International
Medien

Demonstranten stürmen Amtssitz von Maltas Regierungschef

Mord an Journalistin: Demonstranten stürmen Amtssitz von Maltas Regierungschef

09.12.2019, 11:0909.12.2019, 11:09
Demonstration vor dem Regierungssitz in der Hauptstadt Valletta. Das Schild deutet Nebeneinkünfte von Ministerpräsident Muscat und von Mitgliedern seiner Regierung an.
Grosse Wut auf die Regierung in Malta.Bild: AP

In Malta haben Demonstranten den Amtssitz von Ministerpräsident Joseph Muscat gestürmt und den Regierungschef im Zusammenhang mit den Ermittlungen zum Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.

Etwa 40 Aktivisten mit Trommeln, Pfeifen, Fahnen und Megafonen überrumpelten die Sicherheitskräfte am Montagvormittag, drangen über einen Seiteneingang in das Gebäude in der Hauptstadt Valletta ein und blockierten den Zugang.

epa08035616 (FILE) Joseph Muscat, Prime Minister of Malta speaks during a press conference at the Auberge de Castille in Valletta, Malta, 08 December 2016 (reissued 30 November 2019). Joseph Muscat an ...
Joseph MuscatBild: EPA

Muscat ist zwar nicht direkt in den Fall verwickelt, der Kreise bis in die Regierung gezogen hat, er hat aber Konsequenzen gezogen und seinen Rücktritt nach der Wahl eines Nachfolgers seiner Labour-Partei für Mitte Januar angekündigt.

Die Investigativ-Journalistin Galizia war durch eine Autobombe im Oktober 2017 getötet worden. Sie hatte an einem Bericht über Korruption gearbeitet und die Existenz einer verborgenen Offshore-Firma aufgedeckt. Unter anderem Muscats Ex-Stabschef Keith Schembri soll in den Fall verwickelt oder zumindest ein Mitwisser gewesen sein. Er ist deswegen zurückgetreten, weist aber alle Vorwürfe zurück. (aeg/sda/reu)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Bevölkerung in Malta will Gerechtigkeit
Video: srf
15 junge Menschen klagen Kanada wegen Klimapolitik an
15 junge Menschen wollen den kanadischen Staat wegen unzureichender Klimapolitik vor Gericht bringen. Das im Land beispiellose Verfahren beginnt am Montag vor einem Bundesgericht in Vancouver.
Die Klägerinnen und Kläger sind zwischen 17 und 24 Jahre alt. Sie werfen dem Staat vor, ihre verfassungsrechtlichen Rechte auf Leben, Freiheit und Sicherheit verletzt zu haben, weil er sie nicht ausreichend vor der «existenziellen Bedrohung» durch den Klimawandel geschützt habe.
Zur Story