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Russland

Niederlande: Russland-Bedrohung führt zu Aufruf für Bargeld-Hortung

Angst vor Putin: Bürger der Niederlande sollen Bargeld horten

Erst Norwegen, dann Schweden und nun die Niederlande: Aufgrund von «zunehmenden geopolitischen Spannungen» wird den Bürgern empfohlen, Bargeld parat zu halten.
18.12.2024, 16:01
Ellen Ivits / t-online
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t-online

Angesichts des andauernden Kriegs zwischen Russland und der Ukraine wächst in Europa die Angst vor einer Eskalation. Nun haben die ersten europäischen Länder ihre Bürger dazu aufgerufen, Bargeld für Notsituationen bereitzulegen.

Der niederländische Bankenverband (NVB) hat der Bevölkerung empfohlen, Bargeld zu Hause zu lagern. «Zunehmende geopolitische Spannungen weltweit» seien der Grund für diese Empfehlung, erklärte ein Sprecher der NVB.

Die niederländischen Banken haben erstmals den Rat gegeben, Bargeldreserven anzulegen. Wie die «NL Times» berichtet, wird diese Empfehlung von weiteren Organisationen unterstützt, mit denen sich die NVB nach den Feiertagen erneut abstimmen will. Ein Sprecher der NVB betonte, dass die Banken auf Cyberangriffe «sehr gut vorbereitet» seien und die Ersparnisse der Kunden jederzeit sicher seien. Dennoch wird geraten, für den Fall von Problemen mit der Zahlungsinfrastruktur Bargeld bereitzuhalten.

«Wenn Russland uns angreifen will, werden sie unser Stromnetz oder unsere Wasserversorgung angreifen»

Der niederländische Verteidigungsminister Ruben Brekelmans hat ebenfalls empfohlen, eine Reserve an Bargeld aufzubewahren. Dem öffentlichen-rechtlichen Sender WNL sagte er, dass sich «die Niederlande aufgrund der Bedrohung durch Russland auf alle möglichen Kriegsszenarien vorbereiten» sollten. «Wenn Russland uns angreifen will, werden sie unser Stromnetz oder unsere Wasserversorgung angreifen», betonte der 38-Jährige von der Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD). Zwar sollte niemand in Panik geraten, es sei jedoch möglich, dass Internet, Strom und Wasser ausfallen könnten. Zudem müssten sich die Niederländer darauf gefasst machen, dass der Zahlungsverkehr eine Zeit lang nicht funktionieren wird.

Schweden und Norwegen raten zu Bargeld für Notfälle

Die Niederlande sind nicht die Ersten, die ihre Bürger mit Bargeld versorgt wissen wollen. In Schweden wurden bereits im November Broschüren verteilt, die über das korrekte Verhalten «im Fall von Krisen und Kriegen» informierten. Darin war auch der Hinweis enthalten, «genügend Bargeld für mindestens eine Woche, vorzugsweise in verschiedenen Stückelungen» zur Hand zu haben. Auch im Falle einer Evakuierung wird empfohlen, ausreichend Bargeld mitzunehmen.

Die norwegische Regierung warnte bereits im Frühjahr: «Sich ausschliesslich auf digitale Zahlungslösungen zu verlassen, erhöht die Verwundbarkeit der Gesellschaft und kann wichtige gesellschaftliche Funktionen stören.» Länger andauernde Stromausfälle, Systemausfälle oder digitale Angriffe könnten den Ausfall der digitalen Zahlungssysteme zur Folge haben.

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47 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chalbsbratwurst
18.12.2024 17:16registriert Juli 2020
"Wie die «NL Times» berichtet, wird diese Empfehlung von weiteren Organisationen unterstützt"

Ja z.Bsp. von den rumänischen Diebesbanden.
Die haben schon länger gehofft das die Leute endlich wieder mehr Bargeld zuhause haben ;-)

Spass bei Seite:
Wie bezahlt man bei einem Stromausfall mit Bargeld wenn die Preisschilder und die Kassen digital sind und keine Preise mehr an den Produkten stehen? Feilschen?
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