International
Naher Osten

Mit Flugzeugträger und Jets stehen US-Truppen vor Iran bereit

Die USA haben ihre Truppen für einen Angriff auf den Iran in Stellung gebracht.
Die USA haben ihre Truppen für einen Angriff auf den Iran in Stellung gebracht.Bild: EPA

Iran unter Druck: Dieses Militäraufgebot hat Trump geschickt

Donald Trump hat vor dem Iran eine riesige Drohkulisse aufziehen lassen: Flugzeugträger, Luftabwehr, Kampfjets. Ein Blick auf die Karte zeigt das Ausmass des US-Militäraufgebots.
20.02.2026, 18:1420.02.2026, 21:39
Yann Lengacher
Yann Lengacher

Greifen die USA bald den Iran an? Das Material dafür steht bereit. In den vergangenen Wochen hat das US-Militär seine Kapazitäten im Nahen Osten laufend ausgebaut. US-Präsident Donald Trump sprach von einer «Armada». Zu Recht: Daten des Instituts für Nationale Sicherheitsstudien der Universität Tel Aviv veranschaulichen, wie umfassend das Aufgebot an Flugzeugen, Schiffen und Luftabwehrsystemen ist.

Auch in der Einzelbetrachtung sind die militärischen Mittel der USA nicht minder eindrücklich oder bedrohlich, je nach Sichtweise.

In der Luft: Grösstes Aufgebot seit Irak-Krieg

Das «Wall Sstreet Journal» schrieb kürzlich, dass die USA seit dem Irak-Krieg im Jahr 2003 nie mehr so viele Flugzeuge in den Mittleren Osten verlagert haben. Damit sei ein wochenlanger Luftkrieg gegen den Iran möglich. Im Einsatz stehen F-22- und F-35-Kampfjets, die wegen ihres Designs für bodengestützte Luftabwehr schwierig zu erkennen sind.

epa10018529 A US F-35 fighter jet flies over international airport near Skopje, Republic of North Macedonia, 17 June 2022.Two F-35 fighter jets of the Vermont National Guard flew over and landed at Pe ...
Eine amerikanische F-35 bei einer Übung. Bild: EPA

Zur Bekämpfung iranischer Luftabwehrgeschosse könnten die EA-18 Growler zum Zug kommen – ein Kampfflugzeug, das in der Lage ist, elektronische Störsignale zu senden. Im Fall von iranischen Gegenschlägen wären derweil die F-15E und F-16 für die Drohnenabwehr zuständig.

Von den USA aus starten würden die B2-Bomber, sollten sie zum Einsatz kommen. Dies war vergangenes Jahr der Fall, als Trump die Bombardierung der iranischen Atomanlagen befahl.

FILE - In this Oct. 25, 2015, file photo, a U.S. Air Force B2 Spirit stealth bomber performs a flyover at the Talladega Superspeedway in Talladega, Ala.(AP Photo/Mark Almond, File)
Mideast Wars Bunker ...
Bei der Bombardierung der iranischen Atomanlagen waren die amerikanischen B2-Tarnkappenbomber rund 36 Stunden in der Luft.Bild: keystone

Unterstützend würden wahrscheinlich weitere Maschinen agieren, darunter das Frachtflugzeug KC-135, mit dem Kampfflugzeuge, Bomber, Helikopter und Frühwarnflugzeuge in der Luft betankt werden können.

Im Fall einer längeren Kampagne könnten grosse Transportflugzeuge wie die C-17 und C-5 zum Ausrüstungs- und Munitionsnachschub eingesetzt werden.

Zu Wasser: Zerstörer und Flugzeugträger

Auch über den Meerweg haben die USA viel schweres Gerät in Richtung Iran geschickt. Rund ein Dutzend Schiffe sind im Nahen Osten bereit, darunter neun Zerstörer, wie das «Wall Street Journal» weiter schreibt. Letztere könnten ballistische Raketen abschiessen.

Ausserdem Teil der amerikanischen Drohkulisse: zwei Flugzeugträger. Einer davon ist die USS Gerald R. Ford, die sich derzeit in Schlagdistanz des Irans begibt. Am Freitagmorgen hat der Flugzeugträger die Strasse von Gibraltar passiert, wie die BBC berichtete. Die USS Gerald R. Ford ist das weltweit grösste Schiff seiner Art, über 330 Meter lang, mehr als 100'000 Tonnen schwer und kostet rund 13 Milliarden US-Dollar. Zwei Kernreaktoren betreiben das massive Stahlschiff.

FILE - In this photo provided by the U.S. Navy, the USS Gerald R. Ford embarked on the first of its sea trials to test various state-of-the-art systems on its own power for the first time, April 8, 20 ...
Die Besatzung der USS Gerald R. Ford umfasst rund 4500 Personen. Bild: keystone

Südöstlich der Arabischen Halbinsel ist bereits die nur unwesentlich kleinere USS Abraham Lincoln in Stellung. Sie bietet ebenfalls eine Landemöglichkeit für die zahlreichen Kampfjets.

Am Boden: Luftabwehrsysteme und Basen.

In Jordanien, Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien und Katar stehen amerikanische Basen. Bei verschiedenen dieser Basen haben die USA in den vergangenen Monaten zusätzliche Luftabwehrsysteme platziert. Damit wappnen sich die amerikanischen Truppen für allfällige Vergeltungsschläge.

Die USA setzen dabei auf die sogenannten «Thaad»- und «Patriot»-Systeme. Während erstere ballistische Raketen ausserhalb der Erdatmosphäre abwehren können, sind zweitere für den Schutz vor tieferfliegenden Geschossen gut.

Für die Bedienung dieser Systeme ist viel Personal nötig. Eine «Thaad»-Batterie erfordert den Einsatz zwischen 90 und 100 Soldaten, wie es auf der Website des amerikanischen Kongresses heisst.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Dabei gehts bei den Ukraine-Iran-Verhandlungen
1 / 5
Dabei gehts bei den Ukraine-Iran-Verhandlungen

In Genf finden am Dienstag Verhandlungen zur Ukraine und dem Iran statt.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Unheimliche Szenen: Polizisten filmen Aufnahmeritual einer US-Studentenverbindung
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
21 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
21
Die kurze Haft des gefallenen Ex-Prinzen: Das Protokoll und wie es jetzt weitergeht
Nach ein paar Stunden in Polizeigewahrsam kam der frühere Prinz Andrew bereits wieder auf freien Fuss. Was in dieser Zeit geschah.
Am Donnerstagmorgen um 8 Uhr Ortszeit (9 Uhr in der Schweiz) tauchte die Polizei in Sandringham auf und nahm Andrew Mountbatten-Windsor in Gewahrsam. Das teilte sie um 11 Uhr Schweizer Zeit mit. Er wurde in einem Auto an einen zunächst unbekannten Ort gebracht. Mittlerweile weiss man, dass Andrew in der Aylsham Police Station in Norfolk untergebracht war. Rund eine Stunde dauerte die Fahrt von Sandringham zu dem historischen Ort nahe Norwich laut der Bild.
Zur Story