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Österreich: Ärztin schliesst Praxis nach Mord-Drohungen von Impfskeptikern

Ärztin in Österreich schliesst Praxis nach Mord-Drohungen von Impfgegnern

30.06.2022, 04:10
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Eine österreichische Ärztin hat nach Morddrohungen gegen sie ihre Praxis geschlossen und damit viel Aufsehen erregt. Die in Oberösterreich tätige Medizinerin erklärte auf ihrer Website, dass sie seit sieben Monaten Drohschreiben «aus der Covid-Massnahmengegner- und Impfgegner-Szene» erhalte, und sich die Kosten für Sicherheitsmassnahmen nicht mehr leisten könne.

Vertreter verschiedener Parteien kritisierten die Polizei für ihren Umgang mit dem Fall. «Wir verlangen Antworten!», sagte die Sozialdemokratin Sabine Schatz am Mittwoch und kündigte eine parlamentarische Anfrage an den konservativen Innenminister Gerhard Karner an.

In einem der Drohschreiben wurde detailliert beschrieben, wie der Verfasser in die Praxis kommen könnte, um dort die Ärztin und ihre Mitarbeiter zu foltern und zu töten. Laut einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Wels wurde ein Ermittlungsverfahren gegen einen Deutschen Mitte Juni «mangels inländischer Gerichtsbarkeit» eingestellt. Die genauen Gründe für die Einstellung konnte die Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur nicht nennen.

Ein Polizeisprecher erntete Kritik von Politikern und Twitter-Nutzern, nachdem er in einem Radiointerview gesagt hatte, dass die Ärztin permanent versucht habe, «den Fall sehr, sehr dramatisch darzustellen». Derzeit sei wohl von keiner Bedrohung auszugehen. (sda/dpa)

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13 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Sani-Bär
30.06.2022 06:16registriert April 2021
Auch das kennen wir. Auch eine Antwort von der Polizei an eine Frau, die später von ihrem Ex-Ehemann getötet wurde:
Leider können wir erst eingreifen, wenn Ihr Mann tätlich gewoden ist. Vorher ist es uns vom Gesetz her nicht erlaubt.

Anderer Vorfall:
2 Angestellte eines Steueramtes, welche eine Person verbal zur "Sau" machten und eine verbale Drohung ihres Opfers erhielten, hetzten die Polizei auf das zuvor von ihnen gemobbte Opfer.
Die Polizei liess dann das "Opfer", welches zum Täter gemacht wurde, durch eine Spezial-Einheit festnehmen.

Soviel zu "wir können nichts tun" ...
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Mareko
30.06.2022 08:56registriert Juli 2020
Zurecht erzeugt dieser Fall aus Oberösterreich hohe Wellen. Es kann nicht sein, dass Ärzte (oder andere Personen in diesem Umfeld) aufs Schrecklichste bedroht werden. Auch in Zeiten des Internets hat jeder Bürger Anrecht auf den Schutz durch die staatlichen Organe, nicht nur Politiker oder andere prominente Persönlichkeiten. Es wurde sogar eine Täter-Opfer-Umkehr versucht, nicht zuletzt durch den dortigen Ärztekammerpräsidenten. Ich stehe jedenfalls solidarisch an der Seite dieser engagierten Ärztin und erwarte, dass der/die Täter ermittelt und auch entsprechend verurteilt werden.
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Achillea
30.06.2022 09:27registriert April 2021
Wieso muss man eine Ärztin bedrohen, die die Impfung anbietet? Sie wird ja wohl kaum Patienten dazu zwingen, sich impfen zu lassen...
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