Angriffe in Nahost lösen weltweites Flug-Chaos aus
Wegen der militärischen Eskalation im Nahen Osten kommt der Luftverkehr in grossen Teilen der Region weitgehend zum Erliegen. Zahlreiche Lufträume wurden aus Sicherheitsgründen geschlossen, Tausende Reisende sassen fest oder mussten umgeleitet werden. Nach Angaben der Plattform Flightradar24 wurden an sieben grossen Flughäfen mehr als 3'400 Flüge gestrichen – darunter in Dubai, Abu Dhabi und Doha.
Die Luftfahrtbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate kündigte eine «vorübergehende und teilweise» Sperrung des Luftraums an. In Dubai wurden alle Flüge am internationalen Flughafen DXB sowie am Al Maktoum Airport (DWC) bis auf Weiteres ausgesetzt.
Auch in anderen Teilen der Region ist der Luftverkehr stark eingeschränkt. Der Flughafen Tel Aviv bleibt voraussichtlich bis Montag gesperrt. Auch der Luftraum in Katar, Kuwait sowie in Teilen Syriens ist geschlossen. Mehrere internationale Airlines, darunter Lufthansa, British Airways und Turkish Airlines, setzten Flüge in die Region aus oder änderten ihre Routen.
Schlangen gestrandeter Reisender
Die Schliessungen sorgten weltweit für Chaos, da Tausende Passagiere in Asien und Europa strandeten. Weil die Golf-Drehkreuze den Langstreckenverkehr zwischen Europa und Asien bündeln, befinden sich Flugzeuge und Besatzungen nun an falschen Standorten, was die Flugpläne weltweit durcheinanderbringt. Laut des britischen Luftfahrtanalysten John Strickland ist es «die schiere Menge an Menschen und die Komplexität», die das Problem prägen.
Es seien nicht nur die Kundinnen und Kunden betroffen, sondern auch die überall verstreuten Besatzungen und Flugzeuge. An Flughäfen etwa in Bali, Dhaka und Kathmandu bildeten sich lange Schlangen gestrandeter Reisender.
Fluggesellschaften in Europa, Asien und dem Nahen Osten strichen Flüge oder leiteten sie um, um die gesperrten Lufträume zu umgehen. Dies verlängert die Reisezeiten und treibt die Treibstoffkosten in die Höhe. Die Situation wird dadurch verschärft, dass der russische und ukrainische Luftraum bereits gemieden wird.
Auch Kreuzfahrtschiffe betroffen
Neben dem Flugverkehr geriet auch der Schiffsverkehr in der Golfregion ins Stocken. Besonders betroffen sind derzeit Kreuzfahrtschiffe, die in den Häfen von Dubai, Abu Dhabi und Doha liegen. An Bord befinden sich mehrere Tausend Feriengäste.
Das EDA weitet seine Reisewarnungen für den Nahen Osten aus. Neu rät es auch von touristischen und nicht dringenden Reisen nach Bahrain, Jordanien, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate ab. Das teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Sonntag auf X mit. Die neuen Warnungen erfolgen nach der Eskalation der Lage nach den Angriffen der USA und Israels auf Iran in der Nacht auf Samstag.
Für den Libanon sei zusätzlich eine Ausreiseaufforderung ausgesprochen worden, für den Iran gelte seit Herbst 2022 eine Reisewarnung mit Ausreiseaufforderung. Die jeweiligen deutschen Auslandsvertretungen stünden in Kontakt mit den deutschen Staatsangehörigen vor Ort, hiess es weiter. (fwa)
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