International
Papst

Papstberater: Erzbischof Scicluna plädiert für Ende des Pflichtzölibats

«Wenn es nach mir ginge» – Papstberater plädiert für Ende des Pflichtzölibats

07.01.2024, 21:0008.01.2024, 09:51
Mehr «International»

Der Erzbischof von Malta, Charles Scicluna, hat sich für ein Ende der strikten Zölibat-Regel in der katholischen Kirche ausgesprochen. Der 64-Jährige, der auch zum Kreis der Berater von Papst Franziskus gehört, plädierte in der Zeitung «Times of Malta» (Sonntag) dafür, dass Priester heiraten dürfen. «Wenn es nach mir ginge, würde ich die Regeln ändern, dass ein Priester im Zölibat leben muss», sagte Scicluna. «Warum sollen wir einen jungen Mann verlieren, aus dem ein guter Priester geworden wäre, nur weil er heiraten will?»

Scicluna ist auf der Mittelmeerinsel Malta Vorsitzender der Bischofskonferenz und seit 2018 auch beigeordneter Sekretär im vatikanischen Amt für Glaubenslehre, eine der wichtigsten Behörden im Kirchenstaat. Dort ist er mit dem Skandal um sexuellen Missbrauch durch katholische Priester in verschiedenen Weltregionen befasst.

Der Erzbischof verwies in dem Interview darauf, dass in der katholischen Kirche bis zum 12. Jahrhundert Priestern die Heirat erlaubt gewesen sei. Der Vatikan besteht aber auch unter Papst Franziskus darauf, dass Priester streng nach dem Zölibat leben. Damit sind Ehelosigkeit und sexuelle Enthaltsamkeit gemeint.

Franziskus hat aber auch schon erkennen lassen, dass er sich grundsätzlich vorstellen kann, den Pflichtzölibat aufzuheben. Vergangenes Jahr verwies er in einem Interview darauf, dass in der katholischen Ostkirche verheiratete Männer als Priester erlaubt sind. «Es liegt kein Widerspruch darin, dass ein Priester heiraten kann», sagte der gebürtige Argentinier. Vor allem in Europa gibt es innerhalb der Kirche Reformbewegungen, die den Pflichtzölibat für veraltet halten. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Vom Winde verweht: Der Papst wird Opfer eines Photoshop-Battles
1 / 30
Vom Winde verweht: Der Papst wird Opfer eines Photoshop-Battles
Als letzte Station seiner 6-tägigen Amerikareise besuchte Papst Franziskus im September 2015 die US- amerikanische Grossstadt Philadelphia im Bundesstaat Pennsylvania.
quelle: epa/reuters pool / tony gentile / pool
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Papst Benedikt XVI. ist gestorben
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
23 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Ecoliat
07.01.2024 21:34registriert Oktober 2016
Schon krass, dass man im Jahr 2024 in den News lesen kann, dass es sich eine bedeutsame Institution überlegt, sich neu nicht mehr ins Privatleben ihrer Angestellten einzumischen 🤯...
524
Melden
Zum Kommentar
avatar
Oberschnuri
07.01.2024 21:46registriert September 2020
Die erlaubte Heirat hilft nichts gegen die unterschiedlichen Vorlieben dieser Herren.
Ist das ein Ablenkmanöver?
1. Die Kirche muss den normalen staatlichen Gerichten unterstellt werden.
2. Die aktuell bekannten Vergehen müssen gerichtlich geandet werden.
449
Melden
Zum Kommentar
23
Zweite Amtszeit für Ursula von der Leyen oder nicht?

Gut eine Woche nach der Europawahl zeichnet sich eine Einigung auf eine zweite Amtszeit von Ursula von der Leyen als EU-Kommissionspräsidentin ab. Am Rande eines informellen EU-Gipfels am Montag in Brüssel sprachen sich etliche Regierungschefs für die Deutsche aus. Sie wollten eine Verständigung über die zukünftige Besetzung von Spitzenposten erzielen. Bei einem EU-Gipfel kommende Woche stehen dann die endgültigen Entscheidungen an.

Zur Story