Bericht: Nierenversagen bei Tschetschenen-Chef Kadyrow – Kreml soll Nachfolger suchen
Um den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow ist es in den vergangenen Monaten ruhig geworden. Schon lange wird berichtet, der Putin-Vertraute leide an einer Bauchspeicheldrüsen-Erkrankung. Im letzten Mai soll er deswegen bei Wladimir Putin um seinen Rücktritt gebeten haben.
Nun soll sich der Zustand Kadyrows weiter verschlechtert haben. Ukrainische Medien berichten, dass der Tschetschene ein Nierenversagen erlitten haben soll. Er werde mit Dialyse behandelt – ein medizinisches Verfahren, um die Nierenfunktion zu ersetzen und das Blut zu reinigen. Kadyrow soll in einem Spital in Tschetschenien liegen, wo er derzeit von Familienmitgliedern besucht werden soll. Die ukrainischen Medien stützen sich dabei auf Quellen aus dem ukrainischen Geheimdienst HUR.
Wie es in den Berichten weiter heisst, soll der Kreml deshalb dabei sein, die Nachfolge Kadyrows zu regeln. Zu den Kandidaten gehören offenbar unter anderem Kadyrows 20-jähriger Sohn Achmat sowie Magomed Daudow, derzeit Premierminister von Tschetschenien, und Apti Alaudinow, Generalmajor und Anführer der Spezialeinheit Achmat.
Tschetschenien ist zwar eine autonome Republik mit eigener Verwaltung, aber Teil der Russischen Föderation. Kadyrow gilt als enger Vertrauter von Wladimir Putin und schickte etwa tschetschenische Truppen an die Ukraine-Front. Dadurch werden er und seine Verbündeten innerhalb Tschetscheniens vom Kreml gestärkt. Innerhalb der Region hat Kadyrow somit viele Freiheiten.
Dem 50-Jährigen werden schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Dazu gehören aussergerichtliche Tötungen und Folter seiner Gegner sowie mutmasslich homosexueller Männer. (dab)
