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International
Spanien

Deutsche Touristen bewerten Hotel schlecht, weil es Flüchtlinge aufnimmt

Hotel auf den Kanaren kriegt schlechte Google-Bewertungen – weil es Flüchtlinge aufnimmt

Der beliebte Urlaubsort Gran Canaria kämpft um seine Touristen. Gleichzeitig kommen auf der spanischen Insel immer mehr Geflüchtete an. Sehr zum Ärger von deutschen Touristen.
05.01.2021, 19:5505.01.2021, 21:12

Bevor das Coronavirus die spanische Insel heimsuchte, stiess man auf Google auf ganz gewöhnliche Hotelbewertungen.

«Alles was das Herz begehrt. Sehr nettes Personal. Alles sauber. Viele Freizeitangebote auf dem Hotelgelände. Was will man mehr.»

«Schönes Hotel mit einer tollen Lage. Einkaufsmöglichkeiten und Bars in unmittelbarer Nähe. Schönes und sauberes Zimmer mit Blick aufs Meer. Würde ich wieder buchen!»

In der letzten Woche hat sich dieses Bild jedoch verändert: Für ein Hotel in den Kanaren hagelt es schlechte Bewertungen. Die Kommentare dazu sind teilweise von der bizarren Sorte:

Bild
bild: watson/google

2020 sind laut spanischen Berichten bereits 20'000 Menschen nach Gran Canaria geflüchtet. Die Pandemie hat die Routen von geflüchteten Menschen verändert. So nehmen sie zunehmend gefährlichere Strecken über den Atlantik auf sich, wie der «Spiegel» berichtet.

Die Zahlen steigen, da vielen Menschen in ohnehin schon armen Ländern mit den Folgen der Pandemie die letzte Lebensgrundlage genommen wird, schreibt das deutsche Nachrichtenportal weiter. In Ländern wie Mali, Senegal und Mauretanien kennt man keine Corona-Entschädigung.

Um der Überlastung des grankanarischen Hafenbeckens Arguineguín entgegen zu wirken, hat die Zentralregierung entschieden, Dutzende von Migranten in einem Hotel im Süden der Insel unterzubringen.

Das stösst besonders deutschen Touristen sauer auf. Denn: Das Viersternehotel Waikiki beherbergt nicht nur Flüchtlinge, sondern auch Touristen. Auf Google liessen diese dann ihren Frust ab.

Aufmerksam auf die Google-Bewertungen wurde der TITANIC-Autor Cornelius Oettle. Seither sind einige Bewertungen von Google verschwunden. Es kann gut sein, dass die Kommentare gemeldet und später entfernt wurden.

Zudem sind seither hunderte von neue Bewertungen dazugekommen, welche die Aktion des Hotels positiv bewerten:

«Menschlichkeit und Empathie sind noch mehr Sterne wert!»

«Für die Unterstützung von Menschen in Not gibt es selbstverständlich 5/5 Sternen und ein herzliches Dankeschön.»

«Ein Hotel, das Flüchtlinge seine leeren Betten zur Verfügung stellt. Ein guter Grund für 5 Sterne. Und das Hotel wird gespeichert, für die Zeit in der Reisen wieder möglich ist.»
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69 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Blutgrätscher
05.01.2021 20:23registriert Juli 2016
"Habe mir auch schon überlegt, mich als Wirtschaftsmigrant auszugeben, um kostenlos in einem 4-Sterne Hotel untergebracht zu werden..."

Solche Kommentare unserer Wutbürger regen mich so gnadenlos auf. Warum macht ers dann nicht?
Wär ja ganz einfach: ohne Pass nach Spanien, Asyl beantragen und dann in Saus und Braus leben.
Die Antwort ist leider einfach: Die Person weiss genau, dass das Bullshit ist, aber Sie sagts trotzdem, einfach um ein bisschen zu hetzen.
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Eidi
05.01.2021 20:34registriert Oktober 2018
Ich weiss dass es Blitze hageln wird.

Wenn ich in den Urlaub fahren würde, möchte ich auch nicht in einem Hotel sein in welchem Geflüchtete einquartiert sind. Ich möchte zumindest im voraus darüber informiert werden. Urlaub = Abschalten von der Welt und all ihren Problemen.

Anschliessend pietätlose Kommentare posten ist natürlich nochmal was anderes und die Idee leere Hotels für Flüchtlinge zu nutzen ist auch gut!
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Swen Goldpreis
05.01.2021 22:44registriert April 2019
Ich denke, dass man da ein bisschen differenzieren sollte.

Dass die Hotels in der Krise Flüchtlinge aufnehmen, ist eine gute Sache. Reisegäste gibt es sowieso kaum und die Menschen brauchen einen Ort, wo sie unterkommen können.

Aber solche Hotels sollten keine Touristen aufnehmen oder die Lage wenigstens transparent kommunizieren. Wer Ferien bucht, gibt Geld dafür aus, dass er oder sie den Problemen der Welt entfliehen kann und nicht, sie vor die Nase gesetzt zu bekommen. Da kann ich einen gewissen Unmut (nicht aber die rassistischen Äusserungen) durchaus verstehen.
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