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Mexiko

Polizei in Mexiko findet mehr als 380 gestapelte Leichen

FILE - Texas National Guard vehicles are parked at Gate 36 in El Paso, Texas, as seen from the border city of Ciudad Juarez, Mexico, on Jan. 20, 2025. (AP Photo/Christian Chavez, File)
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Ciudad Juarez grenzt an die USA und ist berüchtigt für die Drogenkriminalität.Bild: keystone

Polizei in Mexiko findet mehr als 380 gestapelte Leichen

Die mexikanische Polizei hat in einem privaten Krematorium in der Stadt Ciudad Juarez mehr als 380 gestapelte Leichen gefunden.
30.06.2025, 07:0130.06.2025, 07:01

Nach Angaben der zuständigen Staatsanwaltschaft wurden die Leichen ohne erkennbare Ordnung in verschiedenen Räumen des Gebäudes deponiert.

Vorläufig gebe es «381 Leichen, die vorschriftswidrig im Krematorium deponiert und nicht eingeäschert wurden», teilte ein Vertreter der Staatsanwaltschaft des Bundesstaates Chihuahua am Sonntag mit. Sie wurden «einfach so auf den Boden geworfen, wahllos, eine auf die andere».

Alle Leichen seien einbalsamiert worden. Anstelle von Asche hätten die Angehörigen «anderes Material» erhalten. Die Behörden schätzten, dass einige der Leichen bis zu zwei Jahre dort gelegen haben könnten.

Überlastetes forensisches System

Die Staatsanwaltschaft schrieb den Fund der «Unachtsamkeit und Verantwortungslosigkeit» der Krematoriumseigentümer zu. Sie könnten «nicht mehr aufnehmen, als sie verarbeiten können». Einer der Verwalter des Krematoriums hatte sich bereits der Staatsanwaltschaft gestellt. Ob die Leichen zu Opfern krimineller Gewalt gehörten, teilten die Behörden zunächst nicht mit.

Mexiko ist stark von organisierter Kriminalität betroffen. Kriminelle Banden liefern sich in dem Land seit Jahren brutale Kämpfe um die Vorherrschaft über den Drogenmarkt. Das Land leidet zudem unter einer Krise seines forensischen Systems – durch die hohe Zahl der zu analysierenden Leichen, den Personalmangel und Mittelbegrenzungen ist das System stark überlastet. (sda/afp)

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Jacques Moretti wurde auch in der Schweiz bereits verurteilt – die Sonntagsnews
Mängel bei den Ermittlungen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana, eine Verurteilung des Barbetreibers im 2016 und die Walliser Staatsanwaltschaft an der Kapazitätsgrenze: Das findet sich in den Sonntagszeitungen.
Akten zur Strafuntersuchung zum Brand von Crans-Montana VS haben laut der «NZZ am Sonntag» grosse Mängel bei den Ermittlungen aufgezeigt. Unter anderem seien die Smartphones der Betreiber der Bar erst acht Tage nach der Katastrophe beschlagnahmt worden, wie die Zeitung gestützt auf Ermittlungsakten schrieb. Die Staatsanwaltschaft habe die Mitglieder der Walliser Behörden zudem mit Samthandschuhen angefasst, urteilte die Zeitung. Der Sicherheitschef der Gemeinde habe zwei Tage nach dem Brand persönlich Dokumente zur Bar bei der Staatsanwaltschaft abliefern dürfen – obschon er sich in einem Interessenskonflikt befinde. Die Akten bestätigen laut der Zeitung zudem, dass die Staatsanwaltschaft offenbar die Autopsie der Opfer vergessen hatte. Die Dokumente lassen laut der «NZZ am Sonntag» weiter darauf schliessen, dass die Wohnung der Barbetreiber nicht durchsucht worden ist. Die Staatsanwaltschaft und die Anwälte der Barbetreiber nahmen demnach keine Stellung.
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