DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Liveticker

Rushdie hat nach der Attacke den Humor nicht verloren ++ Iran weist Verantwortung zurück

Salman Rushdie war am Freitag bei einem Auftritt im US-Bundesstaat New York angegriffen und am Hals verletzt worden. Er liegt im Spital.
15.08.2022, 09:48

Was ist passiert?

Der Autor Salman Rushdie, 2015 (Archivbild).
Der Autor Salman Rushdie, 2015 (Archivbild).Bild: keystone

Die Entwicklung im News-Ticker:

Schicke uns deinen Input
9:48
Iran weist Verstrickung in Angriff auf Salman Rushdie zurück
Nach dem Messerangriff auf den Schriftsteller Salman Rushdie hat der Iran jegliche Verstrickung in die Tat zurückgewiesen.
Bild: keystone
«Es gibt keine Verbindung zwischen dem Iran und dem Täter», sagte Aussenamtssprecher Nasser Kanaani am Montag, wie die iranische Nachrichtenagentur Isna berichtete. Rushdie habe mit seinem Werk nicht nur den Iran, sondern Muslime weltweit beleidigt, sagte Kanaani «Rushdie selbst ist für den Anschlag verantwortlich.»

Der britisch-indische Autor war am Freitag bei einer Veranstaltung im Westen des US-Bundesstaats New York von einem Mann angegriffen worden und wird seitdem in einem Krankenhaus behandelt. Rushdie wird seit Jahrzehnten von religiösen Fanatikern verfolgt, zu dem Angriff hat die Polizei aber noch kein Tatmotiv bestätigt.

Neben dem mutmasslichen Täter Hadi Matar steht zunehmend auch die iranische Führung in der internationalen Kritik. Wegen Rushdies Werks «Die satanischen Verse» aus dem Jahr 1988 hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Ruhollah Chomeini zur Tötung des Autors aufgerufen. Er warf Rushdie vor, in seinem Roman den Islam, den Propheten und den Koran beleidigt zu haben. (sda/dpa)
18:35
Salman Rushdies Sohn: Humor des Vaters trotz Angriffs intakt
Bild: keystone
Der Sohn des bei einem Angriff am Freitag schwer verletzten Autors Salman Rushdie hat bestätigt, dass es seinem Vater besser geht. «Trotz seiner schwerwiegenden und lebensverändernden Verletzungen bleibt sein üblicher kämpferischer und aufsässiger Sinn für Humor intakt», schrieb Zafar Rushdie am Sonntag in einer Erklärung auf Twitter.

«Wir sind sehr erleichtert, dass er gestern vom Beatmungsgerät und der zusätzlichen Sauerstoffversorgung genommen wurde und in der Lage war, ein paar Worte zu sagen», heisst es darin weiter. Der Zustand seines Vaters bleibe aber weiter kritisch und er sei in umfangreicher medizinischer Behandlung. Ein Sprecher Salman Rushdies bestätigte der Deutschen Presse-Agentur dpa die Authentizität des Twitter-Accounts von Zafar Rushdie.

Salman Rushdie war am Freitag bei einer Veranstaltung in Chautauqua im Westen des US-Bundesstaats New York von einem Mann angegriffen worden und wird seitdem in einem Krankenhaus im angrenzenden Pennsylvania behandelt. Der 75-Jährige wird seit Jahrzehnten von religiösen Fanatikern verfolgt, noch hat die Polizei aber kein Motiv bestätigt. Der mutmassliche Angreifer, ein 24 Jahre alter Mann, sitzt in Untersuchungshaft.

Wegen Rushdies Werk «Die satanischen Verse» aus dem Jahr 1988 hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini dazu aufgefordert, ihn zu töten. Er warf ihm vor, den Islam, den Propheten und den Koran beleidigt zu haben. (sda/dpa)
10:17
Nach Rushdie-Angriff: Britischer Politiker fordert Iran-Sanktionen
Portraits of the late revolutionary founder Ayatollah Khomeini and the Supreme Leader Ayatollah Ali Khamenei, are displayed at the entrance of the Lebanese-Israeli border village of Yaroun, south Lebanon, Saturday, Aug. 13, 2022, where the parents of Hadi Matar emigrated from. On Friday, Matar, 24, born in Fairview, N.J., attacked author Salman Rushdie during a lecture in New York. His birth was a decade after "The Satanic Verses" was first published. (AP Photo/Mohammed Zaatari)
Bild: keystone
Nach dem gewaltsamen Angriff auf den Schriftsteller Salman Rushdie hat der britische Premier-Kandidat Rishi Sunak Sanktionen gegen Iran gefordert. Der frühere iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini hatte vor mehr als 30 Jahren zur Tötung des Autors aufgerufen. Sunak sagte dem «Telegraph» (Sonntag), der Angriff müsse ein «Weckruf für den Westen» sein und spreche dafür, die iranische Revolutionsgarde als Terrororganisation einzustufen. Man müsse sich ausserdem fragen, ob eine potentielle Einigung mit Iran im Atomstreit «möglicherweise in einer Sackgasse angekommen» sei.

Wegen seines Werks «Die satanischen Verse» aus dem Jahr 1988 hatte der Ajatollah damals per Fatwa zur Tötung des britisch-indischen Autors aufgefordert. Er warf Rushdie vor, in seinem Roman den Islam, den Propheten und den Koran beleidigt zu haben. Auf das Todesurteil folgten damals eine dramatische Flucht Rushdies und jahrelanges Verstecken.

Ex-Finanzminister Rishi Sunak (42) will den scheidenden britischen Premierminister Boris Johnson beerben. In Umfragen liegt er derzeit jedoch deutlich hinter Favoritin und Aussenministerin Liz Truss (47). (sda/dpa)
5:01
Salman Rushdie kann wieder sprechen
Gemäss Berichten aus den USA soll Salman Rushdie Fortschritte machen. Er soll nicht mehr künstlich beatmet werden und wie die «New York Times» unter Berufung auf seinen Literaturagenten Andrew Wylie schreibt seit Samstag bereits wieder sprechen können. (dab)
22:42
Biden: Rushdie steht für universelle Werte
US-Präsident Joe Biden hat nach dem Messerangriff auf den Schriftsteller Salman Rushdie die Bedeutung der Meinungsfreiheit bekräftigt. Der britisch-indische Autor habe sich nicht einschüchtern lassen und stehe für «wesentliche, universelle Werte» wie Wahrheit, Mut und Widerstandsfähigkeit, erklärte Biden am Samstag in Washington. Dies seien die Bausteine jeder freien und offenen Gesellschaft. «Und heute bekräftigen wir unser Bekenntnis zu diesen zutiefst amerikanischen Werten in Solidarität mit Rushdie und all jenen, die für Meinungsfreiheit eintreten.» (sda/dpa)
19:28
Mutmasslicher Rushdie-Angreifer wegen versuchten Mordes festgenommen
Gegen den Mann, der auf offener Bühne Schriftsteller Salman Rushdie angegriffen hat, wird wegen versuchten Mordes zweiten Grades und Körperverletzung zweiten Grades ermittelt. Das teilte am Samstag die State Police des Bundesstaats New York mit. Der 24 Jahre alte mutmassliche Täter sitzt laut Polizeiangaben in Untersuchungshaft, ohne dass derzeit eine Möglichkeit zur Freilassung gegen Kaution besteht. Zu einem Tatmotiv gab es weiter keine Angaben. Mord zweiten Grades ist ein eigenständiger Tatbestand im US-Rechtssystem zum Tod eines Menschen. Er kann im Bundesstaat New York mit jahrelangen Haftstrafen belegt werden.

Rushdie wurde laut US-Medien am Samstag weiter in einem Krankenhaus in Erie im angrenzenden Bundesstaat Pennsylvania behandelt. Der 75-Jährige sei im Krankenhaus operiert und an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden, teilte sein Literaturagent Andrew Wylie am Abend der «New York Times» mit. Er könne nicht sprechen und werde wahrscheinlich ein Auge verlieren. Ausserdem seien Nervenstränge in seinem Arm durchtrennt und seine Leber beschädigt worden, hiess es weiter. (sda/dpa)
19:25
Kanzler Scholz verurteilt Rushdie-Anschlag
Der deutsche Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hat den Anschlag auf den Schriftsteller Salman Rushdie verurteilt. «Was für eine abscheuliche Tat!», schrieb der Kanzler am Samstag bei Twitter. Er wünschte dem Autor viel Kraft für die Genesung. «Die Welt braucht Menschen wie Sie, die sich vom Hass nicht einschüchtern lassen und furchtlos für die Meinungsfreiheit eintreten.»



Rushdie war am Freitag bei einer Lesung im US-Bundesstaat New York von einem 24-Jährigen auf offener Bühne angegriffen und mit Stichen an Hals und Bauch schwer verletzt worden. Die Tat löste weltweit Entsetzen aus. Rushdie war vor mehr als 30 Jahren per Fatwa zum Tode verurteilt worden. Wegen seines Werks «Die satanischen Verse» («Satanic Verses») aus dem Jahr 1988 hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini das religiöse Rechtsdokument veröffentlicht, das zur Tötung des Autors aufforderte. (sda/dpa)
epa10115320 German Chancellor Olaf Scholz gestures during the beginning of a press conference at the Federal Press Conference (Bundespressekonferenz) in Berlin, Germany, 11 August 2022. The traditional media briefing, about current topics in domestic and foreign policy, usually takes place during summer time.  EPA/CLEMENS BILAN
Bild: keystone
Bundeskanzler Olaf Scholz.
17:57
PEN-Zentrum verurteilt Anschlag auf Salman Rushdie
Das deutsche PEN-Zentrum in Darmstadt hat den Anschlag auf den Schriftsteller Salman Rushdie scharf verurteilt. «Wir sind zutiefst schockiert über den Angriff», teilte am Samstag Generalsekretärin Claudia Guderian mit. Ihr Mitgefühl sei bei Rushdie und seiner Familie. «Unsere guten Wünsche und Hoffnungen auf baldige Genesung begleiten ihn.» Der Schriftsteller lebe «für die Freiheit des Wortes» seit nunmehr 30 Jahren unter Todesbedrohung. «Einen solchen Anschlag auf sein Leben hat es bislang nicht gegeben.» (sda/dpa)
14:23
Weltweites Entsetzen nach Attentat
Die Attacke löste weltweit Entsetzen aus. «Diese Gewalttat ist entsetzlich», sagte der nationale Sicherheitsberater Jack Sullivan laut Mitteilung des Weissen Hauses. UN-Generalsekretär António Guterres reagierte ebenfalls mit Entsetzen auf den Angriff. Der US-Senator und Mehrheitsführer der Demokraten im Senat, Chuck Schumer, schrieb auf Twitter, die Tat sei ein «Angriff auf die Rede- und Gedankenfreiheit». Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb, Rushdie sei von «Hass und Barbarei» getroffen worden. Der deutsche Schriftsteller Günter Wallraff, der Rushdie 1993 in seinem Haus in Köln-Ehrenfeld versteckt hatte, sagte, die Nachricht sei «natürlich ein Schlag für mich» gewesen.

Die Familie des Angreifers soll Berichten zufolge aus dem Süden des Libanon stammen. Die Eltern kämen aus dem Ort Jarun, der 24-Jährige selbst habe den Libanon aber noch nie besucht, sagte der Bürgermeister des Ortes libanesischen Medien. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht. Der Süden des Libanon ist eine Hochburg der schiitischen Hisbollah-Organisation, die eng mit dem ebenfalls schiitischen Iran verbündet ist. (sda)
12:44
Zusammenhang mit Fatwa unklar
Rushdie war vor mehr als 30 Jahren per Fatwa zum Tode «verurteilt» worden. Wegen seines Werks «Die satanischen Verse» («Satanic Verses») aus dem Jahr 1988 hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini das religiöse Rechtsdokument veröffentlicht, das zur Tötung des Autors aufforderte. Chomeini warf Rushdie vor, in seinem Roman den Islam, den Propheten und den Koran beleidigt zu haben.

Der Fatwa folgte damals eine dramatische Flucht Rushdies und zeitweise jahrelanges Verstecken, um dem Todesurteil zu entkommen. Seit mehr als 20 Jahren lebt er nun in New York. Ob der Angriff im Zusammenhang mit der jahrzehntealten, gegen Rushdie ausgesprochenen Fatwa steht, ist derzeit unklar.

Auch nach Angaben seines Verlags aus dem vergangenen Jahr hätte die Fatwa für Rushdie inzwischen längst keine Bedeutung mehr. Er sei nicht mehr eingeschränkt in seiner Bewegungsfreiheit und brauche auch keine Bodyguards mehr. Die Jahre des Versteckens gingen jedoch nicht spurlos an ihm vorüber. Er verarbeitete diese Zeit in der nach seinem Alias benannten Autobiografie «Joseph Anton» aus dem Jahr 2012. (sda)
11:11
Weisses Haus: «Gewalttat ist entsetzlich»
Die US-Regierung hat den schweren Messer-Angriff auf Schriftsteller Salman Rushdie verurteilt. «Diese Gewalttat ist entsetzlich», sagte der nationale Sicherheitsberater Jack Sullivan am späten Freitag (Ortszeit) laut Mitteilung des Weissen Hauses. Alle in der Regierung von US-Präsident Joe Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris beteten für die baldige Genesung des 75-Jährigen.

Rushdie war am Freitagvormittag bei einer Lesung im Ort Chautauqua im Bundesstaat New York von einem 24-Jährigen auf offener Bühne angegriffen und mit Messerstichen an Hals und Bauch schwer verletzt worden. Er wurde offiziellen Angaben zufolge in einem örtlichen Spital behandelt und nach den Worten seines Managers an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Er könne nicht sprechen und werde wahrscheinlich ein Auge verlieren, schrieb Andrew Wylie nach Angaben der «New York Times». Weltweit war das Entsetzen gross.

Das Motiv des festgenommenen Mannes aus New Jersey, der wohl allein handelte, war zunächst unklar. Der 1947 im indischen Mumbai (damals Bombay) geborene Rushdie war vor mehr als 30 Jahren per Fatwa zum Tode verurteilt worden: Wegen seines Werks «Die satanischen Verse» («Satanic Verses») aus dem Jahr 1988 hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini das religiöse Rechtsdokument veröffentlicht, das zur Tötung des Autors aufforderte. Einige Muslime fühlten sich durch Rushdies Buch in ihrem religiösen Empfinden verletzt. (sda/dpa)
7:58
Autor an Beatmungsgerät angeschlossen
Salman Rushdie wurde mit einem Helikopter in ein nahe gelegenes Spital in Erie (USA) gebracht, wo er am Freitagnachmittag mehrere Stunden lang operiert wurde. Rushdies Agent, Andrew Wylie, sagte am Freitagabend, dass Rushdie an ein Beatmungsgerät angeschlossen sei und nicht sprechen könne.
In this still image from video, author Salman Rushdie is taken on a stretcher to a helicopter for transport to a hospital after he was attacked during a lecture at the Chautauqua Institution in Chautauqua, N.Y., Friday, Aug. 12, 2022. (AP Photo)
Bild: keystone
6:50
Autor wird wohl Auge verlieren
In New York, wo sich das Attentat ereignet hatte, ist es mittlerweile Mitternacht. Salman Rushdies Mitarbeiter gab in der Nacht auf Samstag einen neuen Zwischenstand zum Gesundheitszustand des schwer verletzten Autors: «Die Nachrichten sind nicht gut», sagte Andrew Wylie. «Salman wird wahrscheinlich ein Auge verlieren, die Nerven in seinem Arm wurden durchtrennt, und seine Leber wurde durchstochen und beschädigt.»

Für diejenigen, die erst jetzt die Nachrichten zum Angriff lesen: Salman Rushdie, ein weltweit bekannter Schriftsteller mit indisch-britischen Wurzeln, ist am Freitag in New York von einem Angreifer schwer verletzt worden. Rushdie lebte jahrzehntelang in grosser Gefahr: 1988 löste sein Buch «Die satanischen Verse» grosse Empörung bei religiösen Extremistinnen und Extremisten aus. Sein Werk wurde in der muslimischen Gemeinschaft als «blasphemisch», also Gotteslästerung, betrachtet.

Der verstorbene iranische Führer Ayatollah Ruhollah Khomeini verbot 1989 das Buch im Iran und erliess eine Fatwa – sprich: Er forderte im religiös-politischen Kontext den Tod von Rushdie. Der Autor lebte daraufhin jahrzehntelang versteckt und unter grosser Lebensgefahr.

Mutmasslicher Urheber dieser Attacke ist ein 24-jähriger Mann aus dem US-Bundesstaat New Jersey. Angaben zu seinem Motiv gibt es von offizieller Seite nicht, er soll unbestätigten Berichten zufolge aber mit religiös-politischem Extremismus sympathisiert haben. (pit)
Author Salman Rushdie is tended to after he was attacked during a lecture, Friday, Aug. 12, 2022, at the Chautauqua Institution in Chautauqua, N.Y., about 75 miles (120 km) south of Buffalo. (AP Photo/Joshua Goodman)
Bild: keystone
6:28
UN-Generalsekretär Guterres entsetzt über Angriff auf Rushdie
UN-Generalsekretär António Guterres hat mit Entsetzen auf den Angriff auf den Schriftsteller Salman Rushdie reagiert. «In keinem Fall ist Gewalt eine Antwort auf Worte, die von anderen in Ausübung ihrer Meinungs- und Ausdrucksfreiheit gesprochen oder geschrieben wurden», teilte Sprecher Stephane Dujarric am Freitagabend (Ortszeit) mit. Guterres wünsche Rushdie baldige Genesung. (sda)
05:45
Roth sieht Attacke auf Rushdie als Angriff auf Freiheit des Denkens
Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat die Attacke auf den Schriftsteller Salman Rushdie als Angriff auf die Freiheit der Literatur und die Freiheit des Denkens bezeichnet. «Ich hoffe inständig, dass er dieses niederträchtige Attentat überlebt», teilte die Grünen-Politikerin am Freitagabend mit. Es sei vollkommen klar: «Es klebt auch dann Blut an den Händen, nicht nur des Attentäters, sondern auch und ganz besonders an denen des iranischen Regimes, das bis heute an der schrecklichen Fatwa gegen ihn festhält.» (sda)
6:22
Salman Rushdie vor Angriff zum «Stern»: Lebensgefahr «lange her»
Wenige Tage vor dem Angriff auf Salman Rushdie hatte der weltbekannte Autor dem Magazin «Stern» gesagt, dass er sich in den USA sicher fühle. «Das ist lange her», sagte Rushdie im Interview mit Korrespondent Raphael Geiger Ende Juli auf die Frage, ob er noch immer um sein Leben bange.

Rushdie war am Freitag bei einem Auftritt im US-Bundesstaat New York von einem Angreifer mit einem Messer angegriffen und am Hals verletzt worden. Der 75-Jährige wurde per Helikopter in ein örtliches Krankenhaus gebracht. Details zu seinem Zustand blieben zunächst unklar.

Wegen seines Werks «Die satanischen Verse» («Satanic Verses») aus dem Jahr 1988 hatte der damalige iranische Revolutionsführer Ajatollah Chomeini eine Fatwa veröffentlicht, die zur Tötung Rushdies aufforderte. Einige Muslime fühlten sich durch das Werk in ihrem religiösen Empfinden verletzt.

«Für einige Jahre war es ernst», sagte Rushdie dem «Stern» weiter. «Aber seit ich in Amerika lebe, hatte ich keine Probleme mehr.» Der Autor habe dabei aber auch vor dem politischen Klima und möglicher Gewalt in den USA gewarnt: Das Schlimme sei, «dass Morddrohungen alltäglich geworden sind». (sda/dpa)
03:20
Attentäter handelte wohl alleine
Der Angreifer von Schriftsteller Salman Rushdie hatte ersten Erkenntnissen zufolge wohl keine Komplizen. «An diesem Punkt gehen wir davon aus, dass er allein war, aber wir versuchen sicherzustellen, dass dies der Fall war», sagte Polizeisprecher James O'Callaghan am Freitag bei einer Pressekonferenz. Am Tatort sei ein Rucksack sichergestellt worden. Auch ersuche man eine Reihe von Durchsuchungsbefehlen. (sda)
01:55
Agent: Rushdie an Beatmungsgerät angeschlossen – schwere Verletzungen
Nach dem Angriff auf Salman Rushdie ist der Schriftsteller seinem Manager zufolge an ein Beatmungsgerät angeschlossen. «Die Nachrichten sind nicht gut», schrieb Andrew Wylie am Freitagabend (Ortszeit) nach Angaben der «New York Times». Der 75-Jährige könne nicht sprechen und werde wahrscheinlich ein Auge verlieren. Nervenstränge in seinem Arm seien durchtrennt und seine Leber beschädigt worden. (sda)
00:48
Mutmasslicher 24-jähriger Täter festgenommen
Schriftstellerikone Salman Rushdie ist Polizeiangaben zufolge von einem 24-jährigen Amerikaner angegriffen und schwer verletzt worden. Das Motiv des festgenommenen Mannes aus New Jersey, der wohl alleine handelte, sei weiterhin unklar, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Der Vorfall ereignete sich bei einer Lesung im Ort Chautauqua im Westen des Bundesstaates New York. Rushdie würde in einem örtlichen Krankenhaus weiterhin operiert, hiess es. Es blieb zunächst unklar, wie ernst der Zustand des 75-Jährigen war. Der Polizei zufolge wurde er mindestens einmal in den Hals und den Bauch gestochen. Weltweit war das Entsetzen gross. (sda)
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

130 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
honesty_is_the_key
13.08.2022 00:14registriert Juli 2017
Ich hoffe dass Salman Rushdie dieses feige Attentat überlebt. Seine Bücher finde ich grossartig und Meinungsfreiheit (was seine Bücher einbezieht) finde ich extrem wichtig.
1206
Melden
Zum Kommentar
avatar
Skuld
12.08.2022 23:26registriert Mai 2016
Wenn jeder, der sich irgendwie verletzt fühlt, den Verursacher der Verletzung umbringen würde, wären bald alle Probleme der Menschen gelöst. Weil es nämlich gar keine Menschen mehr gäbe.
10610
Melden
Zum Kommentar
avatar
Smätterling
12.08.2022 23:39registriert Mai 2020
Waaas? Die waren immer noch hinter ihm her? Haben die keine dringenderen Probleme zu lösen im Iran?
9316
Melden
Zum Kommentar
130
Kanye West provoziert mit rassistischem Slogan – und legt mit Statement nach

Am Montag war Kanye West, oder auch Ye genannt, auf der Fashion Week in Paris zu sehen. Dort stellte der Rapper, Musikproduzent und Modedesigner seine neue «Yeezy»-Linie vor, die sogenannte «YZY Season 9». Allerdings hat das Outfit, das er dabei trug, viel mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen als die Kollektion, die im Fokus stehen sollte.

Zur Story