Iran unter Druck: Dieses Militäraufgebot hat Trump geschickt
Greifen die USA bald den Iran an? Das Material dafür steht bereit. In den vergangenen Wochen hat das US-Militär seine Kapazitäten im Nahen Osten laufend ausgebaut. US-Präsident Donald Trump sprach von einer «Armada». Zu Recht: Daten des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien der Universität Tel Aviv veranschaulichen, wie umfassend das Aufgebot an Flugzeugen, Schiffen und Luftabwehrsystemen ist.
Auch in der Einzelbetrachtung sind die militärischen Mittel der USA nicht minder eindrücklich oder bedrohlich, je nach Sichtweise.
In der Luft: Grösstes Aufgebot seit Irak-Krieg
Das «Wall Sstreet Journal» schrieb kürzlich, dass die USA seit dem Irak-Krieg im Jahr 2003 nie mehr so viele Flugzeuge in den Mittleren Osten verlagert haben. Damit sei ein wochenlanger Luftkrieg gegen den Iran möglich. Im Einsatz stehen F-22- und F-35-Kampfjets, die wegen ihres Designs für bodengestützte Luftabwehr schwierig zu erkennen sind.
Zur Bekämpfung iranischer Luftabwehrgeschosse könnten die EA-18 Growler zum Zug kommen – ein Kampfflugzeug, das in der Lage ist, elektronische Störsignale zu senden. Im Fall von iranischen Gegenschlägen wären derweil die F-15E und F-16 für die Drohnenabwehr zuständig.
Von den USA aus starten würden die B2-Bomber, sollten sie zum Einsatz kommen. Dies war vergangenes Jahr der Fall, als Trump die Bombardierung der iranischen Atomanlagen befahl.
Unterstützend würden wahrscheinlich weitere Maschinen agieren, darunter das Frachtflugzeug KC-135, mit dem Kampfflugzeuge, Bomber, Helikopter und Frühwarnflugzeuge in der Luft betankt werden können.
Im Fall einer längeren Kampagne könnten grosse Transportflugzeuge wie die C-17 und C-5 zum Ausrüstungs- und Munitionsnachschub eingesetzt werden.
Zu Wasser: Zerstörer und Flugzeugträger
Auch über den Meerweg haben die USA viel schweres Gerät in Richtung Iran geschickt. Rund ein Dutzend Schiffe sind im Nahen Osten bereit, darunter neun Zerstörer, wie das «Wall Street Journal» weiter schreibt. Letztere könnten ballistische Raketen abschiessen.
Ausserdem Teil der amerikanischen Drohkulisse: zwei Flugzeugträger. Einer davon ist die USS Gerald R. Ford, die sich derzeit in Schlagdistanz des Irans begibt. Am Freitagmorgen hat der Flugzeugträger die Strasse von Gibraltar passiert, wie die BBC berichtete. Die USS Gerald R. Ford ist das weltweit grösste Schiff seiner Art, über 330 Meter lang, mehr als 100'000 Tonnen schwer und kostet rund 13 Milliarden US-Dollar. Zwei Kernreaktoren betreiben das massive Stahlschiff.
Südöstlich der Arabischen Halbinsel ist bereits die nur unwesentlich kleinere USS Abraham Lincoln in Stellung. Sie bietet ebenfalls eine Landemöglichkeit für die zahlreichen Kampfjets.
Am Boden: Luftabwehrsysteme und Basen.
In Jordanien, Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien und Katar stehen amerikanische Basen. Bei verschiedenen dieser Basen haben die USA in den vergangenen Monaten zusätzliche Luftabwehrsysteme platziert. Damit wappnen sich die amerikanischen Truppen für allfällige Vergeltungsschläge.
Die USA setzen dabei auf die sogenannten «Thaad»- und «Patriot»-Systeme. Während erstere ballistische Raketen ausserhalb der Erdatmosphäre abwehren können, sind zweitere für den Schutz vor tieferfliegenden Geschossen gut.
Für die Bedienung dieser Systeme ist viel Personal nötig. Eine «Thaad»-Batterie erfordert den Einsatz zwischen 90 und 100 Soldaten, wie es auf der Website des amerikanischen Kongresses heisst.
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