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Radikalismus-Experte über Antifa und den Mord an Rechtsextremem in Lyon

https://www.instagram.com/p/DU7uW4YDBV2/

«Unterstützung für die 11 von Lyon»: In Genf fordern Antifaschisten die Freilassung der in Lyon festgenommenen Verdächtigen im Fall Quentin Deranque.
«Unterstützung für die 11 von Lyon»: In Genf fordern Antifaschisten die Freilassung der in Lyon festgenommenen Verdächtigen im Fall Quentin.
Bild: instagram

«Antifaschistische Neurose»: Radikalismus-Experte zum Fall Quentin

Zwei linksextreme Gruppen aus Genf zeigen auf einem Transparent ihre «Unterstützung für die 11 von Lyon», also für die Verdächtigen, die im Rahmen der Ermittlungen wegen vorsätzlicher Tötung des jungen französischen Nationalisten Quentin D. festgenommen wurden. Jean-Yves Camus, Experte für Radikalismus, ordnet ein.
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21.02.2026, 16:3221.02.2026, 16:32
Antoine Menusier

Nach den neonazistischen Graffiti, die diese Woche an der Fassade des Espace autogéré (eine autonome Räumlichkeit) in Lausanne zur Unterstützung von Quentin D. erschienen – dem jungen Rechtsextremisten, der am Donnerstag, dem 12. Februar, in Lyon von Antifaschisten getötet worden sein soll –, haben zwei linksextreme Gruppen aus Genf den «11 von Lyon» in Instagram-Posts ihre Unterstützung bekundet. Sie zeigen ein vor einer mit Graffiti übersäten Wand aufgehängtes Transparent, auf dem «Free all antifas» («Befreit alle Antifas») zu lesen ist.

Die Zahl 11 steht für die Anzahl der Personen, die im Rahmen der Ermittlungen wegen vorsätzlicher Tötung von Quentin, der am Boden liegend gelyncht wurde, festgenommen und teilweise in Untersuchungshaft gebracht wurden. Zu den inhaftierten Verdächtigen gehört Jacques-Elie Favrot, der parlamentarische Assistent des Abgeordneten Raphaël Arnault der Partei La France insoumise (LFI).

Arnault gründete 2018 das Kollektiv Jeune Garde antifasciste (Antifaschistische Jugendgarde), das 2025 wegen Gewalttaten aufgelöst wurde und dessen Verbindungen zu Jean-Luc Mélenchons LFI-Partei nachgewiesen sind. Favrot gehörte ebenso wie andere Verdächtige im Mordfall Quentin D. zur Jeune Garde.

Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

2017 und 2022 ins Leben gerufen

Die beiden Gruppen hinter dem Schweizer Transparent sind Secours rouge Genève (Rote Hilfe Genf) und Ligne rouge. Erstere soll 2017 gegründet worden sein, die zweite 2022.

Das Foto des Transparents wurde von der rechtsextremen französischen Website Boulevard Voltaire, die in den sozialen Netzwerken präsent ist, veröffentlicht. In den Instagram-Posts der beiden Genfer Kollektive ist ein Text zu lesen, der keinerlei Mitgefühl für das Opfer zeigt. Hier ein Auszug:

«(…) Wir haben eine beispiellose Medienkampagne erlebt, die darauf abzielte, Quentin als armen neuen Katholiken, Patrioten und vor allem Pazifisten zu glorifizieren. Er sei von einer Horde blutrünstiger Barbaren der extremen Linken gelyncht worden. Die Fakten werden die Medienberichte jedoch schnell einholen: Die neofaschistischen Aktivisten waren mit Sprühflaschen, Krücken und pyrotechnischen Geräten bewaffnet und waren eindeutig gekommen, um zu kämpfen.»

Laufende Ermittlungen

Die Ereignisse vom 12. Februar in Lyon müssen noch durch die Ermittlungen genau geklärt werden. Quentin war mit anderen jungen Leuten gekommen, um die Sicherheit der «identitären Feministinnen» des rechtsextremen Kollektivs Némésis zu gewährleisten, die gegen eine Konferenz der Europaabgeordneten und LFI-Angehörigen Rima Hassan in den Räumlichkeiten des Instituts Sciences Po Lyon protestierten. Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Quentin an der Auseinandersetzung zwischen Antifaschisten und identitären Nationalisten beteiligt war, die zu den tödlichen Schlägen führte. Der Getötete, der laut Angaben seines Vaters 64 Kilogramm wog und von zierlicher Statur gewesen sein soll, hatte grundsätzlich nicht die körperliche Verfassung für eine «Schlägerei».

In ihrem Text zitieren Secours rouge Genève und Ligne rouge die deutsche Marxistin Clara Zetkin, die 1933 im Exil in Moskau starb und «den bürgerlichen demokratischen Pazifismus (...), der Gewalt ablehnt», scharf kritisierte. Im Gegenteil rechtfertigen die beiden antifaschistischen Gruppen aus Genf unter bestimmten Umständen den Einsatz von Gewalt.

Ein junger Unterstützer berichtet

Wir haben mit einem jungen Westschweizer telefoniert, der den Unterstützungs-Post für die «11 von Lyon» gelikt hat. Er erklärt:

«Ich habe nicht gelikt, um Quentins Tod gutzuheissen, auch wenn uns die Geschichte lehrt, dass man manchmal töten muss, um den Faschismus zu bekämpfen, sondern um die mediale Berichterstattung und die unglaubliche politische Instrumentalisierung dieses Ereignisses anzuprangern.»

Unser Gesprächspartner fügt hinzu:

«Trotz des Todes in Lyon kann man Antifaschisten und Faschisten moralisch nicht auf eine Stufe stellen.»

«Antifaschistische Neurose»

Hier finden wir eine Argumentation, die den Tod einer als faschistisch gekennzeichneten Person rechtfertigt. Jean-Yves Camus, Spezialist für Radikalismus, entschlüsselt für watson das, was er als «antifaschistische Neurose» bezeichnet.

«Wir befinden uns in einer Art permanenter Wiederholung der Geschichte des Zweiten Weltkriegs, in der antifaschistische Gruppen uns dazu auffordern, stets wachsam zu sein und als Widerstandskämpfer bereit zu sein, dem Faschismus mit Konfrontation zu begegnen, so wie es die Widerstandskämpfer vor 80 Jahren getan haben.»

Der Experte ergänzt:

«Das ist jedoch eine völlig falsche Interpretation der Geschichte. Es gibt heute keine Nazi-Herrschaft mit Vernichtungslagern mehr. Wir leben in einer liberalen und nicht faschistischen Demokratie. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir uns nicht – wie wir es durch die Verteidigung unserer Werte tun – gegen ein diktatorisches oder totalitäres Regime schützen müssen.»

Ein Marsch unter strenger Überwachung

Ein Gedenkmarsch für Quentin D., der für diesen Samstag in Lyon geplant ist und vom Vater des Opfers genehmigt wurde, wurde von der Präfektur der Rhône im Rahmen eines «hochrangigen» Sicherheitsdispositivs genehmigt, wie die staatlichen Behörden am Freitag mitteilten. Es wird mit dem Aufmarsch rechtsextremer Gruppen gerechnet. Die Zeitung «Le Figaro» schreibt:

«Parallel dazu wurden zwei Präfekturbeschlüsse erlassen, um jegliche Demonstrationen in mehreren Stadtvierteln Lyons zu verbieten – darunter die Hänge der Croix-Rousse, eine Hochburg der ‹Antifas›, und im 7. Arrondissement, wo der Marsch für Quentin stattfindet – und um die Drohnen-Bildaufnahmen während des Marsches zu genehmigen.»
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42 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Amarillo
21.02.2026 18:14registriert Mai 2020
Es wäre neu, dass sich die rot lackierten von den braun lackierten Extremisten unterscheiden würden. In ihrer Radikalität und in den Methoden unterscheiden sie sich nicht, sobald sie an der Macht sind. Und beide haben eine Blutspur von Millionen von Toten hinter sich, welche nicht ihrer Meinung waren, die falsche Hautfarbe, Religion, Ethnie hatten, oder sonstwie das Falsche dachten, sagten oder taten. Umerziehung oder Tod, denn nur sie wissen, was gut für alle ist.
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Radio Eriwan
21.02.2026 18:02registriert Dezember 2022
Fakten: Zumindest in der Schweiz wird gemäss Bund die grosse Mehrheit aller politischen Gewalttaten verübt durch….









…Linksextreme.
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La Plaga
21.02.2026 19:06registriert Juli 2017
Darf man das Interview so verstehen, dass es ok war ihn zu töten weil er rechtsextrem war? Stand das Opfer kurz davor eine Nazidiktatur zu errichten?
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