kommende Woche unterschreiben. Bis zu einer Auszahlung der Hilfen kann aber noch Zeit vergehen. (sda/dpa)
19:53
Sieben Menschen laut ukrainischen Angaben bei Evakuierung getötet
Bei der Evakuierung eines Dorfes östlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind nach Darstellung des ukrainischen Militärgeheimdienstes sieben Bewohner getötet worden. Die Dorfbewohner hätten Peremoha verlassen wollen, als es zu einem Beschuss gekommen sei, teilte der Geheimdienst am Samstagabend mit. Die Ukraine machte russische Truppen dafür verantwortlich. Diese Angaben liessen sich nicht überprüfen. «Der Schutz von Zivilisten in bewaffneten Konflikten ist durch das humanitäre Völkerrecht geregelt», hiess es in der Mitteilung bei Facebook. Vorsätzliche Angriffe seien deshalb mit Kriegsverbrechen gleichzusetzen. (sda/dpa)
18:47
Moskauer Börse bleibt dritte Woche in Folge geschlossen
Die Moskauer Börse bleibt die dritte Woche in Folge geschlossen. Der Grund sind die Sanktionen gegen Russland. Vom 14. bis 18. März werde es keinen Aktienhandel gegeben, teilte der wichtigste russische Handelsplatz am Samstag der Agentur Tass zufolge mit.

Nach dem bisher letzten Öffnungstag der Moskauer Börse am 25. Februar hatten die Anteilsscheine russischer Unternehmen zunächst massiv an Wert verloren, bevor sie vom Handel ausgesetzt wurden. Auch etliche börsengehandelte Indexfonds mit russischen Werten werden derzeit nicht gehandelt. Zudem wollen einige globale Indexanbieter wie MSCI russische Titel aus ihren Indizes verbannen.

Die USA, die EU, Grossbritannien und andere Länder haben wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine scharfe Sanktionen verhängt. Dutzende Unternehmen zogen sich mindestens vorübergehend aus Russland zurück. (sda/dpa)
18:10
Russische Armee: 79 weitere Militäranlagen in Ukraine zerstört
Die russische Armee hat bei Angriffen in der Ukraine am Samstag nach eigenen Angaben 79 Militäranlagen zerstört. Darunter seien vier Kommando- und Kontrollzentren der ukrainischen Streitkräfte gewesen, sagte Igor Konaschenkow, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Angriffe seien zudem auf sechs Munitions- und Treibstoffdepots geflogen worden. Ausserdem seien ein ukrainischer Kampfhubschrauber vom Typ Mi-24 und drei Drohnen abgeschossen worden. Diese Angaben liessen sich nicht überprüfen.

Seit Kriegsbeginn vor mehr als zwei Wochen wurden dem Sprecher zufolge insgesamt 3593 ukrainische Militärobjekte zerstört. Russland behauptet, nur militärische Ziele und keine zivilen Objekte anzugreifen. Auch diese Angaben waren unabhängig nicht überprüfbar. (sda/dpa)
17:06
Papst mit Tweet für Frieden: «In Gottes Namen, hört auf!»
Papst Franziskus hat erneut das Ende des Krieges in der Ukraine gefordert und auf das Leid der Kinder hingewiesen. In einem Tweet schrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche am Samstag: «Nie wieder Krieg! Denkt vor allem an die Kinder, an diejenigen, denen die Hoffnung auf ein würdevolles Leben genommen wird: tote oder verletzte Kinder, Waisen; Kinder, die als Spielzeug Kriegsreste haben... In Gottes Namen, hört auf!»

Der Vatikan setzt sich für eine Waffenpause ein und bietet sich den Ukrainern und den angreifenden Russen als Vermittler an. «Krieg ist Wahnsinn, er muss beendet werden!», sagte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, die Nummer zwei des Kirchenstaates, am Samstag der Plattform «Vatican News». «Wir müssten ein Herz aus Stein haben, um teilnahmslos zu bleiben und zuzulassen, dass diese Zerstörung weitergeht, dass weiterhin Flüsse von Blut und Tränen fliessen.» (sda/dpa)

16:57
Selenskyj will mit Putin in Jerusalem über Kriegsende verhandeln
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Jerusalem als möglichen Ort für Verhandlungen über ein Kriegsende mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeschlagen. «Heute ist es nicht konstruktiv, sich in Russland, in der Ukraine oder in Belarus zu treffen. Das sind nicht die Orte, an denen wir ein Verständnis für die Beendigung des Krieges finden können», sagte Selenskyj am Samstag vor Journalisten. «Ob ich finde, dass Israel so ein Land sein kann und dabei besonders Jerusalem? Ich finde ja.»

Sowohl Selensky als auch Putin hatten zuletzt wiederholt mit dem israelischen Regierungschef Naftali Bennett telefoniert, der vor einer Woche den Kremlchef persönlich in Moskau getroffen hatte. Bislang hatten sich Delegationen von Russland und der Ukraine dreimal zu Verhandlungen in Belarus getroffen, zudem trafen die Aussenminister der beiden Länder sich am Donnerstag im türkischen Antalya.

Der Kreml schloss grundsätzlich ein Treffen von Putin und Selenskyj nicht aus. «Aber zuerst müssen sowohl Delegationen als auch Minister ihren Teil dazu leisten, dass sich die Präsidenten nicht um des Prozesses, nicht um des Gesprächs, sondern um des Ergebnisses willen treffen», hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag gesagt. In israelischen und US-amerikanischen Medien hatte es Spekulationen darüber gegeben, dass Bennett Selenskyj eine Kapitulation gegenüber Russland nahegelegt haben soll. Kiew wies diese Darstellung zurück. (sda/dpa)
16:35
Ukraine: Experten aus Russland sind am Kernkraftwerk Saporischschja
In dem von russischen Truppen besetzten ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sind nach Angaben aus Kiew Experten aus Russland eingetroffen. Elf Beschäftigte des russischen Staatskonzerns Rosatom hätten das AKW im Südosten der Ukraine erreicht, darunter seien zwei Ingenieure, teilte das staatliche Unternehmen Enerhoatom am Samstag in Kiew mit. Vertreter einer selbst ernannten militärisch-zivilen Verwaltung hätten erklärt, dass die Gruppe die Sicherheit der Anlage bewerten solle und auch für Reparaturarbeiten zuständig sei.

Rosatom bestätigte am Nachmittag, «dass eine Gruppe mehrerer russischer Experten» dem ukrainischen Fachpersonal «beratend zur Seite» stehe. Verwaltung und Betrieb lägen in der Hand der Ukraine. Das gelte auch für das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl. Russische und ukrainische Spezialisten tauschten sich regelmässig aus. (sda/dpa)
16:20
Selenskyj: 1300 ukrainische Soldaten bislang getötet
Seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine vor mehr als zwei Wochen sind etwa 1300 ukrainische Soldaten getötet worden. Das sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag vor internationalen Journalisten. Die ukrainische Armee hatte sich bislang bei Angaben zu Verlusten in den eigenen Reihen bedeckt gehalten und lediglich die Zahl angeblich getöteter russischer Soldaten genannt. «Bei uns sind etwa 1300 Soldaten getötet worden und bei Russland mehr als 12'000», sagte der Präsident. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Zuletzt hatte Selenskyj am zweiten Kriegstag, am 25. Februar, von 137 gefallenen ukrainischen Soldaten gesprochen. Russland hatte bei seiner bisher einzigen Angabe am 2. März eine Zahl von knapp 500 getöteten eigenen Streitkräften genannt. Die Donezker Separatisten sprachen kürzlich von bislang rund 200 getöteten eigenen Kämpfern. Anfang März hatte Moskau behauptet, dass es auf ukrainischer Seite schon 2870 getötete Soldaten gegeben habe. (sda/dpa)
15:47
Scholz und Macron fordern Putin zu sofortigem Waffenstillstand auf
Bundeskanzler Olaf Scholz und der französische Präsident Emmanuel Macron haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem sofortigen Waffenstillstand in der Ukraine aufgefordert. Ausserdem drangen Scholz und Macron auf einen Einstieg in eine diplomatische Lösung des Konflikts. Das teilte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Samstag nach einem Telefonat von Scholz und Macron mit Putin mit. Das Gespräch am Mittag habe 75 Minuten gedauert.

Weiter hiess es, Scholz habe am Vormittag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gesprochen und sich über dessen Einschätzung der aktuellen Lage informiert.

Der Kreml teilte nach dem Gespräch mit, Putin habe Scholz und Macron über den «tatsächlichen Stand» der Lage in der Ukraine informiert. Vor allem habe der russische Präsident zahlreiche Fälle massivster Menschenrechtsverletzungen durch ukrainische Sicherheitskräfte angesprochen. Russland behauptet, dass in der Ostukraine ein «Genozid» an der russischen Bevölkerung stattfinde. Dafür gibt es keine Belege.

Ukrainische Einheiten würden Andersdenkende hinrichten, Geiseln nehmen und Zivilisten als Schutzschilde missbrauchen sowie schwere Waffen in Wohngebieten stationieren. «Nationalistische» Truppen würden Evakuierungsversuche systematisch verhindern und Zivilisten, die fliehen wollen, einschüchtern, habe Putin in dem Gespräch gesagt. Der Kremlchef habe Scholz und Macron aufgefordert, Druck auf die Ukraine auszuüben, um solche Verbrechen zu beenden. Die Ukraine wirft ihrerseits Russland und den Separatisten schwere Kriegsverbrechen vor. (sda/dpa)
14:48
Selenskyj: Russische Armee mit schwersten Verlusten seit Jahrzehnten
Die russischen Streitkräfte haben nach Ansicht des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seit Beginn ihres Angriffs auf die Ukraine erhebliche Verluste erlitten. «Dies ist der grösste Schlag für die russische Armee seit Jahrzehnten», sagte Selenskyj in einer am Samstag veröffentlichten Videobotschaft. «Nirgendwo hat sie innerhalb so weniger Tage mehr verloren», sagte Selenskjy am 17. Tag des Krieges. «Unsere Streitkräfte tun alles, um dem Feind jede Lust an einer Fortsetzung des Krieges gegen die Ukraine zu nehmen. Die Verluste der russischen Truppen sind kolossal.»

Nach ukrainischen Angaben wurden bisher mehr als 360 russische Panzer sowie mehr als 1200 weitere gepanzerte Fahrzeuge zerstört, ausserdem etwa 60 Kampfflugzeuge und 80 Hubschrauber. Die Armee habe mehr als 12 000 Soldaten verloren. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar. Auch in westlichen Geheimdienstkreisen ist die Rede von erheblichen russischen Verlusten. Bei Angaben über Opfer in den eigenen Reihen halten sich sowohl die russische als auch die ukrainische Armee bedeckt. Sie berichten vielmehr über Geländegewinne und zerstörte Militärtechnik der Gegenseite.

«Die meisten Armeen auf der Welt besitzen nicht das, was die russischen Truppen während der Invasion verloren haben», sagte Selenskyj. «Russische Soldaten ergeben sich nicht nur einzeln, sondern in Gruppen. Ganze Gruppen versuchen, von der Ukraine aus, nach Hause, nach Russland zu gelangen.» Mit Blick auf die sowjetische Geschichte und den Sieg über Nazi-Deutschland im «Grossen Vaterländischen Krieg» sagte Selenskyj: «Das ist ein vaterländischer Krieg. Das ist ein Volkskrieg. Das ist unser Krieg. Das ist der Krieg für unsere Unabhängigkeit.» (sda/dpa)
13:10
Russland warnt vor Waffenlieferungen an Ukraine
Russland hat den Westen erneut mit Nachdruck vor Waffenlieferungen an die Ukraine gewarnt. Ein Konvoi mit neuen Rüstungsgütern könne von russischen Streitkräften als Ziel genommen werden, sagte der russische Vize-Aussenminister Sergej Rjabkow am Samstag im Moskauer Staatsfernsehen. «Das ist einfach ein gefährlicher Zug», sagte Rjabkow mit Blick auf Ankündigungen westlicher Länder, der Ukraine für den Kampf gegen die russische Armee weiter Waffen zu liefern. Auch Deutschland gibt Waffen an die Ukraine. Zudem hatte die EU neue Mittel für militärische Hilfe in Aussicht gestellt.

Russland führt Krieg gegen das Nachbarland – unter anderem mit dem von Kremlchef Wladimir Putin erklärten Ziel, die Ukraine zu «entmilitarisieren». Rjabkow beklagte, dass die USA die Ausstattung der Ukraine mit Waffen auch aus anderen Ländern orchestrierten. Moskau werte dies als eine «Eskalationspolitik» Washingtons. Solche Konvois würden dann in der Ukraine zu «rechtmässigen Zielen», sagte der Diplomat. «Gerade die USA sind die Urheber der maximalen Aufheizung der Spannungen auf internationalem Gebiet.» (sda/dpa)
12:07
Kiew meldet Luftangriffe auf Ziele in der Westukraine
Bei Angriffen hat die russische Luftwaffe nach Angaben aus Kiew auch Ziele in der Westukraine angegriffen. Mindestens sechs Langstreckenbomber des Typs Tupolew Tu-95 hätten Luft-Boden-Raketen gegen Ziele in Luzk und Iwano-Frankiwsk eingesetzt. Das russische Militär hatte den Beschuss der militärischen Ziele nahe der beiden Orte am Freitag gemeldet.

Medienberichten vom Samstag zufolge wurde in Luzk eine Fabrik zur Reparatur von Triebwerken von Kampfflugzeugen getroffen. Auch die zentralukrainische Stadt Dnipro, die früher Dnjepropetrowsk hiess, sei angegriffen worden.

Die ukrainische Luftwaffe teilte mit, sie habe mit Kampfjets der Typen MiG-29 und Su-27 etwa zehn Angriffe unter anderem auf feindliche Flugzeuge geflogen. Die Angaben lassen sich nur schwer überprüfen.

Ukrainischen Behörden zufolge wurden in der Nacht zum Samstag in Wassylkiw südlich von Kiew beim Angriff auf einen Militärflughafen auch ein Munitionsdepot und ein Treibstofflager getroffen. Das Flugfeld sei mit acht Raketen komplett zerstört worden. Über den Angriff auf Wassylkiw hatte die russische Seite am Samstagmorgen ebenfalls informiert. Angegriffen wurde auch der Militärflugplatz Kanatowo in der Nähe der zentralukrainischen Stadt Kropywnyzkyj. Über Opfer wurde nichts bekanntgegeben.

Die seit Tagen umkämpfte nordukrainische Grossstadt Tschernihiw ist Behördenangaben nach zu grossen Teilen ohne Strom, Wasser, Heizung und Gas. (sda/dpa)
11:32
79 Kinder getötet und mehr als 100 verletzt in Ukraine-Krieg
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sind nach Angaben aus Kiew mindestens 79 Kinder getötet und mehr als 100 verletzt worden. «Diese Zahlen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da keine Möglichkeit besteht, die Orte des Beschusses zu inspizieren, an denen russische Streitkräfte aktive Feindseligkeiten durchführen», teilte die ukrainische Generalstaatsanwaltschaft am Samstag mit.

In den ersten 16 Tagen des Kriegs seien landesweit mehr als 280 Lehranstalten beschädigt, davon allein 110 im ostukrainischen Gebiet Donezk, und 9 vollständig zerstört worden, hiess es weiter. «Infolgedessen wurden sieben Millionen Kinder aufgrund aktiver Feindseligkeiten und der vorsätzlichen Zerstörung dieser Einrichtungen der Möglichkeit beraubt zu lernen.» (sda/dpa)
11:07
Gazprom: Gas fliesst weiter durch Ukraine nach Europa
Ungeachtet westlicher Sanktionen und russischer Drohungen eines Lieferstopps fliesst weiterhin Gas in hohem Umfang durch das Transitland Ukraine nach Europa. Am Samstag werde erneut die vertraglich vereinbarte Menge durch die Röhren gepumpt.
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Bild: keystone
Das seien 109,5 Millionen Kubikmeter, sagte der Sprecher des staatlichen Energiekonzerns Gazprom, Sergej Kuprijanow, der Agentur Tass zufolge. Laut Vertrag liefert Gazprom jährlich 40 Milliarden Kubikmeter Gas.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte unlängst erneut betont, die Öl- und die Gas-Lieferungen ins Ausland trotz beispielloser Sanktionen des Westens nicht zu stoppen. Zuvor hatte Vizeregierungschef Alexander Nowak mit einem Stopp der Lieferungen durch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 1 gedroht. Die Gaspreise sind wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und die westlichen Sanktionen sehr stark gestiegen. (sda/apa/dpa)
10:57
Russland warnt vor Nato-Verstärkungen im Baltikum
Russland hat vor einer weiteren Stärkung der Nato-Präsenz im Baltikum gewarnt. «Der Aufbau von Nato-Truppen und -Infrastruktur direkt an unseren Grenzen sowie Pläne für ihren dauerhaften Einsatz sind offen gesagt eine Provokation und führen zu einer deutlichen Zunahme der Konfrontation im Baltikum», sagte der Direktor für Europapolitik im russischen Aussenministerium, Sergej Beljajew, am Samstag der Agentur Interfax.

Als Vorwand diene eine «weit hergeholte» russische Drohung. Die baltischen Staaten folgten «gehorsam» allen Anordnungen der USA und versteckten sich hinter ihrem erfundenen «Frontlinienstatus», sagte Beljajew. «Wir beobachten dies und ziehen die notwendigen Schlüsse». Er versicherte: «Zugleich hat unser Land die Allianz nie bedroht und bedroht sie nicht.» In Litauen sind auch deutsche Soldaten stationiert.

Beljajew warnte zudem erneut vor einer Aufnahme von Schweden und Finnland in die Nato. Dies hätte «ernsthafte militärische und politische Folgen, die uns dazu zwingen würden, die gesamte Bandbreite der Beziehungen zu diesen Staaten zu überdenken und Vergeltungsmassnahmen zu ergreifen», sagte der Diplomat. Details nannte er nicht. Beljajew sagte, die Neutralität der beiden Staaten sei ein wichtiger Faktor, um die Sicherheit in Europa zu garantieren.

Die neutrale Haltung Schwedens und Finnlands ist seit Jahrzehnten in der Regierungsarbeit der beiden nordischen EU-Länder verankert. Im finnischen Fall rührt diese Haltung auch daher, dass das Land die längste Grenze aller EU-Mitglieder zu Russland hat. Beide sind somit bis heute keine Nato-Mitglieder, aber enge Partner der Allianz. Der russische Angriff auf die Ukraine hat den Zuspruch unter den Finnen und Schweden für einen Nato-Beitritt jedoch stark wachsen lassen. (sda/dpa)
10:46
Colgate-Palmolive schränkt Lieferungen nach Russland ein
Der Konsumgüter-Riese Colgate-Palmolive verkauft in Russland nur noch essenzielle Gesundheits- und Hygieneprodukte des täglichen Bedarfs. Die Lieferung aller anderen Artikel sei eingestellt worden, teilte der US-Konzern in einer Stellungnahme zum russischen Krieg in der Ukraine mit.

Zahlreiche westliche Unternehmen setzten ihr Geschäft in Russland bereits aus, darunter etwa Coca-Cola und McDonald's. Der Colgate-Palmolive-Konkurrent Unilever stoppte alle Lieferungen nach Russland, will aber weiter im Land selbst produzierte essenzielle Nahrungsmittel und Hygiene-Produkte verkaufen. Russland droht internationalen Unternehmen, die ihr Geschäft aussetzen, mit der Verstaatlichung ihres Eigentums im Land. (sda/dpa)
10:08
Fast 1,6 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine in Polen
Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben sich nach Angaben des polnischen Grenzschutzes fast 1,6 Millionen Menschen in Polen in Sicherheit gebracht. Seit Mitternacht seien 17 700 Menschen aus dem Nachbarland eingetroffen, berichtete die Behörde am Samstag im Kurznachrichtendienst Twitter. Damit habe sich die Zahl der Ukrainerinnen und Ukrainer, die vor dem Krieg in ihrer Heimat nach Polen geflüchtet seien, auf etwa 1,59 Millionen Menschen erhöht. Am Vortag sei die Zahl der Einreisenden um 12,5 Prozent gefallen, hiess es. (sda/dpa)
9:47
Mehr als ein Dutzend Fluchtkorridore geplant
Zur Rettung von Zivilisten aus umkämpften ukrainischen Städten sind nach Angaben aus Kiew am Samstagmorgen mehr als ein Dutzend Fluchtkorridore geplant gewesen. Aus Saporischschja habe sich erneut ein Konvoi mit Hilfsgütern und Bussen auf den Weg in die belagerte Hafenstadt Mariupol gemacht, sagte Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk.

Es ist der fünfte Versuch, die Stadt am Asowschen Meer zu erreichen. Bisher kamen die vereinbarten Korridore nie zustande. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern. Die prorussischen Separatisten brachten nach eigenen Angaben seit Freitagmorgen 217 Zivilisten aus Mariupol in Sicherheit.

Wereschtschuk sagte, es gebe auch Korridore für mehrere Orte nordwestlich von Kiew, unter anderem Hostomel, Makariw und Borodjanka. Dort hat sich die russische Armee seit Tagen festgesetzt und versucht weiter, die Hauptstadt auch von Westen her zu blockieren. Ausserdem gab es erneut im Nordosten des Landes Evakuierungsversuche, unter anderem aus der Stadt Sumy. (sda/dpa)
9:46
Russlands Militär spricht von Angriffen auf breiter Front in Ukraine
Die russische Armee setzt nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau ihre Angriffe auf «breiter Front» in der Ukraine fort. In der Nähe der Hauptstadt Kiew seien eine Luftwaffenbasis in Wassylkiw und das nachrichtendienstliche Aufklärungszentrum der ukrainischen Streitkräfte in Browary ausser Gefecht gesetzt worden, teilte Ministeriumssprecher Igor Konaschenkow am Samstag in Moskau mit. Es war Tag 17 von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine.

Den russischen Angaben zufolge nahmen die eigenen Truppen und jene der Separatisten aus Luhansk und Donezk erneut zahlreiche Ortschaften im Osten der Ukraine ein. Einheiten der Donezker «Volksmiliz» seien weitere 9 Kilometer vorgedrungen, die russischen Streitkräfte insgesamt 21 Kilometer und die Gruppierungen der «Volksrepublik Luhansk» 6 Kilometer. Überprüfbar waren die russischen Militärangaben nicht.

Zu Beginn des Krieges am 24. Februar hatten die Separatisten rund 30 Prozent der Regionen unter ihrer Kontrolle. Nun sind es nach ukrainischen Angaben im Gebiet Luhansk bereits 70 Prozent. Auch das russische Militär hatte zuletzt mitgeteilt, es fehle nicht mehr viel bis zur vollständigen Einnahme des Gebietes Luhansk.

Wie Generalmajow Konaschenkow weiter mitteilte, wurden erneut auch fünf Kampfdrohnen abgeschossen. Insgesamt seien bisher rund 3500 Objekte der militärischen Infrastruktur des Landes zerstört worden, darunter auch mehr als 1000 Panzer und andere gepanzerte Militärfahrzeuge. Russland hat den Angriff auf die Ukraine unter anderem damit begründet, das Land entmilitarisieren zu wollen. (sda/dpa)
06:12
Weitere mutmassliche Oligarchen-Jacht in Italien festgesetzt
Italienische Behörden haben eine weitere Megajacht festgesetzt, die einem russischen Milliardär zugerechnet wird. Das auf einen Wert von rund 530 Millionen Euro geschätzte Schiff mit dem Namen «Sailing Yacht A» liegt im Hafen von Triest. Beamte der italienischen Finanzpolizei setzten es am Freitag fest, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete.

Die von der deutschen Werft Nobiskrug gebaute Jacht wird dem russischen Kohle-Milliardär Andrej Melnitschenko zugerechnet, der nach Russlands Invasion in die Ukraine auf eine EU-Sanktionsliste kam. Die italienische Finanzpolizei hatte bereits vergangene Woche eine mutmassliche russische Oligarchen-Jacht festgesetzt. (sda/dpa)
7:07
70 Prozent des Gebiets Luhansk besetzt
Ukrainischen Angaben zufolge sind mittlerweile 70 Prozent des Gebietes Luhansk im Osten des Landes von russischen Truppen besetzt. Das teilte der Leiter der Regionalverwaltung des Gebietes Luhansk, Serhij Hajdaj, in der Nacht zu Samstag auf Facebook mit. Jene Orte, die noch unter der Kontrolle Kiews stünden, seien dauerndem Beschuss ausgesetzt. Es gebe Dutzende verletze und getötete Zivilisten. Gleichzeitig kämen keine Fluchtkorridore für Menschen aus der Region zustande. Diese Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Luhansk ist eines der beiden Gebiete, das von prorussischen Separatisten für ihre selbst ernannten Volksrepubliken beansprucht wird. Die Separatisten erheben Anspruch auf das gesamte Territorium der Verwaltungsgebiete Donezk und Luhansk, das sie vor dem russischen Einmarsch Ende Februar nur etwa zu einem Drittel kontrollierten. (sda/dpa)
05:34
Putin-Kritiker Kasparow für Sanktionen gegen russische Gasindustrie
Der frühere Schach-Weltmeister und Kreml-Kritiker Garri Kasparow hat sich für weitere Sanktionen gegen Russland ausgesprochen, insbesondere auch gegen die Erdgas- und Ölindustrie.

«Das Ölembargo selbst ist natürlich wichtig, aber das Entscheidende ist jetzt die technologische Blockade», sagte Kasparow der «Augsburger Allgemeinen» (Samstagausgabe). «Die russische Öl- und Gasindustrie kann ohne westliche Technologien nicht arbeiten.»

Es sei wichtig, dass es bei den Sanktionen «keine Schlupflöcher, keine Schwachstellen, keine Umgehungsmöglichkeiten gibt», sagte der 58-Jährige, der im Exil lebt. «Bislang haben wir jedoch gesehen, dass es noch gewisse Möglichkeiten für das weitere Funktionieren der russischen Wirtschaft gibt», sagte Kasparow. «Ausserdem ist Russland auf internationaler Ebene noch nicht völlig isoliert. Jetzt ist es notwendig, strategisch zu planen.»
Zuerich, CHE, 22.08.2009: Sechs Schach-Weltmeister aus Russland und der Ukraine spielen in Zuerich Simultan-Schach. Der russische Schach-Weltmeister Garri Kasparow (1963) aus Baku/Aserbeidschan beim S ...
Bild: maiak.info – The Newsroom of Eas
Der Westen sei in der Auseinandersetzung mit Russlands Präsident Wladimir Putin noch immer zögerlich, wenn es um die Verurteilung möglicher Kriegsverbrechen in der Ukraine gehe, kritisierte Kasparow. «Meiner Meinung nach sind die westlichen Länder noch nicht bereit, offiziell festzulegen, dass das Putin-Regime gegen das Völkerrecht verstossen hat und für Kriegsverbrechen in industriellem Massstab verantwortlich ist», sagte der Kreml-Kritiker.

Der Westen sei «offensichtlich nicht bereit, eine direkte Konfrontation mit Russland» zu riskieren. «Aber für uns ist klar, dass das Regime wirtschaftlich, finanziell und technologisch erwürgt werden muss, denn solange Putin an der Macht ist, gibt es keine Zukunft für Russland.» (sda/afp)
04:30
St. Gallen öffnet leerstehendes Altersheim für Ukraine-Flüchtlinge
Im Kanton St. Gallen wird ein leerstehendes Altersheim für die Erstunterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine geöffnet. Die Anlage Rosenau in Kirchberg soll bereits ab dem kommenden Donnerstag genutzt werden können.

In den nächsten Tagen werde das Gebäude für den Bezug instand gestellt, teilten der Trägerverein Integrationsprojekte (TISG), die Gemeinde Kirchberg und der Kanton St. Gallen am Samstag gemeinsam mit. Die Liegenschaft sei ideal, um Ruhe zu finden. Der Betrieb ist bis Ende Jahr geplant.

Die Flüchtlinge sollen laut der Mitteilung in der Unterkunft medizinisch versorgt und psychologisch betreut werden. Ebenfalls geplant sind Deutschlektionen und weitere Integrationsangebote. Erwartet werden vorwiegend Frauen und Kinder. Der TISG weist die Flüchtlinge nach der Erstunterbringungen den 77 Gemeinden zu.

Der Bundesrat hatte am Freitag für Menschen, die aus der Ukraine flüchten, erstmals den nach den Jugoslawien-Kriegen geschaffenen Schutzstatus S aktiviert. Damit dürfen sie vorläufig in der Schweiz bleiben und erhalten Sozialhilfe. Die Kinder können zur Schule und die Erwachsenen arbeiten gehen. Die Flüchtlinge werden durch den Bund den Kantonen zugewiesen. (sda)
02:46
Russische Offensiven nahe Kiew "teils" erfolgreich
Nach Angaben der ukrainischen Armee dauern die Angriffe russischer Truppen im Land weiter an. Rund um die Hauptstadt Kiew gebe es russische Offensiven an der nördlichen Stadtgrenze bei Sasymja und in südlicher Richtung bei Wyschenky, hiess es in einem in der Nacht zu Samstag auf Facebook veröffentlichten Bericht des ukrainischen Generalstabs. Diese Offensiven seien in einigen Bereichen teils erfolgreich.

Um die nordostukrainische Stadt Tschernihiw aus südwestlicher Richtung zu blockieren, versuchten russische Einheiten zudem die jeweils rund 15 Kilometer entfernten Orte Mychajlo-Kozjubinske und Schestowytsja einzunehmen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Freitag gesagt, dass in Tschernihiw eine wichtige Wasserleitung durch Beschuss beschädigt worden sei. In der Folge sei die Grossstadt mit knapp 280 000 Einwohnern ohne Wasserversorgung.

In dem Bericht heisst es weiter, strategische Bomber der russischen Luftwaffe setzten Marschflugkörper in den Städten Luzk, Dnipro und Iwano-Frankiwsk ein. Luzk und Iwano-Frankiwsk befinden sich nördlich und südlich der Stadt Lwiw unweit der polnischen Grenze. In der Nacht zum Freitag hatte Russland seine Angriffe auf den Westen der Ukraine ausgeweitet. Die Angaben liessen sich nicht von unabhängiger Seite überprüfen. (sda/dpa)
02:14
US-Präsident Biden: Wir müssen Dritten Weltkrieg verhindern
Eine direkte militärische Konfrontation in der Ukraine zwischen dem US-Militär und den russischen Streitkräften muss nach Ansicht von Präsident Joe Biden verhindert werden, damit es nicht zu einem «dritten Weltkrieg» kommt. Das US-Militär und die Nato-Partner werden «jeden Zentimeter» des Bündnisgebiets geeint und «mit voller Macht» verteidigen, schrieb Biden am Freitag auf Twitter. «Aber wir werden in der Ukraine keinen Krieg mit Russland führen. Eine direkte Konfrontation zwischen der Nato und Russland ist der dritte Weltkrieg - und etwas, das zu verhindern, wir uns bemühen müssen», schrieb der Demokrat. Die Ukraine ist kein Nato-Mitglied.

Bei einem Auftritt vor Parteifreunden im US-Bundesstaat Pennsylvania hatte sich der Demokrat Biden am Freitag auch zu der Debatte um die mögliche Übergabe von Kampfflugzeugen an die Ukraine geäussert. Es dürfe keine Situation geben, in der die USA Flugzeuge oder Panzer mit amerikanischer Besatzung in die Ukraine schickten, sagte Biden. «Das muss man verstehen, da darf man sich nichts vormachen, egal was alle sagen - das heisst dann dritter Weltkrieg», sagte der Präsident. (sda/dpa)
President Joe Biden announces that along with the European Union and the Group of Seven countries, the U.S. will move to revoke "most favored nation" trade status for Russia over its invasio ...
Bild: keystone
01:42
Selenskyj: Entführung von Bürgermeister "Zeichen der Schwäche"
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Freilassung des Bürgermeisters der von russischen Truppen besetzten Stadt Melitopol gefordert. Druck auf Bürgermeister oder ihre «physische Eliminierung» werde Russland nicht dabei helfen, ukrainische Städte zu übernehmen, sagte Selenskyj in einer Videoansprache in der Nacht zu Samstag. Ein derartiges Vorgehen sei ein «Zeichen der Schwäche» Russlands.
ARCHIV - Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht bei einer Pressekonferenz zu Medienvertretern. Foto: -/Ukrinform/dpa
Bild: sda
Kiew hatte am Freitag erklärt, dass der Bürgermeister des südukrainischen Melitopol, Iwan Fedorow, entführt worden sein soll. Dies liess sich nicht unabhängig überprüfen. In einem Videofragment war zu sehen, wie Vermummte einen Mann aus einem zentralen Gebäude mitnehmen.

Moskau habe wohl damit gerechnet, mehr Unterstützung in der Ukraine vorzufinden, sagte Selenskyj weiter. Sie hätten aber keine Leute gefunden, die ihnen Städte einfach übergeben hätten.

Selenskyj rief zudem russische Mütter vor allem von Wehrpflichtigen dazu auf, sich genau darüber zu informieren, wo ihre Söhne sich befänden. Sie sollten nicht glauben, wenn es hiesse, diese würden auf Übungen geschickt. Russland hat vor wenigen Tagen den Einsatz von Wehrpflichtigen im Krieg gegen die Ukraine eingeräumt. Das Verteidigungsministerium in Moskau betonte allerdings, dass dies nicht von der Führung genehmigt worden sei. (sda/dpa)
01:09
Brasilien will sich unabhängig von russischem Dünger machen
Brasilien will vor dem Hintergrund des Ukrainekriegs seine Abhängigkeit von importierten Düngemitteln aus Russland reduzieren. Die Regierung in Brasilia erliess am Freitag per Dekret einen entsprechenden Aktionsplan.

Die Massnahmen sehen etwa steuerliche Vorteile und öffentliche Kredite für den Aufbau eigener Dünger-Herstellung vor. Bis 2050 soll die Abhängigkeit von importiertem Dünger demnach von 85 Prozent auf 45 Prozent gesenkt werden.

Brasilien ist einer der wichtigsten Produzenten landwirtschaftlicher Produkte weltweit. Den importierten Dünger benötigt es vor allem für den Anbau von Soja, Mais und Zuckerrohr. Russland deckt mehr als 20 Prozent des brasilianischen Bedarfs an Düngemitteln. Die Importe sind von den massiven westlichen Wirtschaftssanktionen gegen Russland wegen dessen Einmarsch in die Ukraine bedroht. (sda/afp)
00:36
Strom am ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl läuft teils wieder
Technikern ist es am ehemaligen Atomkraftwerk Tschernobyl gelungen, einen Teil der Stromleitungen zu reparieren. Das berichtete die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien am Freitagabend unter Berufung auf den ukrainischen Betreiber.

Die Stromversorgung für die Kühlung von Brennelementen war am Mittwoch unterbrochen worden. Die IAEA sah darin aber kein Sicherheitsproblem. Notstromgeneratoren liefern dort Strom. Trotz der schwierigen Lage durch den russischen Einmarsch und die Kämpfe in der Ukraine sei es gelungen, dafür mehr Diesel anzuliefern.

Nach Angaben der IAEA laufen 8 der 15 ukrainischen Reaktoren an vier Standorten weiter. Das Strahlungsniveau dort sei normal. Am Atomkraftwerk Saporischschja funktionierte die automatische Übertragung von Daten an die IAEA in Wien nach einer Unterbrechung wieder, in Tschernobyl dagegen nicht. (sda/dpa)
Ein Wald mit einem Warnschild ausserhalb von Tschernobyl. (Archivbild)
Bild: AP
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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
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Das grösste Nato-Manöver seit dem Kalten Krieg
50'000 Teilnehmer aus über 30 Nationen werden bis 23. November 2018 an der NATO-geführten Militärübung in Norwegen erwartet. Soldaten proben hier unter schwierigen Bedingungen den Ernstfall. Im Bild ein Luftkissen-Boot der Assault Craft Unit 4 (ACU 4) am 1. November 2018.
quelle: epa/us navy / petty officer 2nd class lyle wil / handout
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«Überlassen die Leichen den Hunden» – BBC-Reportage zeigt prekäre Situation in Charkiw
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325 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Majoras Maske
07.03.2022 22:34registriert Dezember 2016
Ja, dann stoppt doch eure Gaslieferungen, dann ist es zumindest selbst gewählt und wir sind nicht Putins Sündenbock. Irgendein obskurer Staat wird sich schon für euer Blutöl finden lassen. Natürlich müssen vielleicht noch jahrelang Piplines gebaut werden, aber was solls. Für Russland ist es sicher kein Problem, wenn ein Drittel des Staatshaushalts erstmal wegbricht.
Und Europa hätte dann endlich genügend Druck und Grund auf erneuerbare Energien umzustellen. Putin schaden und das Klima retten - mit einem Streich.
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Davision
07.03.2022 22:31registriert Juni 2021
Ach Gott, macht doch endlich die Pipelines dicht. So wird dann wenigstens nicht noch mehr der Krieg finanziert.
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Linus Luchs
11.03.2022 21:25registriert Juli 2014
Die SVP fordert strenge Auflagen gegen die Flüchtlinge aus der Ukraine? Mit den "Freiheitstrychlern" gegen die "Diktatur" bimmeln, und den wirklichen Opfern einer brutalen Diktatur mit Feindseligkeit begegnen. Diese Partei ist nur noch beschämend.
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