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Kurden protestieren vor dem Bundeshaus gegen das Vorgehen der Tuerkischen Regierung gegen die Kurden, am Donnerstag, 10. September 2015, auf dem Bundesplatz in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Nicht nur die türkischen Kurden in der Schweiz sind gegen das Referendum von Erdogan Bild: KEYSTONE

Grosse Mehrheit der Auslandstürken sind für Erdogan – ausser in der Schweiz



In Deutschland hat Erdogans Präsidialsystem beim Referendum viel mehr Zustimmung erfahren als in der Türkei selber. In Österreich gilt das erst recht: Dort hat das «Ja»-Lager fast eine Dreiviertelmehrheit. Die Schweiz ist die einzige Ausnahme. Dort konnte das «Ja»-Lager nur 38 Prozent verzeichnen.

Die in Deutschland lebenden Türken haben mit fast Zweidrittelmehrheit für das Präsidialsystem von Staatschef Recep Tayyip Erdogan gestimmt.

63,1 Prozent votierten beim Referendum mit «Ja», wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu nach Auszählung fast aller Stimmen aus dem Ausland in der Nacht zum Montag meldete. In Österreich lag die Zustimmung mit 73,5 Prozent noch höher.

Belgien an Spitze, Schweiz am Schluss

In den Niederlanden konnten die Unterstützer des Präsidialsystems 71 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Auf den höchsten Wert in Europa kam Belgien mit 75,1 Prozent «Ja»-Stimmen. In der Schweiz blieb das «Ja»-Lager dagegen mit 38 Prozent klar in der Minderheit.

Besonders mit Deutschland und den Niederlanden hatte der Streit um Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsmitglieder für schwere Verwerfungen mit Ankara geführt. Erdogan hatte beiden Ländern «Nazi-Methoden» vorgeworfen.

Fast 60% Ja-Stimmen im Ausland

Nach den Zahlen von Anadolu stimmten im Ausland insgesamt 59,2 Prozent der Wahlberechtigten mit «Ja», im Inland waren es demnach 51,2 Prozent. Die Zahlen von Anadolu weichen leicht von denen der Wahlkommission ab.

Insgesamt waren im Ausland rund 2,9 Millionen Wahlberechtigte registriert, rund die Hälfte davon in Deutschland. Auslandstürken machten etwa fünf Prozent aller Wahlberechtigten aus. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • kliby 17.04.2017 18:56
    Highlight Highlight Offenbar haben Länder wie Deutschland, Belgien etc erhebliche Integrationsprobleme. Wenn Menschen in der 2. Generation im Land leben und noch immer kein Deutsch sprechen, ist offenbar was schief gelaufen. Aber pssst, keine Kritik üben, das verärgert die Linken und gehört sich nicht für ein weltoffenes wirtschaftsliberales Land...
    • Flying Zebra 18.04.2017 11:22
      Highlight Highlight Hauptsache es findet sich einen Grund zur Hetze..🤢
  • Iliem 17.04.2017 17:40
    Highlight Highlight Der Artikel ist nicht präzise.
    Was nicht stimmt: "(...) die Schweiz alleine" oder "alle - ausser die Schweiz".
    Was ist mit den Türken in GB und USA (nur je 15% Ja-Anteil)? Was ist mit Finnland?
    Bitte nicht einfach den anderen abschreiben (20Min, BazOnline, TaOnline, etc.).
  • Effersone 17.04.2017 14:08
    Highlight Highlight Was mich ja beeindruckt sind die 75% aus Belgien.
  • flausch 17.04.2017 12:19
    Highlight Highlight Wesshalb eigentlich beziehen sich die Medien immer auf die Zahlen von Anadolu und nicht die effektiven der Wahlbehörde?
    Selbst im falle das der Unterschied minim wäre, so ist es doch falsch Invormationen aus zweiter hand zu erhalten wenn sie auch aus erster zu erhalten wären und dies im besonderen in fällen in denen Anadolu angezweifelt wurde/wird.
  • Gavi 17.04.2017 11:53
    Highlight Highlight Ich kenne, berufsbedingt, einige Türken mit Schweizerpass, die für das Referendum dieses Autokraten ja gestimmt haben.
    Was mich aber sehr zornig macht, dass ich, mit nur einem Schweizerpass die politische Lage in Ch mitbestimmen kann, während die o.gen. Opportunisten auch in der Schweiz abstimmen können und nach meine Meinung das Abstimmungsbild verfälschen, da diese (Jastimmer) für eine faschistische Regierung begeistern. Vermutlich wählen ebendiese die Linken, weil die das Steuergeld im Giesskannenprinzip verteilen. Opportunismus ist eine sehr schlechte Charaktereigenschaft.
    • Macke 17.04.2017 15:10
      Highlight Highlight Wieso sollten sie Linke wählen? Anscheinend sind sie ja konservativ. Und bei der Begeisterung für ältere Herren, die einen Allmachtsanspruch haben, müssten sie in der Schweiz rechts wählen.
    • Juliet Bravo 17.04.2017 17:22
      Highlight Highlight Kennst du diese Leute tatsächlich oder erfindest du was? Die Mehrheit, die in der CH gegen das Referendum gestimmt haben, waren die "Linken" Türken (Minderheiten, Kurden u.a.m.). Bei den Türken in der CH bilden sie die Mehrheit.
      Jene, die Ja gestimmt haben ("nur" 38%), wählen die Rechten und Traditionalisten.
    • supremewash 17.04.2017 17:56
      Highlight Highlight Da habe ich aber andere Erfahrungen gemacht. Der Spruch: "Wenn ich Schweizer wäre, würde ich auch SVP wählen." Fällt da auch schonmal.
      Im Falle des Doppelbürgers glaube ich nicht, dass eine ernstzunehmende Mehrheit politisch so flexibel ist, nacheinander für Erdogan und Glättli zu stimmen.
  • SkyBound 17.04.2017 10:11
    Highlight Highlight mMn soll man die Auslandstürken, die Ja gestimmt haben wieder in die Türkei zurückschicken
    • wtf 17.04.2017 11:07
      Highlight Highlight Ok.
    • robben 17.04.2017 12:38
      Highlight Highlight sehr demokratisch, momoll!
    • dmark 17.04.2017 13:42
      Highlight Highlight @SkyBound:
      Das würde ich unterstützen. Wäre ja auch die logische Konsequenz ihres Handelns.
      Schliesslich können diese "Auslandstürken" nichts mit einem demokratischen Umfeld anfangen und sind somit völlig fehl am Platze.
      Und da sie ihren türkischen Pass noch besitzen, sollten sie ihre zweite Identität zurück geben, anstatt ihren Nutzen daraus zu ziehen.
  • Ökonometriker 17.04.2017 10:10
    Highlight Highlight Warum stimmen nur so wenige Türk-Schweizer Ja?
    Liegt es daran, dass sie gemerkt haben, wie viel Wohlstand echte Demokratie bringen kann? Sind sie besser integriert? Sind sie aus Gebieten, wo sowieso eher Nein gestimmt wurde? Oder sind es traditionell Erdogan-Feindliche Bevölkerungsgruppen?

    Ein Nicht-Türke bittet um Aufklärung.
    • Shlomo 17.04.2017 12:20
      Highlight Highlight Im Gegensatz zu z.B. Deutschland hatte die Schweiz nie Gastarbeiterabkommen mit der Türkei. Die Einwanderer aus der Türkei bestand vorallem aus verfolgten Minderheiten.
  • Felix Walter S. 17.04.2017 10:00
    Highlight Highlight Nicht nur in der Schweiz: auch z.B.USA
  • Tepesch 17.04.2017 09:30
    Highlight Highlight Liegt womöglich daran, dass anders als Deutschland, Österreich, Niederlande und Belgien, die Schweiz sich nie aktiv um türkische Migranten bemüht hat. Der Anteil der Kurden wird sicher auch einen Einfluss haben, leider habe ich hierzu keine Zahlen gefunden, könnte mir aber schon vorstellen, dass bei uns der Anteil höher ist als in anderen Ländern.
  • AlteSchachtel 17.04.2017 09:24
    Highlight Highlight Auch die 38% aus der Schweiz sind für mich absolut unbegreiflich. Man kann doch nicht eine Diktatur befürworten, gleichzeitig aber von der Demokratie hier profitieren. Das ist charakterlos.

    Es wäre schön, wenn diese 38% nun in ihr geliebtes "Sultanat" zurückkehren würden, das sie erträumt und befürwortet haben.
    So hätte es mehr Platz für demokratisch orientierte Türken, die vom "Sultan" politisch verfolgt werden.
    • Hoppla! 17.04.2017 12:36
      Highlight Highlight Theoretisch ja.

      Wenn du dich praktisch aber (primär) über deine Herkunft definierst, ist dir ein "starkes" Heimatland wichtig. Und wenn du dann im Ausland lebst, hast du das "starke" Heimatland mit "starkem Mann" an der Spitze UND deine Freiheit. Je weniger du dich selbst verwirklichen kannst, umso wichtiger ist dies wohl.

      Dieses Phänomen hast du übrigens auch z.B. bei Russen die zu einem erstaunlich grossen Teil Putin-Jünger sind. Trotz aller Menschenrechtsverletzungen.

      Patriotische Ehre und Stolz vor Freiheit.
    • AlteSchachtel 17.04.2017 13:12
      Highlight Highlight @Hoppla! Aaaber....

      mein Ehrgefühl und mein Stolz würden es mir verbieten, mich dort zu bereichern, wo ich gar nicht hinter dem politischen System stehen kann....

      so hat das Verhalten dieser 38% Schweiz-Türken für mich nicht im Entferntesten etwas mit Ehre und Stolz zu tun, im Gegenteil. Die Habgier ist es...
  • Greet 17.04.2017 09:14
    Highlight Highlight In der USA auch nicht.
    Aber das zeigt schon deutlich Deutschlands Integrationsproblem. Leider hat Mutti Merkel ja alles im Griff, alternativlos.
    • Shlomo 17.04.2017 12:22
      Highlight Highlight Das hat absolut nichts mit Integration zu tun. Die Mehrheit der in Deutschland immigrierten Türken kommt aus dem ländlichen Anatolien und sind massiv konservativer.
    • Hayek1902 17.04.2017 14:47
      Highlight Highlight Was ja gerade darauf hindeutet, dass sie ein grosses Integrationsproblem haben...
  • Gipfeligeist 17.04.2017 08:47
    Highlight Highlight Woher diese rücksichtslose Dummheit durch geschichtliche Ignoranz? Diktaturen haben in der Vergangenheit ja immer supi funktioniert, nicht?

    Entweder diese Idioten haben sich 0 informiert oder sie geben einen feuchten Dreck auf die Freiheit in ihrer Heimat, anders kann ich mir dieses Ergebniss mit gesunden Menschenverstand nicht erklären!

    Aber vielleicht sind ja unterwegs auch ein paar Wahlzettel "verloren" gegangen...
    • robben 17.04.2017 12:40
      Highlight Highlight vergiss nicht die türkischen medien! da gibts keine zwei meinungen zum referendum...
  • Der Rückbauer 17.04.2017 08:46
    Highlight Highlight Das Resultat der Türken in der Schweiz deutet auf eine gute Integration und einen hohen Bildungsgrad hin.
    • Easypeasy 17.04.2017 18:40
      Highlight Highlight Jein. Es ist eher so das wir in der Schweiz viele Kunden haben. Und die Stimmen meistens nicht für Erdogan. Deutschland z.B hat viele Türken, daher auch der hohe Ja Anteil.
  • PeteZahad 17.04.2017 08:27
    Highlight Highlight Hauptsache Herr Glättli hat auch wieder Mal seinen Auftritt und seinen Senf dazu gegeben.
  • Howard271 17.04.2017 08:16
    Highlight Highlight Bevor wir uns jetzt selbst ein Kränzchen binden: Das hat vor allem damit zu tun, dass hier viel mehr Kurden wohnen und es sich um eine andere, spätere "Einwandererwelle" mit anderen Gründen handelt.
  • walsi 17.04.2017 07:00
    Highlight Highlight Wenn man in einem sicheren und demokratischen Land wohnt kann man gut für eine Einschränkung dieser im Heimatland stimmen. Es betrifft einem selber ja nicht. Zudem kann mit einem besseren Gefühl den Urlaub in der Heimat verbringen, da ja man zu den Unterstützern des Regimes zählt und so nicht mit Repressalien rechnen muss.
  • rodolofo 17.04.2017 06:49
    Highlight Highlight Dieses Phänomen können wir immer wieder beobachten:
    Erst im Ausland werden wir uns unserer kulturellen Eigenheiten so richtig bewusst, weil wir wegen diesen Eigenheiten auf Unverständnis und Feindseligkeiten stossen.
    In einer Art von Trotzreaktion wollen wir unsere kulturelle Identität behaupten und verteidigen.
    Dass solche Trotzreaktionen in der Schweiz weniger stattfinden, beweist für mich wieder einmal, wie offen und integrationsfähig die Schweizerische Kultur ist!
    Wahrscheinlich hatten wir mit unseren TürkInnen (unter ihnen sehr viele Kundinnen) aber auch ein "glückliches Händchen".
    • poga 17.04.2017 07:41
      Highlight Highlight @rodolofo mit einem glücklichen Händchen hat das gar nichts zu tun. Ich habe mir im Vorfeld einige Talkshows aus DE und AU angeschaut zum Thema Türken und Erdogan. Mir ist dabei etwas aufgefallen. Nämlich dass immer die Frage kam, warum diese sich zwar einbürgern lassen, aber im Herzen immer in der Türkei bleiben. Und hier ist der entscheidende Punkt. Woran, soll man den in Deutschland sein Herz verlieren, wo die Deutschen doch um jeden Preis versuchen, Ihre Identität nicht zu stark werden zu lassen? Das selbe geschieht in Österreich. Um die Zuwanderung zu gewährleisten, hat man die eigene
    • poga 17.04.2017 07:44
      Highlight Highlight Identität versucht zu unterdrücken. Warum ist das in der Schweiz weniger der Fall? Das hat damit zu tun, dass man früher nicht so einfach Schweizer wurde, man musste sich immer mit den ansässigen Leuten vertragen, und vor allem unsere direkte Demokratie. Man kann sich hier mit dem Pass sehr stark einbringen. Dies zwingt einem aber auch mitzumachen. Dadurch entwickelt sich auch ein besseres Verständnis für die Demokratie. Und dies ist unsere Identität. Eine Identität an die ein Zugewanderter sein Herz zumindest Teilweise verlieren kann.
    • rodolofo 17.04.2017 08:17
      Highlight Highlight KurdInnen! Nicht KundInnen.
      Kurdistan existiert in dieser Kapitalistischen Autokorrektur noch nicht...
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