International
Russland

«Admiral Kusnezow»: Russlands Flugzeugträger ist offenbar ein Wrack

Russlands einziger Flugzeugträger ist offenbar ein Wrack

Der einzige russische Flugzeugträger befindet sich offenbar in einem kritischen Zustand. Der neueste Zwischenfall reiht sich ein in eine Serie an Pannen.
24.01.2023, 18:1224.01.2023, 19:36
San Francisco: Warum qualmte es über Russlands Konsulat?
Sie verwenden dasselbe Öl wie beim Flugzeugträger Admiral Kusnezow.
War auch schon frischer: Die «Admiral Kusnezow»Bild: comments://585294944/949789
Ein Artikel von
t-online

Die «Admiral Kusnezow», Russlands einziger Flugzeugträger, liegt offenbar auf dem Trockenen. Das Kriegsschiff befindet sich seit 2017 für Wartungsarbeiten in der Werft von Murmansk in Nordrussland und hätte laut russischen Staatsmedien bis zum Sommer 2024 repariert werden sollen. Gemäss ukrainischen Angaben sieht es nun allerdings so aus, als könne das Schiff in absehbarer Zeit nicht aus dem Hafen auslaufen.

Unabhängig überprüfen lässt sich das derzeit nicht, von russischer Seite gibt es keine Bestätigung.

Ukraine berichtet von großen Problemen

Wie der ukrainische Militärnachrichtendienst HUR über Telegram mitteilt, sollte die «Admiral Kusnezow» eigentlich für Reparaturarbeiten in ein neues Dock verlegt werden. Bei den Vorbereitungen für den Umzug habe sich dann gezeigt, dass der Flugzeugträger nicht fahrtüchtig sei.

Demnach wurde versucht, das Schiff mithilfe von Schleppern zu bewegen. Dies habe sich aufgrund des kritischen Zustands des Rumpfes jedoch als unmöglich erwiesen. Schiffsreparaturspezialisten haben laut ukrainischen Angaben davor gewarnt, dass die «Admiral Kusnezow» beim Versuch, das Schiff zu Wasser zu lassen, mit hoher Wahrscheinlichkeit umkippen und sinken würde.

Daraufhin hätten Taucherteams den Schiffsrumpf untersucht und festgestellt, dass die Metallstrukturen unterhalb des dritten Decks korrodiert waren. Zudem seien die Laderäume vollständig mit schlammigem Wasser gefüllt, sodass es unmöglich sei, das Schiff genauer von innen zu untersuchen.

Gegenseitige Schuldzuweisungen

Gemäss ukrainischem Militärnachrichtendienst schieben sich die Beamten der Werft und das Flottenmanagement gegenseitig die Verantwortung für die aktuelle Situation zu. In dem Chaos sei es nicht möglich, nachzuvollziehen, wer die Entscheidung getroffen habe, das Schiff zu verlegen, hiess es.

FILE - This 2004 file photo shows the Admiral Kuznetsov aircraft carrier in the Barents Sea, Russia. A Russian official says one person is missing and four have been injured in an accident that damage ...
Bild: AP/AP

Offenbar hat das Flottenkommando gegen die Leitung des Werks Strafen in Höhe von eineinhalb Milliarden Rubel verhängt, weil die Reparaturfristen nicht eingehalten und der Vertrag nicht erfüllt wurde. Das Management der Werft wiederum habe in einem Schreiben erklärt, dass die Werft keine Schuld an dem beklagenswerten Zustand des Schiffes trage. Unabhängig überprüfen lassen sich die ukrainischen Angaben über den derzeitigen Zustand des Schiffs nicht.

Die «Admiral Kusnezow» ist 1991 vom Stapel gelaufen. 2017 sollte der Flugzeugträger repariert und völlig modernisiert werden. Seither liegt er in Murmansk auf der Werft. 2018 schlug das Schiff bei dem Untergang eines Schwimmdocks leck. Ein Jahr später geriet die «Admiral Kusnezow» in Brand. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben, 14 wurden verletzt. Die Reparaturarbeiten haben sich seither hingezogen. Eigentlich sollte das Kriegsschiff bereits 2021 wieder in See stechen.

(dpa, t-online)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So sieht der neue «McDonald's» in Russland aus
1 / 10
So sieht der neue «McDonald's» in Russland aus
Menschen stehen im ehemaliges McDonald's-Restaurant in Moskau, an, um ihre Bestellung aufzugeben.
quelle: keystone / maxim shipenkov
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Im Staatsfernsehen: Russischer Journalist stellt unangenehme Fragen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Fast 1600 Ansteckungen mit West-Nil-Virus in der EU registriert
Seit dem Frühjahr sind in der Europäischen Union deutlich mehr als 1500 West-Nil-Fälle registriert worden, bei denen die Menschen sich im eigenen Land angesteckt haben – also nicht auf Auslandsreisen. Besonders betroffen ist dabei Italien.
Zur Story