International
Medien

Schwedischer Journalist wegen Präsidentenbeleidigung in Türkei verurteilt

Schwedischer Journalist wegen Präsidentenbeleidigung in Türkei verurteilt

30.04.2025, 18:2530.04.2025, 18:25

In der Türkei ist ein schwedischer Journalist wegen des Vorwurfs der Präsidentenbeleidigung zu elf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Wegen eines weiteren Verfahrens im Zusammenhang mit Terrorvorwürfen sei er nicht entlassen worden, sondern weiterhin in Untersuchungshaft, teilte die Anwaltsvereinigung MLSA mit. Der Journalist weist in beiden Fällen die Vorwürfe zurück.

Kaj Joakim Medin, der für die schwedische Tageszeitung «Dagens ETC» arbeitet, war Ende März kurz nach seiner Landung in Istanbul festgenommen und verhaftet worden.

Der Vorwurf der Präsidentenbeleidigung soll unter anderem im Zusammenhang mit einer Demonstration 2023 in Stockholm stehen, bei der etwa ein Bildnis von Erdogan an der Aussenseite des Rathauses aufgehängt wurde. Medin sagte laut MLSA bei Gericht aus, nie an dem Protest teilgenommen zu haben und im Ausland gewesen zu sein. Fotos, mit denen einige seiner journalistischen Texte bebildert worden waren und die ihm in dem Verfahren zur Last gelegt wurden, habe er etwa nicht selbst ausgewählt. «Meine Absicht war nie, Präsident Erdogan zu beleidigen», zitierte ihn MLSA.

Medin wird weiterhin Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Organisation vorgeworfen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Demnach soll der Schwede in den sozialen Medien «Propaganda» für die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK verbreitet haben. Die Behörden beriefen sich laut Anadolu auch auf Medins Berichterstattung aus Syrien, dem Irak und dem Südosten der Türkei zwischen 2014 und 2017. Der Prozess dazu steht noch aus. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
7 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7
Shell-Chef warnt vor Benzinknappheit binnen Tagen – was das für die Schweiz bedeutet
Friedensgespräche hin oder her, die Strasse von Hormus ist für Tanker bis auf Weiteres nicht befahrbar. Shell-Chef Wael Sawan warnt vor baldigen Versorgungslücken in Europa. Noch zeigt man sich in der Schweiz relativ entspannt.
Der Erdölpreis sinkt wieder, die Börsen jubilieren und mindestens in der Welt der Finanzmärkte denken offenbar viele, dass der Krieg mit Iran bald vorüber sein könnte. Doch abgesehen vom Umstand, dass es für die von US-Präsident Donald Trump seit Montag zunehmend offensiv geäusserte Aussicht auf Friedensverhandlungen noch keine wirklich harten Belege gibt, spitzt sich die Versorgungslage auf den Energiemärkten weiter zu.
Zur Story