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Rammstein reagiert auf massive Vorwürfe

Rammstein reagiert auf massive Vorwürfe – und heizt Spekulationen an

Die Vorwürfe von mehreren Frauen haben nicht nur die deutsche Musikbranche in den vergangenen Tagen aufgewühlt. Jetzt nimmt die Band Rammstein Stellung – ein klares Dementi der Vorwürfe gibt es dabei erneut nicht.
04.06.2023, 04:1304.06.2023, 09:29
Ein Artikel von
t-online

Alles begann mit einer Konzertbesucherin des Rammstein-Tourauftakts in Vilnius am 22. Mai. Shelby Lynn sprach im Anschluss von Drogenmissbrauch, einem Sexangebot Till Lindemanns und veröffentlichte Bilder ihres Körpers – übersät mit Blutergüssen. Inzwischen geht die litauische Polizei den Vorwürfen nach. Medien weit über Deutschland hinaus berichteten. Weitere Recherchen im Verlauf der vergangenen Woche zeichneten das Bild eines Systems hinter der deutschen Rockband.

Sänger Till Lindemann steht im Zentrum der Vorwürfe gegen Rammstein.
Im Zentrum der Vorwürfe gegen Rammstein: Sänger Till Lindemann.Bild: www.imago-images.de

Der Tenor der Vorwürfe war immer gleich: Mädchen werden gezielt zum Zwecke von Till Lindemanns Bedürfnissen rekrutiert. Das sogenannte «Row Zero»-Konzept wirft seitdem Fragen auf. Wurden Fans mit dem Angebot, ihrem Idol nahekommen zu können, hinter die Bühne gelockt? Auch wenn sich Rammstein von den ersten Anschuldigungen Lynns distanzierte, schwiegen Lindemann und Co. in den vergangenen Tagen eisern. Auch auf Anfrage von t-online gab es keine Stellungnahme.

Das ändert sich nun. «Durch die Veröffentlichungen der letzten Tage sind in der Öffentlichkeit und vor allem bei unseren Fans, Irritationen und Fragen entstanden», heisst es in einem am Samstag auf Instagram veröffentlichten Statement. «Die Vorwürfe haben uns alle sehr getroffen und wir nehmen sie ausserordentlich ernst.»

Das ganze Statement der Band:

Weiter schreibt Rammstein dort: «Wir verurteilen jede Art von Übergriffigkeit und bitten euch: beteiligt euch nicht an öffentlichen Vorverurteilungen jeglicher Art denen gegenüber, die Anschuldigungen erhoben haben.» Man wolle aber betonen, dass die Unschuldsvermutung auf beiden Seiten gelte. Daraus zieht die Band folgenden Schluss: «Wir, die Band, haben aber auch ein Recht – nämlich ebenfalls nicht vorverurteilt zu werden.»

Beim Statement handelt es sich alles andere als um ein klares Dementi der Vorwürfe. Laut einem Bericht der deutschen Bild-Zeitung könnte dies damit zusammenhängen, dass weitere Bandmitglieder von Rammstein das Verhalten Till Lindemanns seit Jahren als problematisch ansehen. Es gebe seit längerem Anflüge von Zerwürfnissen in der Band, eine Trennung soll mehrfach diskutiert worden sein. Dem Bericht zufolge sollen sich andere Bandmitglieder, die unter anderem Familienväter sind, von Lindemanns Verhalten in den Schmutz gezogen fühlen.

Erste Konsequenzen aus den öffentlich gewordenen Vorwürfen musste Frontsänger Lindemann schon hinnehmen. Sein Verlag Kiepenhauer & Witsch beendete die Zusammenarbeit mit ihm, sprach von einem «groben Vertrauensbruch» und einem «rücksichtslosen Akt». Dabei wurde dem Musiker und Autor zum Einen die mediale Berichterstattung zum Verhängnis und zum anderen ein Pornofilm aus dem Jahr 2013, in dem Lindemann laut seines Verlags «unverrückbare Grenzen im Umgang mit Frauen» überschreite.

Derweil läuft die Tour von Rammstein weiter. Am Samstag steht ein Auftritt in der dänischen Grossstadt Odense an, kommende Woche geht es im Rahmen der «Europa Stadion Tour 2023» erstmals nach Deutschland. Zwischen dem 7. und 11. Juni treten Lindemann und seine Bandmitglieder gleich viermal im Münchner Olympiastadion auf. Die Konzerte sind restlos ausverkauft.

Verwendete Quellen:

  • instagram.com: Profil von Rammstein
  • Eigene Recherchen

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(t-online, sow/con)

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