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Surprise! Zwei Drittel der «Weltwoche»-Leser würden AfD wählen

11.09.2017, 19:3825.09.2017, 08:56
Umfrage auf der Website der «Weltwoche».
Umfrage auf der Website der «Weltwoche».bild: facebook/weltwoche / bearbeitung: watson

«Wir finden die Wahrheit», lautet ein Credo bei der «Weltwoche». In der letzten Woche hat das Magazin nun immerhin die Wahrheit über seine Leser herausgefunden. 

Eine Umfrage auf der Website der «Weltwoche» hat ergeben, dass eine überwältigende Mehrheit die Alternative für Deutschland (AfD) wählen würde. Auf Platz 2 kommt abgeschlagen die FDP mit gerade mal 12,3 Prozent.

Die Fragestellung lautete: «Wenn Sie Deutscher wären, welcher Partei würden Sie Ihre Stimme geben?»

Die «Weltwoche» publizierte das Ergebnis am Montagmorgen auf Facebook – ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, an dem die AfD erneut einen heftigen Shitstorm über sich hinwegziehen sieht.

Nachdem Spitzenkandidat Alexander Gauland vor zwei Wochen eine SPD-Politikerin «nach Anatolien entsorgen» wollte, weil sie neben der deutschen Sprache keine spezifisch deutsche Kultur erkennen kann, erwischte es am Wochenende Spitzenkandidatin Alice Weidel. Die Welt am Sonntag grub eine angebliche Email Weidels hervor, in der unter anderem die deutsche Regierung als «Marionetten der Siegermächte des zweiten Weltkriegs» verunglimpft und vor einer Überschwemmung durch «kulturfremde Völker wie Araber, Sinti und Roma» gewarnt wird.

Allzu überraschend ist die hohe Zustimmung der «Weltwoche»-Leserschaft zur AfD nicht. Die Weltwoche vertritt eine rechtsbürgerliche bis rechtspopulistische Linie, Chefredakteur Köppel sitzt für die SVP im Nationalrat. Die Journalistin Charlotte Theile, die für die «Süddeutsche Zeitung» aus der Schweiz berichtet und ein Buch über die Parallelen zwischen SVP und AfD geschrieben hat, sagt, dass die beiden Parteien mehr eint, als man in der Schweiz zuzugeben bereit sei.

Im Interview mit watson präzisierte Theile: «In fast allen Politikfeldern – sei es die EU, die direkte Demokratie oder Ausländerpolitik – wird die Schweiz als Vorbild angeführt. Beide Parteien haben ähnliche Ziele, eine ähnliche Vorstellung davon, in welche Richtung man das Land führen soll. Die AfD übernimmt nicht von ungefähr viele SVP-Verlautbarungen fast wortwörtlich.»

Auch SVP-Nationalrat und Weltwoche-Chefredakteur Roger Köppel äusserte sich schon im Januar 2016 positiv über den Aufstieg der AfD: «Als Deutscher würde ich eine Partei wie die AfD begrüssen». 

(wst)

Und jetzt du: Wie gut kannst du SVP und AfD unterscheiden? 

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