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Infografik zu den Abstimmungsresultaten in der Türkei. Verfassungsreform Referendum

Die drei grossen Städte Istanbul, Izmir und Ankara lehnten das Referendum ab, aber in einem grossen Teil Anatoliens sagten die Wähler mit zum Teil überwältigender Mehrheit «Ja». grafik: watson

«Die Abstimmung hätte niemals stattfinden dürfen» – das schreibt die Presse zur Türkei



Das türkische Volk heisst die Verfassungsreform gut. Am Sonntagnachmittag haben 51 Prozent ein «Ja» in die Urne gelegt. Am Abend verkündete Präsident Recep Tayyip Erdoğan den Sieg. Damit wird die Türkei 2019 zu einem sogenannten Präsidialsystem umgewandelt. Das schreibt die Presse dazu:

Deutschland:

«ARD»:

«Das türkische Volk ist tief gespalten, die Beziehungen zur EU sind zerrüttet, das Verhältnis zu Deutschland ist auf dem Tiefpunkt.»

ard.de

epa05911422 Supporters of Turkish President Erdogan celebrate as preliminary results of the constitutional referendum are announced in Istanbul, Turkey, 16 April 2017. State-run news agency Anadolu reports a narrow lead for the 'Yes' vote in the unofficial results. The proposed reform, passed by Turkish parliament on 21 January, would change the country's parliamentarian system of governance into a presidential one, which the opposition denounced as giving more power to Turkish President Erdogan.  EPA/DENIZ TOPRAK

Abstimmungssieger beim Feiern. Bild: DENIZ TOPRAK/EPA/KEYSTONE

Participants  at an  election party held by the Turkish Republican People's Party (CHP, Cumhuriyet Halk Partisi) gather at Theater 28 in Berlin, Germany, Sunday, April 16, 2017. The “yes” side had an 10-point lead with two-thirds of ballots counted in Turkey’s historic referendum Sunday on whether to approve constitutional changes that would greatly expand the powers of President Recep Tayyip Erdogan, the official Anadolu news agency said. (Sebastian Willnow/dpa via AP)

Unglaube bei den Verlierern. Bild: AP/dpa

«Die Zeit»:

«Ob Erdoğan tatsächlich beim Referendum gewonnen hat, wird vielleicht erst in einigen Tagen feststehen, vielleicht auch nie. Die drangsalierte Opposition spricht von Manipulationen bei dieser sowieso schon unfairen Wahl.»

zeit.de

«Spiegel Online»:

«Die Abstimmung hätte niemals stattfinden dürfen – jedenfalls nicht in einem Land, das für sich beansprucht, eine Demokratie zu sein und offiziell weiter der EU beitreten will.»

spiegel.de

England:

«The Guardian»:

«Es ist wohl die wichtigste Entwicklung in der türkischen Geschichte, seit das Land auf der Asche des Osmanischen Reiches gegründet wurde.» 

theguardian.com

epa05911686 Turkish Prime Minister Binali Yildirim (C) acknowledges to his supporters during a rally after he declared a victory of the 'Yes' vote in the constitutional referendum as preliminary results of the constitutional referendum are announced, in Ankara, Turkey, 16 April 2017. State-run news agency Anadolu reports a narrow lead for the 'Yes' vote in the unofficial results. The proposed reform, passed by Turkish parliament on 21 January, would change the country's parliamentarian system of governance into a presidential one, which the opposition denounced as giving more power to Turkish President Erdogan.  EPA/TUMAY BERKIN

Der türkische Premierminister feiert das «Ja» in Ankara. Bild: TUMAY BERKIN/EPA/KEYSTONE

«BBC»:

«Eine polarisierende Kampagne endet in einem umstrittenen Resultat.»

bbc.co.uk

Frankreich:

«Le Monde»:

«Der Charakter des knappen Ja-Anteils ist ein echter Schlag für den starken Mann der Türkei.»

lemonde.fr

«Le Figaro»:

«In den letzten Wochen konnte die Maschine der Macht die letzten Unentschiedenen überzeugen – oder erschrecken.»

lefigaro.fr

International:

«Aljazeera»:

«Die Befürworter sehen kein Problem darin, die Macht des Präsidenten auszuweiten – solange Erdogan Präsident ist.»

aljazeera.com

epaselect epa05911606 Turkish President Erdogan arrives to deliver a statement in which he declared a victory of the 'Yes' vote in the constitutional referendum as preliminary results of the constitutional referendum are announced, in Istanbul, Turkey, 16 April 2017. State-run news agency Anadolu reports a narrow lead for the 'Yes' vote in the unofficial results. The proposed reform, passed by Turkish parliament on 21 January, would change the country's parliamentarian system of governance into a presidential one, which the opposition denounced as giving more power to Turkish President Erdogan.  EPA/Tolga Bozoglu

Erdogan spricht nach seinem Sieg zum türkischen Volk. Bild: Tolga Bozoglu/EPA/KEYSTONE

«The Washington Post»:

«Trotz der vielen Unregelmässigkeiten in der türkischen Demokratie waren die letzten Wahlen grösstenteils fair. Diesen Eindruck machte die Abstimmung vom Sonntag aber nicht.»

washingtonpost.com

«El Pais»:

«Fast die Hälfte der Türken hat das geplante neue System abgelehnt, sie stellen die Art von Erdogans Regierung in Frage. Er wird vom Land geliebt und von der anderen Hälfte gehasst.»

elpais.com

(leo)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Beobachter24 18.04.2017 05:51
    Highlight Highlight "Die Abstimmung hätte niemals stattfinden dürfen",
    das schreibt nicht "die Presse" sondern der Spiegel.

    Persönlich bevorzuge ich den Titel von "El Pais" ...
  • Waedliman 17.04.2017 17:36
    Highlight Highlight Wie sagte es ein "Ja-"Wähler gestern im TV: "Ich bin Türke, ich bin Moslem, ich bin für Erdogan". Ich glaube, mehr muss man nicht wissen über das "Denken" der Befürworter des Referendums, die lieber mit erhobenen Fahnen für ihren Führer in den Tod gehen, als sich mit Sachfragen auseinanderzusetzen. Ich wünsche der Türkei ein schönes Erwachen, wenn das Land international isoliert ist, die Wirtschaft weiter den Bach runtergeht und hoffe, dass kein Tourist mehr dorthin fährt.
    • Schubjak 19.04.2017 12:01
      Highlight Highlight @Rendel: Ich hätte mir nicht getraut, Hitler in diesem Zusammenhang zu nennen. Aber ich gehe absolut einig mit Ihnen. Alle Anfeindungen (kein Europäer kann sich sicher sein...) und Polemisierungen tragen die gleichen Züge wie damals. Warum sehen das die Menschen nicht???
  • N. Y. P. D. 17.04.2017 15:29
    Highlight Highlight «Die Abstimmung hätte niemals stattfinden dürfen»

    Richtig !

    Die gesamte 4. Gewalt (150 Journalisten der oppositionellen Presse) wurde ja eingekerkert und mundtot gemacht.
    Erdi will vielleicht auch die Todesstrafe, damit er noch einige lästige Journalisten bequem los wird..
    • Lichtblau 17.04.2017 16:11
      Highlight Highlight N. Y. P.: Einverstanden. Das "Erdi" irritiert mich aber ein bisschen, genau wie das damalige "Honni" (Honey) bei DDR-Honecker. "Erdowahn" kommt dem doch ein wenig näher.
    • N. Y. P. D. 17.04.2017 17:06
      Highlight Highlight @Lichtblau
      Du hast recht.
      Wenn ich Erdogan hier jeweils beleidige, verwende ich manchmal "Erdi".
      Im obigem Text wirkt es verniedlichend.
  • Ruefe 17.04.2017 13:33
    Highlight Highlight Die Analyse von "El Pais" erscheint mir beängstigend genau.
    "Er wird vom Land geliebt und von der anderen Hälfte gehasst."

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