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Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung Wolfgang Krach während der ZDF-Sendung «Maybrit Illner». 
screenshot: zdf

«SZ»-Chefredakteur Wolfgang Krach bei ZDF: «Whistleblower fürchtet um sein Leben»



Die «Süddeutsche Zeitung» wird ihre Quelle für die sogenannten Panama Papers «nahezu um jeden Preis» schützen. Dies sei eine der Bedingungen für die Übergabe der Daten an sein Blatt gewesen, sagte «SZ»-Chefredakteur Wolfgang Krach am Donnerstag in der ZDF-Sendung «Maybrit Illner». Hinzu komme, dass die Quelle in den zurückliegenden Tagen signalisiert habe, sie befinde sich in Lebensgefahr.

Krach betonte, er habe Verständnis für Politiker-Forderungen nach Herausgabe der Daten. Die Grundlage von investigativem Journalismus bleibe aber der Quellenschutz. «Wenn wir aufhören, unsere Informanten zu schützen, dann ist das das Ende des investigativen Journalismus. Dann gibt es keine Panama Papers 2», begründete Krach die Weigerung, die Unterlagen an die deutschen Behörden zu übergeben. 

Cameron räumt Beteiligung ein

Nach den Enthüllungen der «Panama Papers» hat der britische Premierminister David Cameron eine Beteiligung an der Briefkastenfirma seines verstorbenen Vaters eingeräumt. Er habe Anteile im Wert von rund 30'000 Pfund (40'000 Franken) am Blairmore Investment Trust besessen, sagte Cameron am Donnerstag dem Fernsehsender ITV.

Er habe die 5000 Anteile aber im Januar 2010 verkauft, sagte Cameron weiter. Das war kurz vor seiner Ernennung zum Premierminister.

Britain's Prime Minister David Cameron addresses students at Exeter University in Exeter, Britain April 7, 2016.   REUTERS/Dan Kitwood/pool

Brisantes Geschäft: David Cameron investierte in Offshore-Fonds seines Vaters.
Bild: POOL/REUTERS

Vor zwei Tagen hatte Cameron noch mitteilen lassen, dass es sich bei den Finanzgeschäften seiner Familie um eine «private Angelegenheit» handle. Britische Medien hatten zuvor berichtet, der Investmentfonds von Camerons 2010 verstorbenem Vater habe über Jahrzehnte die Zahlung von Steuern vermieden.

Das Büro des Regierungschefs erklärte dazu am Dienstag: «Damit das klar ist – der Premierminister, seine Frau und ihre Kinder profitieren nicht von irgendwelchen Briefkastenfirmen.»

Macri weist Vorwürfe zurück

Argentiniens Staatschef Mauricio Macri hat die gegen ihn in der Affäre um Briefkastenfirmen in Panama erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen. Er habe nichts «mit bösartiger Absicht» in einer eidesstattlichen Offenlegung seines Vermögens weggelassen.

Macri äusserte sich am Donnerstag in einer Fernsehansprache zu den Enthüllungen durch die sogenannten Panama Papers. «Ich bin ruhig. Ich habe mich an das Gesetz gehalten. Ich habe nichts zu verbergen», sagte der konservative Präsident.

epa05243195 (FILE) A file picture dated 23 November 2015 shows then Argentininan President-elect Mauricio Macri during a press conference in Buenos Aires, Argentina. Macri is one of the allegedly involved as millions of leaked documents published on 03 April 2016 suggest that 140 politicians and officials from around the globe, including 72 former and current world leaders, have connections with secret 'offshore' companies to escape tax scrutiny in their countries. The leak involves 11.5 million documents from one of the world's largest offshore law firms, Mossack Fonseca, based in Panama. The investigation dubbed 'The Panama Papers' was undertaken and headed by German newspaper Sueddeutsche Zeitung and Washington-based International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ), with the collaboration of reporters from more than 100 media outlets in 78 countries around the world.  EPA/DAVID FERNANDEZ *** Local Caption *** 52402654

Verteidigt sich gegen Vorwürfe der Opposition: Mauricio Macri.
Bild: DAVID FERNANDEZ/EPA/KEYSTONE

Am Freitag werde er einem Richter alle nötigen Informationen vorlegen, sagte Macri. Dann werde dieser sehen können, dass alles «korrekt» verlaufen sei. Macri hatte vor seiner Wahl im vergangenen Dezember versprochen, Korruption zu bekämpfen.

Macri kündigte bei der Gelegenheit an, er werde bis Ende seiner Amtszeit sein Privatvermögen einer Treuhandschaft übergeben. Der Staatschef hat in seiner letzten Steuererklärung 52 Millionen Pesos (5.3 Mio. Franken) angegeben.

Zuvor hatte der argentinische Staatsanwalt Federico Delgado mitgeteilt, dass er ein Ermittlungsverfahren gegen den Staatschef im Zusammenhang mit zwei Offshore-Firmen eingeleitet habe. Er wolle ermitteln, ob Macri «mit bösartiger Absicht» in einer eidesstattlichen Offenlegung seines Vermögens etwas weggelassen habe.

Am Mittwoch hatte ein Oppositionsabgeordneter mitgeteilt, er habe Macri wegen Steuerflucht angezeigt. Dabei geht es um eine mutmassliche Beteiligung des Präsidenten an zwei Offshore-Firmen namens Kagemusha und Fleg Trading, eine auf den Bahamas und eine in Panama. Nach Medienberichten wird Macri als Direktor der beiden Firmen geführt. (cma/sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • silverback 08.04.2016 08:42
    Highlight Highlight «Krach betonte, er habe Verständnis für Politiker-Forderungen nach Herausgabe der Daten. Die Grundlage von investigativem Journalismus bleibe aber der Quellenschutz.»

    Kann man die Daten nicht herausgeben ohne die Quelle zu verraten? Verstehe ich jetzt nicht ganz.
    • Mr_Specter 08.04.2016 09:24
      Highlight Highlight Genau das wollte ich auch wissen... Wahrscheinlich lassen sich Rückschlüsse aufgrund der Daten ziehen (Umfang, Speicherort, etc. )
  • Raphael Limacher 08.04.2016 06:20
    Highlight Highlight Blair im zweiten Absatz zu Cameron ist wohl ein Fehler?
    • corsin.manser 08.04.2016 06:25
      Highlight Highlight Jep, danke für den Hinweis!
  • pamayer 08.04.2016 06:04
    Highlight Highlight dass die whistleblowers um ihr leben fürchten müssen ist auch ausserhalb der türkei, russland oder saudi arabien eine realität...

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