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Iran-Krieg: Luftraum-Sperren in Nahost, Tausende Flüge gestrichen

Aktuelle Flugradar 2. März 2026 10.40 Uhr, Montagvormittag, Luftraum im Nahen Osten stark eingeschränkt, wegen Krieg im Iran
Stand, Montagmorgen, 2. MärzBild: screenshot flightradar24.com

Flugchaos wegen Iran-Krieg: Tausende Flüge gestrichen – die Folgen für die Schweiz

Mehrere tausend Schweizer befinden sich derzeit in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Kriegsausbruch im Iran hat Folgen für sie und Schweizer Firmen wie die Swiss und MSC.
02.03.2026, 11:1802.03.2026, 11:36
Benjamin Weinmann

Der Iran-Krieg hat grosse Folgen für die weltweite Tourismusbranche. Wie die Bank Vontobel mit Verweis auf Luftfahrtexperten schreibt, wurden am Wochenende in der Region rund 3000 Flüge gestrichen. Denn mehrere Länder wie Iran, Irak, Syrien, Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate haben zumindest teilweise ihren Luftraum gesperrt. So sind derzeit unter anderem ein A380-Flugzeug von Emirates und ein A350-Flugzeug von Qatar am Flughafen Zürich gegroundet.

Seit Sonntagnachmittag rät das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten von allen touristischen und nicht dringenden Reisen in die Golfstaaten ab.

Bis am kommenden Samstag hat die Swiss all ihre Flüge in die israelische Metropole Tel Aviv gestoppt. Betroffen sind 14 Flüge. Vorerst bis und mit Mittwoch fliegt die Lufthansa-Tochter auch nicht nach Dubai, wie sie am Sonntag bekannt gab. Betroffene Fluggäste könnten kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umbuchen oder würden alternativ den vollständigen Ticketpreis zurückerhalten, schreibt die Airline.

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So sah der Flugradar vor einer Woche, am Montag, 23. Februar aus.

Weitere Absagen könnten folgen

Wie die Swiss gegenüber Medien betonte, beobachte die Airline die Lage aufmerksam, werte fortlaufend sämtliche verfügbare Informationen aus und stehe mit den Behörden in der Schweiz und vor Ort im Kontakt. Sprich: Gut möglich, dass die Flugstreichungen je nach Entwicklung des Kriegs verlängert werden.

Für Reisende, die derzeit in Dubai feststecken und nicht heimfliegen können, übernimmt die Swiss die Kosten für notwendige Hotelübernachtungen, Verpflegung, Taxifahrten und allfällige weitere Betreuungsleistungen, wie eine Sprecherin gegenüber «20 Minuten» sagt. Wenn die Fluggesellschaft nicht zahlt, übernimmt die Reise-Versicherung Hotelkosten sowie Kosten für Umbuchungen oder alternative Flugrouten, heisst es derweil beim TCS. Die Versicherung übernehme zudem medizinische Kosten für Spitalaufenthalte und Verletzungen, die indirekt durch die Krise verursacht wurden, wie zum Beispiel Panikattacken.

Die Vereinigten Arabischen Emirate gaben zudem bekannt, dass auch sie für die Unterkunftskosten von gestrandeten Touristen aufkommen würden. Von den Flugstreichungen waren gemäss Angaben vom Sonntagnachmittag rund 20'000 Passagiere vor Ort betroffen.

Kerosinpreis dürfte steigen

Am Sonntag hiess es auf Nachfrage beim EDA, dass auf der Reise-App des Bundes Travel Admin knapp 2300 Personen registriert seien, die sich in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufhielten. Im Auslandschweizerregister sind rund 5200 Personen angemeldet.

Das EDA hatte am Sonntag «keine Kenntnis von verletzten oder getöteten Schweizer Staatsangehörigen». Die Helpline EDA habe seit Ausbruch der Ereignisse über 1000 Anfragen bearbeitet. Die Kapazitäten der Helpline seien erhöht worden, aufgrund der ausserordentlichen Lage könne es dennoch zu Wartezeiten kommen.

Betroffen ist auch das Genfer Kreuzfahrtunternehmen MSC Cruises. Eine bevorstehende Kreuzfahrtreise musste abgesagt werden. Die MSC Euribia hätte am Sonntag ab Doha in Katar in See stechen sollen. Doch aus Sicherheitsgründen blieb es im Hafen von Dubai.

«Neben den direkten Auswirkungen auf Umsätze in der Region und Passagierzahlen besteht das Risiko, dass stornierte und umgeleitete Flüge die globalen Tourismusströme beeinträchtigen», schreibt Vontobel-Analyst Manuel Lang in einem Kommentar am Montagmorgen. Denn: Dubai, der Oman oder Katar haben in den vergangenen Jahren massiv in die Aviatik und den lokalen Tourismus investiert und ihre Flughäfen zu internationalen Hubs ausgebaut. Auch viele Passagiere aus der Schweiz fliegen in die Wüstenstaaten in die Ferien oder nutzen die Flughäfen für Umsteigeflüge.

Der erwartete Ölpreisanstieg dürfte über kurz oder lang auch die Ticketpreise beeinflussen. Denn die Airlines werden für ihr Kerosin mehr bezahlen müssen. Der Vontobel-Analyst erwartet eine Verschiebung der Tourismusströme: «Eine Umleitung des Verkehrs nach Europa könnte sich positiv auf Schweizer Unternehmen auswirken.» (aargauerzeitung.ch)

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