DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa08889951 A handout photo made available by the Prime Minister's Office shows Spanish Prime Minister, Pedro Sanchez, chairs the coronavirus monitoring committe at the Moncloa Palace in Madrid, Spain, 17 December 2020. The meeting was held before Sanchez was put in quarantine after French President Macron tested positive for COVID-19, with whom he held a bilateral meeting on 14 December. Sanchez has suspended his official agenda until next 24 December.  EPA/Jose Maria Cuadrado Jimenez HANDOUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Spanien sagt Ja zur aktiven Sterbehilfe. Bild: keystone

Grünes Licht für Sterbehilfe in Spanien

Spanien kommt der Legalisierung von Sterbehilfe mitten in der Coronakrise einen Schritt näher. Gestern stimmte das Parlament einer Gesetzesänderung zu. Kritik gab es nicht zuletzt am Zeitpunkt der Abstimmung.



Wer in Spanien an einer unheilbaren Krankheit leidet, soll bald selbstbestimmt sein Leben beenden dürfen. Gestern ist
bei einem Kongress im Abgeordnetenhaus ein Gesetz zur Legalisierung von Sterbehilfe gebilligt worden.

Das Gesetz erlaubt die aktive sowie die Begleitung der Selbsttötung. Aktiv bedeutet, dass ein Arzt einem schwerkranken Menschen ein tödliches Medikament verabreichen darf. Bei der Begleitung der Selbsttötung verschreibt ein Arzt ein Medikament, verabreicht es aber nicht.

Über den Gesetzesentwurf, welcher von der linken Regierung um Pedro Sánchez vorgeschlagen wurde, stimmten 198 Parlamentarier, darunter die der oppositionellen Ciudadanos-Partei sowie separatistischer Parteien Kataloniens, dafür. Dagegen äusserten sich 138 Abgeordnete der konservativen Volkspartei PP und der rechtspopulistischen Vox-Partei.

epa08887073 Spanish Prime Minister, Pedro Sanchez, reacts during a Parliamentary session at the Lower House in Madrid, Spain, 16 December 2020, where Sanchez is to inform about the two last EU Councils and the current situation of the coronavirus pandemic in Spain.  EPA/J.J. Guillén

Ministerpräsident Pedro Sánchez im Parlament in Madrid. Bild: keystone

Der Gesundheitsminister Salvador Illa betonte im Parlament, dass es sich um eine Forderung quer durch die Gesellschaft handelte. «Spanien ist eine demokratische Gesellschaft, die genug reif ist, sich diesem Thema zu stellen».

Heftige Kritik im Vorfeld

Vor der Abstimmung hatten die spanischen Bischöfe das Parlament aufgefordert, gegen die Initiative von Ministerpräsident Pedro Sánchez zu stimmen. In einem offenen Brief kritisierte die Kirche die verdächtig schnelle Einführung der Sterbehilfe in Zeiten der Pandemie und des Alarmzustandes.

Auch der spanische Politiker und EU-Abgeordnete Jaime Mayor Oreja kritisierte den Gesetzesentwurf im Vorfeld harsch. In einem Gespräch mit ABC Sociedad sagte er: «Es ist ein Skandal, ohne gesellschaftliche Debatte über ein Gesetz zu stimmen, nachdem tausende ältere Leute an Covid-19 gestorben sind.»

Gesetz tritt bald in Kraft

Als Nächstes muss das Gesetz noch die zweite Kammer des spanischen Parlaments, den Senat, durchlaufen. Dies gilt aber als reine Formsache. Das Gesetz könnte bereits in den ersten Monaten 2021 in Kraft treten.

Damit wäre Spanien nach Belgien, Kanada, Luxemburg, Neuseeland und Holland das sechste Land, welches die aktive Sterbehilfe ganz legalisiert. In der Schweiz ist nur die Beihilfe zur Selbsttötung (assistierter Suizid) zugelassen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Coronavirus in Spanien in 20 Bildern

1 / 22
Coronavirus in Spanien in 20 Bildern
quelle: epa / javier etxezarreta
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

So feiern spanische Ärzte, wenn ihre Corona-Patienten die Intensivstation verlassen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Kanadas kultureller Genozid an seinen indigenen Kindern

In Kanada tauchen 215 Kinderleichen auf, eine dunkle Vergangenheit wird wieder Gegenwart: Zeit, sich dem kolonialen Schicksal von über 150'000 indigenen Schülerinnen und Schülern zu widmen.

Es klopft an der Tür. Es ist der Pfarrer, der örtliche Indian Agent oder ein Polizist. Sie sind gekommen, um die Kinder der Indigenen, der Inuit und der Métis zu holen. Der Bus zur Internatsschule fährt an diesem Morgen los. Fährt sie in ihr neues, fremdes Leben abseits ihrer Familien.

Im Norden der Provinz Alberta kämpft Vitaline Elsie Jenner darum, bei ihrer Mutter zu bleiben. Sie schreit und tobt, «Mama, verlass mich nicht!» Dann nimmt sie die Nonne mit.

Dort, wo sie nun hinkommt, darf sie …

Artikel lesen
Link zum Artikel