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Russland

Russische Soldaten fliehen angeblich aus Angst vor Ukraine-Einsatz

Fahnenflüchtigen sollen bis zu zehn Jahre Haft drohen.
Fahnenflüchtigen sollen bis zu zehn Jahre Haft drohen.Bild: IVAN BOBERSKYY/EPA/KEYSTONE

Russische Soldaten fliehen angeblich aus Angst vor Ukraine-Einsatz

11.07.2015, 22:2811.07.2015, 22:31

Aus Furcht vor einem Einsatz in der Ostukraine sind einem Medienbericht und einer Anwältin zufolge dutzende russische Soldaten von einem Militärgelände im Süden des Landes geflohen. Wie das Portal Gazeta.ru am Samstag berichtete, verliessen die Soldaten, die sich freiwillig zur Armee gemeldet hätten und nicht wehrpflichtig seien, ohne Erlaubnis das Gelände in der Region Rostow.

Dort seien sie zuvor unter Druck gesetzt worden, als «Freiwillige» in der Ukraine zu kämpfen. Vielen der Flüchtigen drohten nun juristische Konsequenzen.

Bis zu zehn Jahre Haft wegen Fahnenflucht

Der Westen und die ukrainische Regierung werfen Russland vor, die prorussischen Rebellen im Osten der Ukraine mit Waffen und Soldaten zu unterstützen. Moskau bestreitet dies jedoch und beharrt darauf, dass sich lediglich «Freiwillige» aus Russland den Aufständischen anschlössen.

Gazeta.ru berichtete nun unter Berufung auf die Mütter zweier flüchtiger Soldaten aus dem Nordkaukasus, deren Söhne hätten sich aus Angst vor einer Entsendung in die Ostukraine abgesetzt. Eine der Mütter sagte demnach, ihrem Sohn drohten wegen Fahnenflucht bis zu zehn Jahre Haft.

Das Portal veröffentlichte auch eine handschriftliche Stellungnahme eines flüchtigen Soldaten an ein Militärtribunal. Darin hiess es: «Ich wollte den Eid, den ich geschworen habe, nicht verletzen und mich nicht an militärischen Operationen in der Ukraine beteiligen.»

Dutzende betroffen

Der Radiosender Moskauer Echo berichtete unter Berufung auf das russische Verteidigungsministerium, gegen lediglich vier der in dem Gazeta.ru-Bericht genannten Soldaten seien Verfahren wegen «disziplinarischer Vergehen» eröffnet worden. Weitere Soldaten seien nicht betroffen.

Eine Anwältin, die fünf flüchtige Soldaten vertritt, widersprach dem jedoch. «Dutzenden» Soldaten drohten juristische Verfahren, sagte Tatjana Tschernezkaja der Nachrichtenagentur AFP. Es sei starker Druck auf sie ausgeübt worden, in die Ukraine zu gehen. Zudem seien ihnen umgerechnet gut 140 Euro pro Tag angeboten worden.

(sda/afp)

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