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Sudan: UN warnt: Lage gerät ausser Kontrolle

UN: Lage in Sudan droht ausser Kontrolle zu geraten

17.05.2024, 13:5017.05.2024, 13:50
March 19, 2024, Renk, South Sudan: People fleeing the Sudanese war disembark a truck which has brought them to Renk from the Joda border crossing in South Sudan. Most will stay in the transit centre t ...
Menschen auf der Flucht: Rund neun Millionen Menschen im Sudan sind durch die Kämpfe vertrieben worden. Bild: www.imago-images.de

Die Lage im Sudan droht ein Jahr nach Beginn des Bürgerkriegs nach Einschätzung der Vereinten Nationen ausser Kontrolle zu geraten: Es habe schon mindestens 16'000 Tote gegeben, 33'000 Verletzte und rund neun Millionen Menschen, die durch die Kämpfe vertrieben worden sind.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte am Freitag vor einer Hungersnot im Sudan. Mehr als ein Drittel der Menschen in der Hauptstadt Khartum und in der Region Darfur seien bereits in einer akuten Hungersituation. Die Zahl der Kinder unter fünf Jahren, der schwangeren und stillenden Mütter, die akute Mangelernährung aufweisen, sei von 3,9 Millionen Anfang 2023 auf 4,9 Millionen 2024 gestiegen.

Im Sudan tobt seit Mitte April 2023 ein blutiger Machtkampf zwischen De-facto-Staatschef Abdel Fattah al-Burhan und dessen früherem Stellvertreter und Führer der sudanesischen Miliz RSF, Mohamed Hamdan Daglo.

Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, sprach erstmals seit 2022 wieder mit den beiden Männern separat am Telefon, wie sein Büro am Freitag berichtete. Er rief sie auf, Friedensverhandlungen aufzunehmen, humanitäre Hilfe im Land nicht zu behindern, und Gräueltaten ihrer Kämpfer zu verhindern. Beide hätten zugestimmt, dass das humanitäre Völkerrecht eingehalten werden müsse, sagte Türks Sprecherin. Einzelheiten über weitere Reaktionen der beiden wollte sie nicht mitteilen. Konkrete Vorschläge für neue Friedensverhandlungen oder ein Treffen der beiden Männer seien nicht besprochen worden.

Türk zeigte sich entsetzt über die jüngste Eskalation der Kämpfe zwischen beiden Seiten in El Fascher, der Hauptstadt von Nord Darfur. Dort sässen 1,8 Millionen Einwohner und Vertriebene zwischen den Fronten und hätten kaum noch Lebensmittel. (sda/dpa)

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