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Kerosin-Mangel wegen Iran-Krieg: Airlines wenden sich an EU

Abendlicher Flugbetrieb auf Start- und Landebahn des Münchner Flughafens, Oberding, 15.07.2025 Ein Passagierflugzeug der Fluggesellschaft Swiss International Air Lines vom Typ Airbus A220-100 rollt üb ...
Flughafen München: Die Lufthansa-Gruppe, zu der auch die Schweizer Fluggesellschaften Swiss und Edelweiss gehören, fordern über ihren Verband Hilfe von der EU.Bild: www.imago-images.de

Kerosin-Alarm wegen Trump: Swiss, Edelweiss und Co. fordern Hilfe von der EU

Der Iran-Krieg sorgt für Nervosität bei den Airlines. Nun verlangen sie von der EU Unterstützung – gleich mehrfach.
14.04.2026, 20:0114.04.2026, 20:01
Benjamin Weinmann
Benjamin Weinmann

Geht den Airlines schon bald das Flugbenzin aus? Diese Frage beschäftigt die Aviatik derzeit wie keine andere. Grund dafür ist der Iran-Krieg von US-Präsident Donald Trump: Die Blockade der Strasse von Hormus, über welche gewöhnlich die Öllieferungen aus der Region transportiert werden, sorgt für Alarmstimmung in der Branche.

An asiatischen und italienischen Flughäfen kam es in den vergangenen Tagen deswegen bereits zu Einschränkungen bei der Kerosin-Versorgung (CH Media berichtete). Wie die Nachrichtenagentur DPA berichtet, wenden sich nun die europäischen Fluggesellschaften mit klaren Forderungen an Brüssel.

Aus Sorge vor der drohenden Kerosin-Knappheit und weiteren Folgen des Iran-Kriegs verlangen sie Notfallmassnahmen von der EU-Kommission. So spricht sich der Verband Airlines for Europe (A4E) dafür aus, die Verfügbarkeit von Kerosin auf EU-Ebene mit direkten Informationen von den Lieferanten zu überwachen. Zum Verband gehören unter anderem die Air France-KLM-Gruppe, Ryanair, Easyjet, British Airways, Iberia und die Lufthansa-Gruppe, zu der auch Swiss und Edelweiss.

Angst vor dem Slot-Verlust

Darüber hinaus setzt sich der Verband für finanzielle Entlastung ein: Er will etwa eine vorübergehende Aussetzung des Emissionshandelssystems und eine Abschaffung der Luftverkehrsteuern. Beim EU-Emissionshandelssystem (ETS) müssen Fluglinien Zertifikate für den Ausstoss klimaschädlicher Gase erwerben.

Ausserdem fordert der Verband rechtliche Klarheit und Sicherheit bei bestehender Gesetzgebung, etwa hinsichtlich der sogenannten Slots. Diese Zeitfenster zum Starten und Landen muss eine Fluggesellschaft an beliebten Flughäfen nutzen, um sie zu behalten. Der Verband spricht sich unter anderem dafür aus, dass durch Luftraumsperrungen infolge des Konflikts die nicht wahrgenommenen Slots nicht als ungenutzt gelten. Am Dienstag gab die Swiss beispielsweise bekannt, dass sie ihren Flug-Stopp nach Dubai wegen der Lage im Nahen Osten bis am 11. Juli verlängert.

Ausserdem bringt der Verband Vorschriften zu den Minimalreserven von Flugtreibstoff und einen gemeinsamen Kerosineinkauf auf EU-Ebene ins Spiel. «Dies sind vorübergehende Massnahmen, um uns durch die aktuelle Situation zu bringen, sowie längerfristige Planungen, um für die Zukunft vorbereitet zu sein», sagt Geschäftsführerin Ourania Georgoutsakou.

Drohen Flugausfälle im Sommer?

Bereits am Wochenende hatte der europäische Flughafenverband ACI gewarnt: Wenn der Transit durch die Strasse von Hormus nicht innerhalb der nächsten drei Wochen «in nennenswertem und stabilem Umfang» wieder aufgenommen werde, gehe man davon aus, dass eine Kerosin-Knappheit in der EU Realität werden dürfte.

Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte, derzeit gebe es keine Hinweise auf Treibstoffknappheit in der Europäischen Union, aber Versorgungsprobleme könnten bald auftreten. «Wir koordinieren uns aktuell sehr, sehr eng mit unseren Mitgliedstaaten und der Industrie», so die Sprecherin.

In wenigen Monaten startet für die Airlines mit den Sommerferien die wichtigste Saison des Jahres. Könnten gar Flüge der Kerosin-Knappheit oder den hohen Kerosin-Preisen zum Opfer zu fallen? «Wir planen aktuell keine Anpassungen an unserem Flugbetrieb infolge von Treibstoffmangel oder aufgrund der Preissteigerungen», sagt Swiss-Sprecherin Silvia Exer-Kuhn. Die Treibstoffversorgung an den Swiss-Standorten Zürich und Genf sei «aktuell sichergestellt».

Alarm in Asien

Auch an ihren Destinationen sieht die Swiss derzeit «keine konkreten Einschränkungen» für den Flugbetrieb. Aber: «Wir beobachten die Entwicklung der Lage sehr aufmerksam – vor allem in Asien», sagt Exer-Kuhn. Sollte es zu Engpässen in der Versorgung kommen, würde man sie dort am ehesten erwarten. «Der Grund ist, dass in Asien eine starke Abhängigkeit von Produkten aus dem Arabischen Golf und aus China besteht.»

Die Sprecherin betont, dass die Lage dynamisch sei und sich kurzfristig ändern könne. «Wir treffen innerhalb der Lufthansa-Gruppe die notwendigen Vorkehrungen, um bei Bedarf schnell und gezielt reagieren zu können.» Der Kerosin-Einkauf erfolgt bei der Swiss über die Lufthansa-Zentrale.

Ein bekanntes Buebe-Trickli in der Branche ist der Tank-Tourismus: Airlines tanken zuweilen an ausländischen Flughäfen mehr auf, weil das Kerosin dort günstiger ist. Wäre dies in diesem Fall ebenfalls möglich, wenn das Kerosin in Europa knapp werden sollte? «Wir haben an unserer Strategie zum Betanken unserer Flugzeuge nichts geändert», sagt Exer-Kuhn. «In der Regel erfolgt die Betankung eines Flugzeugs für den Hinflug am Abflughafen und für den Rückflug am jeweiligen Zielort.»

Hierzu gebe es klare EU-Vorschriften. Allerdings könne es in Ausnahmefällen vorkommen, dass der Treibstoff für den Rückflug bereits an Bord ist, zum Beispiel bei kurzfristigen Versorgungsengpässen.

Ab Mai droht der Kerosin-Kater

Zuletzt verlautete das Bundesamt für Wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) auf Anfrage von CH Media, dass die Versorgung der Schweiz voraussichtlich bis Ende April gesichert ist. Ab Mai dürften die ausbleibenden Lieferungen voraussichtlich aber auch in Europa spürbar werden.

«Für den Fall eines Versorgungsengpasses sind entsprechende Massnahmen vorbereitet», sagt BWL-Sprecher Thomas Grünwald. So könne der Bund, falls nötig, Pflichtlager freigeben. Sie decken den Kerosin-Bedarf der Airlines allerdings nur für 3 Monate. Somit würde sich die Frage stellen, wie viel des Pflichtlagers freigegeben werden soll, wenn davon ausgegangen werden muss, dass die Mangellage länger anhalten wird. (fwa)

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Geröllhaldenprofi
14.04.2026 20:14registriert September 2020
Super. Den Gewinn in die eigene Tasche, Den Verlust zahlt der Steuerzahler. Flugpreise hoch und gut ist, ist schon schlimm genug, dass die keine Treibstoffsteuer zahlen müssen.
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Schlaf
14.04.2026 20:17registriert Oktober 2019
Schon krass, auf was für wackligen Beinen das ganze steht…
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Krämer Ochsenknecht
14.04.2026 20:12registriert März 2022
Falls wirklich ernst, nicht von der EU erbetteln sondern von Trump und Netanjahu einklagen. Es ist die nationalistische egomanie dieser zwei kriegsgurgeln die und an diesen Punkt gebracht haben
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