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Der Virologe Marc Strasser arbeitet im Schutzanzug an einer Virusanzucht am Sicherheitswerkbank im Biosicherheitslabor, am Mittwoch, 19. November 2014, im Labor in Spiez. Im biologischen Hochsicherheits-Labor befinden sich verschiedenste Spezies von Ebola. Die Arbeit der Wissenschaftler in den gelben Sicherheitsanzuegen besteht darin, anhand mehrerer Methoden die Erbsubstanz des Virus nachzuweisen sowie die Antikoerper des Erregers im Blutserum eines eventuell infizierten Menschen festzustellen. (KEYSTONE/Peter Schneider) *** NO SALES, NO ARCHIVES ***

Ein Mitarbeiter des Labors Spiez bei der Arbeit. Bild: KEYSTONE

In Den Haag verhaftet – russische Agenten wollten das Labor Spiez ausspionieren



Zwei russische Agenten wollten das Labor Spiez auskundschaften, eine Einrichtung der Eidgenossenschaft. Im Frühjahr konnten sie von den niederländischen Sicherheitsbehörden in Den Haag verhaftet werden, in einer auch vom Nachrichtendienst des Bundes (NDB) unterstützten Aktion. Das ergaben gemeinsame Recherchen des Tages-Anzeigers und der holländischen Zeitung «NRC Handelsblad». Unterdessen sind die Agenten nach Russland zurückgeschafft worden.

Die genaueren Umstände der Verhaftung sind nicht im Detail bekannt. Möglicher Hintergrund der versuchten Spionage: Das Labor Spiez war im Frühjahr daran beteiligt, die Hintergründe der Giftgasattacke von Salisbury aufzuklären. In der englischen Stadt war am 4. März der russische Doppelagent Sergei Skripal mit dem Nervengift Nowitschok vergiftet worden. Laut der britischen Regierung steckt der russische Militärgeheimdienst GRU hinter dem Angriff auf Skripal. Die zwei Tatverdächtigen hielten sich vor dem Attentat mehrmals in Genf auf.

Teil der Skripal-Untersuchung

In der Folge des Nervengiftangriffs wurde das Labor Spiez von der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) damit beauftragt, das gegen Skripal verwendete Nervengift zu untersuchen. Die OPCW untersucht auch Giftgasangriffe im syrischen Bürgerkrieg, wo Russland das Assad-Regime unterstützt. Auch bei diesen Untersuchungen sind die Experten des Labors Spiez beteiligt.

Die vorübergehende Inhaftierung der beiden russischen Agenten in Den Haag soll laut «Tages-Anzeiger» Teil einer grossen Abwehroperation mehrerer europäischer Nachrichtendienste gewesen sein. Die schweizerische Spionageabwehr habe dabei eine zentrale Rolle gespielt.

«Kritische Schweizer Struktur»

Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) bestätigt gegenüber dem «Tagi», dass den Schweizer Behörden «der Fall der in Den Haag entdeckten und dann weggeschafften russischen Spione bekannt ist». Der NDB habe aktiv an dieser Operation teilgenommen, zusammen mit seinen holländischen und britischen Partnern, heisst es beim NDB. Damit habe man beigetragen zur «Verhinderung illegaler Aktionen gegen eine kritische Schweizer Infrastruktur».

Bei dieser kritischen Infrastruktur handelt es sich laut der Zeitung um das Labor Spiez. Dort will man den Fall nicht kommentieren «Bestätigen können wir, dass das Labor Spiez Ziel von Hackerangriffen war. Dafür sind wir gewappnet. Daten sind keine abgeflossen», sagt der Kommunikationschef des Labors Spiez.

Im Juli wurde ein solcher Hackerangriff publik, bei dem gefälschte Einladungen für eine Konferenz des Labor Spiez mit Schadsoftware verschickt wurden. Die in Den Haag verhafteten Agenten sollen allerdings mehr als nur einen Hackerangriff geplant haben. Laut anonymen Quellen soll bei ihnen auch Spionage-Equipment sichergestellt worden sein. 

Grund für Ausschaffung unklar

Wie Bundesratssprecher André Simonazzi gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte, ist die Schweizer Regierung über den Fall orientiert worden. Die Bundesanwaltschaft (BA) hat bereits Ermittlungen aufgenommen. Schon seit März 2017 führt sie ein Strafverfahren wegen des «Verdachts des politischen Nachrichtendiensts».

Das Verfahren sei laut BA ursprünglich «in einem anderen Kontext» eröffnet worden. In diesem Verfahren konnten später «in Zusammenarbeit mit dem NDB zwei Personen identifiziert werden». Dabei handelt es sich gemäss «Tages-Anzeiger» um die zwischenzeitlich in Den Haag Verhafteten.

Weshalb die Agenten unterdessen nach Russland zurückgeschafft worden sind und in den Niederlanden kein Strafverfahren gegen sie eröffnet worden ist, bleibt unklar. Dazu wollten sich weder der holländische Militärgeheimdienst noch andere angefragte Behörden äussern. (cbe)

Russland ist «höchstwahrscheinlich» verantwortlich

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Video: srf

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    Alle Leser-Kommentare
  • kafifertig 14.09.2018 16:50
    Highlight Highlight Man liess die beiden der Spionage verdächtigten Russen nach Hause fahren. Wieso?
    Wurden sie etwa ausgetauscht gegen Informationen oder gegen eigene, in Russland festgehaltene Geheimagenten?
    Sollte es gar nie zu einem Prozess kommen, weil niemand die Wahrheit erfahren sollte?
    Warum hielt man diese Geschichte nicht geheim, damit niemandem, erst recht nicht Kafifertig, unangenehme Fragen einfallen?


    Die Sache stinkt zum Himmel.
    Das einzige, was klar ist, ist dass wenn es darum ging, Russland anzuschwärzen, dann muss rein gar nichts an genannten Vorwürfen wahr sein. Die blosse Behauptung genügt.
  • BeatBox 14.09.2018 05:52
    Highlight Highlight Der Titel suggeriert, das irgendetwas bewiesen ist. Weiterhin ist kein einziger Beweis vorgebracht worden!
    • NiemandVonNirgendwo 14.09.2018 06:15
      Highlight Highlight In Geheimdienstfällen werden keine Beweise der Bevölkerung vorgelegt. Viele Details sind da Geheim...
    • Toerpe Zwerg 14.09.2018 06:27
      Highlight Highlight Sie haben Recht. Putin ist ein Lieber.
    • BeatBox 14.09.2018 06:44
      Highlight Highlight Wie die geheimen Beweise für WMD‘s gell ;-) Das von Geheimdiensten dem dummen Volk keine Beweise vorgebracht werden stimmt grundsätzlich, aber wenn jemand angeschuldigt wird, gilt halt einfach die Unschuldsvermutung bis die Beweise vorliegen! Grundlagen des Rechtssystems, oder?

      Bei meinem Beitrag ging es darum den Beitragstitel zu kritisieren! Richtig müsste es heissen „wollten sie das Labor in Spiez ausspionieren?“ - Im Text wird dann ja wieder geschrieben „Verdacht“ „unklar“ u.s.w.

      Und natürlich kommt dann wieder so ein „Putin ist ein lieber“ Beitrag... darum geht es hier nicht!
    Weitere Antworten anzeigen
  • dF 14.09.2018 00:36
    Highlight Highlight Im Fazit: Ich glaube, ich melde mich beim Mossad oder einer anderer äquivalenter Organisation; Denn, so wie es aussieht, komm ich als Spion straffrei davon (abgesehen von der evtl. Todesstrafe (die es in den meisten Regionen nicht mehr gibt).) Denn Sterben, tun wir alle irgendwann; so oder so. /sarcasm.off /zynism.off #reallife
  • Juliet Bravo 13.09.2018 23:19
    Highlight Highlight .🧐 in Den Haag verhaftet. Und dann konnten die Spionageverdächtigen nach Russland fliegen? Wohl russische „Botschaftsmitarbeiter“ in den Niederlanden?
  • Palatino 13.09.2018 23:12
    Highlight Highlight Ach was, da wollten zwei harmlose Touristen die Dorfkirche Spiez besichtigen und müssen sich nun gegen völlig haltlose Verdächtigungen wehren.
    • Anna Landmann 13.09.2018 23:59
      Highlight Highlight "Die 1974 eingeweihte Kirche der Pfarrei Bruder Klaus ist eine einzigartige Mehrzweck-Kirche, die seit 1994 unter Denkmalschutz steht; Architekt ist Justus Dahinden."

      Schon mal eine Reise wert:



      Benutzer Bild
    • namib 14.09.2018 06:38
      Highlight Highlight Wegen dem vielen Schnee haben sich die zwei dann entschieden, lieber online nach der genauen Höhe des Turms zu suchen und schon spricht der Westen von Hackerangriff🤷🏻‍♂️

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