Schweiz will Trump nicht für Friedensnobelpreis empfehlen
Donald Trump wünscht sich sehnlich, mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet zu werden. Das hat er dutzendfach deutlich gemacht. In seiner eigenen Wahrnehmung der Realität hat der US-Präsident bereits acht Kriege beendet, wie er schon häufiger erklärt hat – doch das Osloer Nobelpreiskomitee scheint die Bemühungen des US-Präsidenten einfach nicht anerkennen zu wollen.
2025 wurde die venezolanische Oppositionsführerin Maria Corina Machado mit dem Preis ausgezeichnet. Dass Machado diesen Trump gewidmet hat und sogar bereit war, ihm diesen symbolisch zu übergeben, tut für den US-Präsidenten nichts zur Sache.
Weil einige seiner treuen Anhänger wissen, wie viel dem 79-Jährigen die Anerkennung bedeuten würde, haben sie im vergangenen Herbst angekündigt, eine offizielle Nominierung Trumps für die Verleihung 2026 erreichen zu wollen. Federführend waren der israelische Parlamentspräsident Amir Ohana und Mike Johnson, Sprecher des US-Repräsentantenhauses und treuer Trump-Untergebener. Sie appellierten an Parlamentspräsidenten unterschiedlicher Länder und wollten diese für die Unterstützung einer Nominierung Trumps gewinnen.
Auch beim Schweizer Ständeratspräsidenten Stefan Engler ging eine entsprechende Anfrage ein. Jetzt hat Engler gegenüber dem Sonntagsblick Stellung dazu genommen. Die Anfrage des Israelis Ohana habe er abgelehnt, mit dem Verweis, dass «Ratspräsidenten nicht legitimiert sind, selber oder im Namen der jeweiligen Kammer Appelle dieser Art zu unterzeichnen». Heisst: Die Schweiz wird Trump nicht für den Friedensnobelpreis mitempfehlen.
Der US-Präsident setzt sich tatsächlich immer wieder für Frieden ein, unter anderem im Krieg zwischen der Ukraine und Russland. Seinen wichtigsten Erfolg erzielte er mit der Erreichung eines Waffenstillstands zwischen Israel und der Hamas in Gaza. Allerdings bleibt die Lage im Nahen Osten fragil, es kommt immer wieder zu Konflikten. Auch ist fraglich, ob der vergangenes Jahr aufgesetzte Friedensplan umsetzbar ist. In Kürze soll Trumps neu geschaffener «Friedensrat» erstmals zur zweiten Phase des Plans tagen. Diese sieht unter anderem die Entwaffnung der Hamas vor.
Demgegenüber steht Trumps interventionistische Aussenpolitik. Er liess nicht nur Venezuelas Diktator Nicolas Maduro nach wochenlangen Angriffen auf und Tötungen von angeblichen Drogenschmugglern vor der Küste entführen, er drohte auch eigentlich verbündeten Staaten wie Kanada oder Grönland, das zu Dänemark gehört, mit der Annexion an die USA. Zudem liess er die iranischen Atomanlagen im vergangenen Jahr bombardieren. Aktuell droht erneut eine Eskalation mit dem Iran. (con)
- Trump macht Nobelpreis-Komitee für seine Grönland-Agression verantwortlich
- Das grosse Erwachen bei Friedenspreis für Trump? FIFA-Offizielle schämen sich
- Machado gibt Trump ihre Medaille: Jetzt meldet sich das Nobelinstitut zu Wort
- Machado überreicht Trump bei Treffen im Weissen Haus ihre Friedensnobelpreis-Medaille
