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Ukraine

Lawrow kritisiert US-Vorgehen bei Ukraine-Verhandlungen

Russian Foreign Minister Sergey Lavrov, right, and Robert Wood, left, US Ambassador, president off the Conference on Disarmament arrive, during the Disarmament Conference on Disarmament, at the Europe ...
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow (r.).Bild: KEYSTONE

Vorwurf des Wortbruchs: Lawrow kritisiert US-Vorgehen bei Ukraine-Verhandlungen

Bei den Verhandlungen über eine mögliche Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hat der russische Aussenminister Sergej Lawrow den USA indirekt Wortbruch vorgeworfen.
09.02.2026, 13:2809.02.2026, 13:28

Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump hätten sich bei ihrem Treffen in Alaska im August auf Prinzipien für eine Lösung geeinigt, die Washington nun aber ablehne, sagte Lawrow in einem auf der Seite des Ministeriums veröffentlichten Interview mit dem Portal «Brics TV». «Jetzt sind sie nicht bereit», sagte Lawrow.

Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, dass die in Anchorage getroffenen Vereinbarungen für Russland der einzige Weg seien, bei den Verhandlungen einen Durchbruch zu erzielen. Die Gespräche würden auch fortgesetzt, sagte er.

Russland besteht etwa darauf, dass die Ukraine ihre Truppen komplett aus dem umkämpften Donbass – das sind die Gebiete Luhansk und Donezk – abzieht, obwohl Kiew da teils noch die Kontrolle hat. Bei den trilateralen Verhandlungen zwischen Ukrainern und Russen und den USA als Vermittler gab es in dieser Frage bisher keine Bewegung.

Lawrow kritisiert Druck seitens der USA auf Russland

Lawrow erklärte in dem Interview, dass Russland bereit gewesen sei, eine vollumfängliche Zusammenarbeit mit den USA zum gegenseitigen Vorteil aufzubauen. «Bisher sieht in der Praxis alles entgegensetzt aus: Es werden neue Sanktionen verhängt, es wird »Krieg« geführt gegen Tanker auf dem offenen Meer unter Verstoss gegen die UN-Seerechtskonvention», sagte der Minister.

«Es gibt Versuche, Indien und unseren anderen Partnern den Einkauf von billigen, verfügbaren russischen Energieträgern zu verbieten», führte Lawrow aus. Im Gegenzug würden die USA Kunden zwingen, dreimal so teures Flüssiggas einzukaufen.

Lawrow warf den USA auch vor, mit Sanktionen gegen russische Firmen wie Lukoil und Rosneft gezielt Konkurrenten ausschalten zu wollen. «Im Bereich der Wirtschaft sehen wir keine »rosige« Zukunft», sagte er mit Blick auf die unter Trump wieder aufgenommenen russisch-amerikanischen Beziehungen.

Die US-Amerikaner wollten Versorgungswege und Energieträger auf den Kontinenten unter ihre Kontrolle bringen, sagte Lawrow. Ziel sei eine wirtschaftliche Dominanz. Zugleich sagte Lawrow, Russland bleibe zu Verhandlungen und einer Zusammenarbeit bereit. (sda/dpa)

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quelle: keystone / alex brandon
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39 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chalbsbratwurst
09.02.2026 13:40registriert Juli 2020
Oh, die Sanktionen scheinen richtig zu schmerzen 😀
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Steibocktschingg
09.02.2026 13:56registriert Januar 2018
Ich glaub, als Vertreter des Landes mit den meisten Wort- und Vertragsbrüchen sollte man eher ruhig sein, auch wenn die andere Seite einem in diesem Gebiet langsam gefährlich auf die Pelle rückt
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Raki
09.02.2026 14:27registriert Januar 2024
Also ein Land, welches Lügen und Wortbruch zur obersten Staatsraison erhoben hat beschwert sich über Wortbruch eines anderen Landes? 🤣 Ok, wäre ja der perfekte Treppenwitz, wenn dabei nicht die Bewohner eines von Russland überfallenen Landes leiden und sterben würden.
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