Alleine auf dem Berg gelassen – Grossglockner-Drama ist kein Einzelfall
Im Januar 2025 erfror eine junge Frau auf dem höchsten Berg Österreichs. Ihr Partner, mit dem sie unterwegs war, wurde nun wegen grob fahrlässiger Tötung verurteilt, da er seine Partnerin schutzlos und entkräftet unterhalb des Gipfels zurückliess, wo sie dann starb.
Das ist kein Einzelfall. Auf sozialen Medien schildern immer mehr Personen – meist Frauen – ähnliche Vorkommnisse: Sie und ihr Partner gehen auf eine Wanderung, biken oder boarden, er kennt sich besser aus und lässt sie alleine und entkräftet zurück.
«Alpine Divorce» wird das auf unterschiedlichen Social-Media-Kanälen genannt. Der Begriff stammt von einer Kurzgeschichte des Autors Robert Barr. 1893 erschien die Erzählung über einen unglücklich verheirateten Mann, der mit seiner Frau eine Wanderung in den Schweizer Alpen unternimmt und sie dann vom Gipfel herunterstösst.
Vorfälle sind mehr als ein «Schlussmach-Trend»
Verschiedene Userinnen und User kritisieren diesen Begriff jedoch, da es sich nicht um einen harmlosen «Schlussmach-Trend» handelt, sondern – wie der Grossglockner-Fall zeigt – um grobe Fahrlässigkeit, die mit dem Tod enden kann und entsprechend strafbar ist.
Das Erstaunen und die Anteilnahme darüber, wie viele Frauen so etwas erlebt haben, sind sehr gross. Auch über das richtige Verhalten bei Wanderungen wird viel diskutiert. Dazu gehören: regelmässig Pausen einzulegen, rechtzeitig umzukehren, genügend Energie zuzuführen und auf offiziellen Wanderwegen zu bleiben. Weitere Tipps findest du hier.
