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Die Gewinner des Medizin-Nobelpreises: David Julius und Ardem Patapoutian

04.10.2021, 11:3904.10.2021, 14:48

Und der Nobelpreis in Physiologie oder Medizin geht 2021 an: David Julius und Ardem Patapoutian. Die beiden US-Forscher werden für ihre Entdeckungen von Temperatur- und Berührungsrezeptoren geehrt.

Ardem Patapoutian ( geboren 1967 im Libanon) ist ein libanesisch-amerikanischer Molekularbiologe und Neurowissenschaftler, der an der Scripps Research in La Jolla, Kalifornien forscht.

David Jay Julius ( geboren 1955 in New York City) ist ein US-amerikanischer Sinnesphysiologe. Er ist Professor an der University of California, San Francisco (UCSF).

Wie Nervenimpulse Temperatur und Druck wahrnehmen

Wärme, Kälte und Berührungen zu spüren ist überlebenswichtig und bildet die Grundlage, damit Menschen mit der Umwelt interagieren können. Der Amerikaner David Julius und der amerikanisch-libanesische Doppelbürger Ardem Patapoutian lüfteten das Geheimnis, wie die Nervenimpulse ausgelöst werden, um Temperatur und Druck wahrnehmen zu können.

David Julius knackte in den neunziger Jahren den Mechanismus, der dazu führt, dass Capsaicin, eine scharfe Verbindung aus Chilischoten, ein brennendes Gefühl verursacht. Gemeinsam mit seinem Team entdeckte er das Gen für die Empfindlichkeit für Capsaicin.

Ardem Patapoutian versuchte die Rezeptoren zu identifizieren, die durch mechanische Reize aktiviert werden. So entdeckte er gemeinsam mit seinem Team in Experimenten mit druckempfindlichen Zellen ein einziges Gen, dessen Ausschaltung die Zellen unempfindlich gegenüber einem Mikropipetten-Stupf machte. Patapoutian und seine Mitarbeitenden fanden so den Ionenkanal namens Piezo1, der direkt durch Druck auf die Zellmembran aktiviert wird. Später wurde ein zweites Ionenkanal-Gen - Piezo2 - entdeckt.

Im vergangenen Jahr ging der Nobelpreis für Medizin oder Physiologie an die US-Forscher Harvey J. Alter und Charles M Rice sowie den Briten Michael Houghton. Sie wurden für die Entdeckung des Hepatitis C-Virus geehrt.

Der Nobelpreis gilt als höchste Auszeichnung für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen. Pro Kategorie werden 10 Millionen Schwedische Kronen an die Preisträger ausbezahlt – das entspricht rund einer Million Schweizer Franken. Üblicherweise müssen sich zwei oder drei Preisträger, die gleichermassen zu einer Entdeckung beigetragen haben, die Summe teilen.

Offiziell geehrt werden die Preisträgerinnen und Preisträger am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters und Dynamit-Erfinders Alfred Nobel. Sie erhalten dann neben dem Preisgeld die berühmte Medaille sowie eine Nobelurkunde. (yam/sda)

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