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Frieden ist laut Uno nachhaltiger bei Beteiligung von Frauen

Frieden ist laut UNO nachhaltiger bei Beteiligung von Frauen

09.02.2026, 20:1309.02.2026, 20:13

«Frieden ist nachhaltiger, wenn nicht die Hälfte der Weltbevölkerung ausgeschlossen wird.» Das sagte die österreichische Aussenministerin Beate Meinl-Reisinger am Montag zur Eröffnung der zweitägigen Wiener Konferenz «Women as agents for Security and Peace».

epa12593507 Austrian Foreign Affairs Minister Beate Meinl-Reisinger speaks to the media during an EU Foreign Affairs Council in Brussels, Belgium, 15 December 2025. The EU foreign affairs ministers wi ...
Die österreichische Aussenministerin Beate Meinl-Reisinger.Bild: keystone

Anlass ist das 25-jährige Jubiläum der UNO-Sicherheitsratsresolution 1325 zu «Frauen, Frieden und Sicherheit». Die Resolution, die am 31. Oktober 2000 einstimmig verabschiedet wurde, ist die erste UNO-Resolution, welche die besonderen Auswirkungen von Konflikten auf Frauen hervorhebt sowie die wesentliche und aktive Rolle von Frauen in Friedensbemühungen – von Friedensverhandlungen bis zum Wiederaufbau – betont.

Die UNO-Sonderbeauftragte für sexuelle Gewalt in Konflikten, Pramila Patten, erklärte, dass die Resolution 1325 die Friedens- und Sicherheitspolitik für immer verändert habe. Sie bekräftigte, «dass kein Konflikt und keine Krise geschlechtsneutral ist und keine wirksame Reaktion geschlechtsblind sein kann».

Umkehr von Fortschritten

Dennoch «erleben wir derzeit eine Umkehrung der Fortschritte, die im Bereich der Gleichstellung der Geschlechter erzielt wurden», betonte Patten. Die UNO-Sonderbeauftragte verwies beispielhaft auf die Notlage der Frauen in Afghanistan, «deren Körper zu Gefängnissen ohne Gitterstäbe geworden sind». Es handle sich um eine bewusste «Kampagne, um Menschenrechte zurückzudrängen, die mittlerweile eigentlich unumkehrbar sein sollten».

Etwa 676 Millionen Frauen lebten derzeit in einem Umkreis von 50 Kilometern um aktive Konfliktgebiete. In den vergangenen zwei Jahren habe ihre Behörde einen Anstieg der bestätigten Fälle von konfliktbezogener sexueller Gewalt um 87 Prozent dokumentiert, wobei das Alter der Opfer zwischen einem und 75 Jahren liege.

Anstatt Fortschritte zu verteidigen, würden die Mittel für lebensrettende Programme gestrichen – Frauenorganisationen an vorderster Front, viele stünden vor der Schliessung, warnte Patten. Gleichzeitig seien die "Militärausgaben weiter in die Höhe geschnellt und haben mit 2,7 Billionen Dollar einen Rekordwert erreicht. Patriarchale Machtstrukturen investieren mehr in die Maschinerie des Krieges als in die Architektur des Friedens.

Die österreichische Aussenministerin Meinl-Reisinger stellte ebenfalls fest, dass Krisen und Konflikte besonders die Sicherheit von Frauen und Mädchen beträfen. Und dort, wo die Rechte von Frauen und Mädchen mit Füssen getreten würden, brächen leichter Konflikte und Chaos aus. (hkl/sda/apa)

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