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Estland schliesst vorübergehend Grenzübergang zu Russland in Narva

Estland schliesst vorübergehend Grenzübergang zu Russland in Narva

21.06.2024, 21:54
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FILE - Men fish near the fortresses of Narva, left, in Estonia, and Ivangorod, right, in Russia, on Wednesday, May 24, 2023. The EU foreign policy chief Josep Borrell says the removal of 25 Estonian b ...
Estland auf der linken Seite des Ufers und Russland auf der rechten Seite. Das ist Narva.Bild: keystone

Estlands wird den Grenzübergang nach Russland in Narva aus Sicherheitsgründen über das Wochenende vorübergehend schliessen. Die Polizei- und Grenzschutzbehörde des baltischen EU- und Nato-Landes begründete den Schritt mit deutlich verlangsamten Grenzkontrollen auf russischer Seite. Dadurch mussten den Angaben zufolge Grenzgänger am Donnerstag und Freitag stundenlang auf die Möglichkeit warten, die Grenze überqueren zu können. Um eine Gefährdung der Gesundheit der Menschen und der öffentlichen Ordnung zu vermeiden, bleibe der Übergang am Samstag und Sonntag dicht, teilte die Behörde am Freitag mit. Andere Übergänge seien davon nicht betroffen, auch Einreisen nach Estland seien weiter möglich.

Nach estnischen Angaben hatten sich aufgrund der langsamen Kontrollen am Donnerstag erstmals lange Warteschlangen in Narva gebildet. Bilder im Internet zeigten Hunderte Menschen, die teils mit Gepäck an der nachts geschlossenen Grenze ausharrten. Die Stadtverwaltung hat mobile Toiletten aufgestellt und Wasserflaschen verteilt. Weil es keine Anzeichen dafür gebe, dass Russland die Grenzkontrollen in naher Zukunft verbessern werde, sei im Interesse der lokalen Bevölkerung und des Wohlergehens der Grenzgänger beschlossen worden, den Grenzübergang zu schliessen, hiess es in der Mitteilung.

Innenminister Lauri Läänemets sagte, es gebe keine genauen Informationen darüber, warum der russische Grenzschutz gegenwärtig sehr langsam agiere. Estnische Medien spekulierten, dass der Zwischenfall mit den in Narva geplanten Feierlichkeiten und einer Parade von Militärangehörigen zum estnischen Tag des Sieges gegen die Rote Armee 1919 am 23. Juni zusammenhänge. Sie veröffentlichten auch Bilder von einem russischen Ballon, der offenbar die Menschenmassen auf der estnischen Seite der Grenze beobachten soll. (sda/dpa/lyn)

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8 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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bitzliz'alt
21.06.2024 23:34registriert Dezember 2020
Estland kennt aufgrund seiner Erfahrungen Russland und seine wahren Absichten sehr gut ... Auch sind Estlandrussen (sofern noch mit russischer Staatsbürgerschaft!) sehr darauf aus, als Esten in Estland eingebürgert zu werden. Estland ist klein, nicht mal 1,4 Mio Einw. eine Demokratie; EU- und NATO-Miglied. Estland ist der schlagende Beweis, dass es ohne Korruption, krimineller Staatsführung und Unterdrückung funktioniert und gleichzeitig ein Rechtsstaat ist: all das, wovon die Russen nur träumen können und der liebe Putin Estland am liebsten einsacken will...
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The Guitar Player
22.06.2024 03:12registriert Oktober 2023
Der kleine Möchtegern-Zar sollte sich ein Beispiel bei den baltischen Staaten nehmen. Aber was tut er? Die Diktatur nach faschistischem Muster in der Welt fördern, und wenn möglich auch über seine Landesgrenzen exportieren. Die Balten kennen die russische imperialistische Seele viel zu gut und verständlicherweise gehen sie auf Distanz von Russland.
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