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Syriens Übergangspräsident bei erster Auslandsreise in Riad

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Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa ist zu seinem ersten offiziellen Auslandsbesuch als Staatschef nach Saudi-Arabien gereist.Bild: www.imago-images.de

Syriens Übergangspräsident bei erster Auslandsreise in Riad

02.02.2025, 14:5802.02.2025, 14:59
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Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa ist zu seinem ersten offiziellen Auslandsbesuch als Staatschef nach Saudi-Arabien gereist. Die syrische Nachrichtenagentur Sana veröffentlichte ein Foto, das ihn zusammen mit Aussenminister Assad al-Schaibani offenbar an Bord eines Privatflugzeugs zeigt. In Riad empfing der Kronprinz und faktische Herrscher Saudi-Arabiens, Mohammed bin Salman, die beiden, wie auf Bildern im saudischen TV-Sender Al-Ekhbarija zu sehen war.

Aus syrischen Regierungskreisen hiess es, der Besuch solle «grosse Symbolwirkung» haben. Wenige Tage später sei auch ein Besuch al-Scharaas in der Türkei geplant. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür zunächst nicht.

Wie Katar und die Türkei treibt Saudi-Arabien einen schnellen Ausbau der diplomatischen Beziehungen zu den neuen Machthabern in Syrien voran. Im syrischen Bürgerkrieg hatten die drei Länder zunächst die Aufständischen unterstützt, die die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad stürzen wollten. Riad finanzierte und bewaffnete verschiedene oppositionelle Gruppen. Die diplomatischen Beziehungen mit der Assad-Regierung legte Saudi-Arabien lange auf Eis, normalisierte sie 2023 aber und trieb auch die Wiederaufnahme Syriens in die Arabische Liga voran.

Im vergangenen Dezember stürzte eine Rebellenallianz unter Führung der Islamistengruppe Haiat Tahrir al-Scham (HTS) dann überraschend die Assad-Regierung. Al-Scharaa wurde zum Übergangspräsidenten ernannt.

Im reichen Golfstaat Saudi-Arabien dürfte sich al-Scharaa unter anderem um Unterstützung bemühen für den Wiederaufbau in Syrien, das nach bald 14 Jahren Bürgerkrieg in weiten Teilen zerstört ist. Riad könnte auch eine Rolle spielen beim Versuch, Konflikte innerhalb Syriens zu lösen etwa zwischen der neuen Führung in Damaskus und den Kurdenmilizen im Nordosten. (sda/dpa)

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