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FILE - In this Monday, Nov. 22, 2010 file photo released by the Saudi Press Agency, Saudi Arabia's King Abdullah, left, speaks with Prince Salman, the Saudi King's brother and Riyadh Governor, right, before the King's departure to United States, in Riyadh, Saudi Arabia. While Saudi Arabia’s royals work out the succession of the throne behind closed doors, a few voices are raising the most sensitive matter of all in the kingdom, questioning the ruling Al Saud family’s claim to power and its unchecked rights to the country’s oil wealth. The next monarch will inherit a country where half of the population of 20 million people is under the age of 25, in need of jobs, access to housing, education and transportation. (AP Photo, File)  EDITORIAL USE ONLY, NO SALES

Unruhe im saudischen Königshaus: Der ehemalige König Abdullah (links) und der jetzige, sein Bruder Salman (rechts). Bild: AP/Saudi Press Agency

Saudi-Prinzessin schuldete Genfer Limousinen-Dienst 1,5 Millionen Franken – und haute ab, ohne zu zahlen



Was man sich als Mitglied eines Königshauses alles erlauben kann: Die saudische Prinzessin Maha Al Ibrahim hat 2009 in Genf Limousinen- und Hoteldienste für mehrere Millionen Franken in Anspruch genommen und nicht bezahlt. Das geht aus einem von 60'000 diplomatischen Dokumenten hervor, welche die Enthüllungsplattform Wikileaks über Saudiarabien veröffentlicht hat.

Die Frau des saudischen Königssohnes Abd ar-Rahman ibn Abd al-Aziz habe eine Rechnung von 1,5 Millionen Franken ignoriert, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Als sie darauf aufmerksam gemacht wurde, habe sie verkündet, dass der Betrag viel zu hoch sei. Daraufhin habe sie die Stadt verlassen und die saudischen Diplomaten in Genf gebeten, sich darum zu kümmern.

«Wir arbeiten aus offensichtlichen Gründen nicht mehr mit dieser Familie zusammen»

Louis Roulet vom Limousinen-Service

Der Verantwortliche des Limousinen-Services, Louis Roulet, erinnert sich noch gut an den Fall. Es sei um «viel mehr» als 1,5 Milionen Franken gegangen. Die Schuld sei schlussendlich ganz beglichen worden. «Wir arbeiten aus offensichtlichen Gründen nicht mehr mit dieser Familie zusammen», sagt er zu AP

Aussergewöhnlich sei der Fall aber nicht wirklich gewesen, so der Algerier Roulet. Solche Streitigkeiten seien typisch für die arabischen Kunden, mit denen er zu tun habe.

Iran und Ägypten im Fokus

Wikileaks hat die Depeschen am Freitag veröffentlicht – es sollen noch mehr folgen. Bis jetzt konnten Journalisten nur ein Bruchteil auf ihre Echtheit zu prüfen. Das saudische Aussenministerium warnte seine Staatsbürger auf Twitter davor, Webseiten mit Inhalten zu besuchen, die illegal veröffentlicht wurden.

Neben den luxuriösen Gewohnheiten der Königsfamilie zeigen die Dokumente auch, dass der Golfstaat den Iran im Visier hatte: Ein Memo, das offenbar von der Botschaft in Teheran geschickt wurde, beschreibt den «Frust der iranischen Bürger und ihr starker Wunsch nach einem Regimewechsel». Im Memo ist davon die Rede, die Unzufriedenheit der Iraner über soziale Medien zu verbreiten und Oppositionsfiguren zu unterstützen.

Ein weiteres Memo legt nahe, dass Golfstaaten bereit gewesen wären, 10 Millionen US-Dollar für die Freilassung des ehemaligen ägyptischen Machthaber Hosni Mubarak zu bezahlen. Der Deal ist offensichtlich nie zustande gekommen. (rey)

Obama zu Besuch beim König von Saudi Arabien

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Obama zu Besuch beim König von Saudi Arabien
quelle: ap/ap / carolyn kaster
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