International
Russland

Polen erwartet «klares Signal» von Deutschland in Ukraine-Krise

Polen erwartet «klares Signal» von Deutschland in Ukraine-Krise

26.01.2022, 02:2326.01.2022, 02:23

Der polnische Vizeaussenminister Szymon Szynkowski vel Sęk hat Zweifel an der Verlässlichkeit Deutschlands in der Ukraine-Krise geäussert. «In Polen und in anderen osteuropäischen Ländern fragen sich viele, welches Spiel Deutschland im Ukraine-Konflikt eigentlich spielt», sagte er der Deutschen Presse-Agentur während eines Besuchs in Berlin. Es gebe Zweifel, ob man auf Deutschland zählen könne. «Ich würde mir wünschen, dass sich diese Zweifel nicht verstärken, sondern abgebaut werden. Wir brauchen da klare Signale von Deutschland.»

epa09307661 Polish Foreign Minister Zbigniew Rau (R) and Deputy Minister Szymon Szynkowski vel Sek (L) during the Visegrad Group and Western Balkans foreign ministers meeting in Rogalin, western Polan ...
Szymon Szynkowski vel Sęk.Bild: keystone

Konkret forderte der Vizeaussenminister von der Bundesregierung ein klares Nein zur Inbetriebnahme der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 und eine schnelle Genehmigung der Lieferung von Haubitzen aus früheren DDR-Beständen aus Estland in die Ukraine. «Wir befinden uns in einer speziellen Situation. Und in einer speziellen Situation sollte man auch zu speziellen Mitteln greifen», sagte er zur deutschen Absage an Waffenlieferungen in die Ukraine. «Und deswegen erwarten wir starke Worte und starke Taten der deutschen Regierung und nicht eine Vernebelung der Tatsachen.»

Die Bundesregierung prüft eine von Estland beantragte Genehmigung für eine Waffenlieferung an die Ukraine. Diese ist erforderlich, weil die Haubitzen aus DDR-Altbeständen mit Auflagen zunächst an Finnland verkauft und dann später von dort an Estland gegeben worden waren.

Die Ukraine fordert von Deutschland darüber hinaus Waffenlieferungen zur Verteidigung gegen einen möglichen russischen Angriff in grossem Stil, unter anderem Kriegsschiffe und Luftabwehrsysteme. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Aussenministerin Annalena Baerbock (Grüne) haben der Lieferung letaler, also tödlicher Waffen, eine klare Absage erteilt. (saw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Andere Bilder aus der Ukraine: Lebensfreude statt Gewalt und Zerstörung
1 / 15
Andere Bilder aus der Ukraine: Lebensfreude statt Gewalt und Zerstörung
Für einmal erreichen uns aus der Ukraine nicht Bilder von Gewalt und Zerstörung, sondern Bilder der Lebensfreude.
quelle: epa/epa / sergey dolzhenko
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
US-Vize JD Vance versprüht auf dem Bürgenstock Optimismus – dann funkt Trump dazwischen
Hoch über dem Vierwaldstättersee haben sich am Sonntag hochrangige Vertreter des Irans und der USA getroffen. Eine Drohung des US-Präsidenten Donald Trump führte zu einer unübersichtlichen Lage.
Nach dem geplatzten Treffen vom Freitag ist der Bürgenstock im Kanton Nidwalden doch noch zum Epizentrum der Weltdiplomatie avanciert. Himmlische Vorboten liessen es erahnen. Am Samstag flogen immer wieder Helikopter durch die Innerschweizer Lüfte, am Sonntagmorgen das gleiche Bild. Delegationen aus den USA, dem Iran sowie den Vermittlerstaaten Pakistan und Katar trafen nach und nach auf dem auf 874 Metern über Meer gelegenen Bürgenstock-Resort ein. Der bekannteste Teilnehmer an den Gesprächen, US-Vizepräsident JD Vance, war frühmorgens in Begleitung seiner Ehefrau Usha beim Militärflugzeugplatz in Emmen LU gelandet. Von dort ging es mit einem Autokonvoi auf den Bürgenstock, einem beliebten Ausflugsziel der Region.
Zur Story