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This still taken from CCTV and issued by the Metropolitan Police in London on Wednesday Sept. 5, 2018, shows Ruslan Boshirov and Alexander Petrov on Fisherton Road, Salisbury, England on March 4, 2018. British prosecutors have charged two Russian men, Alexander Petrov and Ruslan Boshirov, with the nerve agent poisoning of ex-spy Sergei Skripal and his daughter Yulia in the English city of Salisbury. They are charged in absentia with conspiracy to murder, attempted murder and use of the nerve agent Novichok. (Metropolitan Police via AP)

Die beiden Verdächtigen in Salisbury, aufgenommen am Tag des Attentats. Bild: AP/Metropolitan Police

Die Russen präsentieren die Skripal-Attentäter – als unschuldige Touristen

Die beiden Verdächtigen im Skripal-Fall sind aufgetaucht. In einem Interview mit der «Russia Today»-Chefredaktorin erklären sie, dass sie nur gewöhnliche Touristen seien. Man wird den Verdacht nicht los, dass das Ganze inszeniert ist.



Ein halbes Jahr nach dem Attentat auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia hat die britische Polizei vergangenen Mittwoch zwei Verdächtige benannt: Es handelt sich demnach um Russen, die Pässe auf die Namen Alexander Petrow und Ruslan Boschirow nutzten.

epa06998302 An undated combo handout photo made available by the British London Metropolitan Police (MPS) showing Alexander Petrov (R) and Ruslan Boshirov (L). The MPS reported on 05 September 2018 that they have charged two suspects – both Russian nationals, Alexander Petrov and Ruslan Boshirov, - in relation to the attack on Sergei Skripal and his daughter Yulia who were found unconscious on a bench in Salisbury city centre southern England, on 04 March 2018, after being poisoned by a Novichok nerve agent. The MPS state that, 'We now have sufficient evidence to bring charges in relation to the attack on Sergei and Yulia Skripal in Salisbury and domestic and European arrest warrants have been issued for the two suspects. We are also seeking to circulate Interpol Red Notices.'  EPA/LONDON METROPOLITAN POLICE / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die Verdächtigen Ruslan Boschirow (l.) und Alexander Petrow (r.). Bild: EPA/LONDON METROPOLITAN POLICE

Gut eine Woche nachdem die beiden Verdächtigen öffentlich zur Fahndung ausgeschrieben wurden, meldete sich nun der russische Präsident Wladimir Putin am Mittwoch zu Wort. Er hoffe, dass sich die beiden bald melden würden.

Putin hofft, dass sich die beiden melden

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Video: YouTube/RT Deutsch

Mit einem Lächeln im Gesicht sagte Putin, die beiden seien natürlich Zivilisten und man hoffe, dass sie ihre Geschichte erzählen könnten. Und siehe da:

Kaum einen Tag später meldeten sich Petrow und Boschirow angeblich von sich aus beim staatlichen russischen TV-Sender RT, um das Missverständnis aus dem Weg zu räumen. 

Übersetzte Auszüge aus dem Interview

Die beiden wirken ziemlich gestresst und nervös. Die Moderatorin spricht sie darauf an. Petrow fragt zurück:

«Wie würden Sie reagieren? Unser Leben wurde auf den Kopf gestellt, wir können uns kaum noch in der Öffentlichkeit zeigen, weil wir Angst haben.»

Auf die Frage, was die beiden denn in Salisbury gemacht hätten, antworten sie, dass ihnen Salisbury von Freunden empfohlen wurde. Simonjan fragt ungläubig nach: «Salisbury?» Nach einer Pause antwortet dann Boschirow wie auswendig gelernt:

«Da ist diese Salisbury-Kathedrale, die in der ganzen Welt berühmt ist. Sie ist für ihren 123 Meter hohen Turm berühmt.»

Doch die beiden Russen verstricken sich in Widersprüchen. Sie seien nur eine halbe Stunde in Salisbury gewesen, gaben sie zu Protokoll.

Das Wetter sei schlecht gewesen – zu viel Schnee – und darum nahmen sie stattdessen wieder den Zug zurück nach London. Vielleicht sei man auch am Haus von Sergej Skripal vorbeigekommen.

Dumm nur, dass an jenem Tag gar kein Schnee auf den Strassen von Salisbury lag – jedenfalls nicht auf den publizierten Aufnahmen. Dumm ebenfalls, dass das Haus Skripals in der entgegengesetzten Richtung von der Kathedrale lag.

Anscheinend widerspricht sich jedoch das Statement der beiden

Der britische Autor, Historiker und Journalist Guy Walters weist auf diese Widersprüche hin.

Nach dieser PR-Offensive der Russen ist man sich nun in England im Klaren darüber, dass die russische Regierung nicht an einer transparenten Aufklärung des Attentats interessiert ist. (jaw)

Russland ist «höchstwahrscheinlich» verantwortlich, sagt May:

Video: srf

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