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The the red kepi of military cadet in the foreground, Brazils President Jair Bolsonaro, left, receives military honors from Army Commander General Edson Leal Pujol, center, during a military ceremony for the Day of the Soldier, at Army Headquarters in Brasilia, Brazil, Friday, Aug. 23, 2019. Brazilian President Jair Bolsonaro says he's leaning toward sending the army to help fight Amazon fires that have alarmed people across the globe. (AP Photo/Eraldo Peres)
Jair Bolsonaro,Edson Leal Pujol

Brasiliens Staatspräsident Jair Bolsonaro bei einer Zeremonie am Freitag. Bild: AP

Verheerende Waldbrände im Amazonas – Bolsonaro schickt Armee zur Brandbekämpfung



Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat die Entsendung von Soldaten zum Kampf gegen die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet angeordnet. Bolsonaro erliess am Freitag ein entsprechendes Dekret - und kündigte ein hartes Durchgreifen gegen Brandstifter an.

Der Beschluss regelt den Einsatz von Truppen zur Verhinderung und Bestrafung von «Umweltdelikten» und zum Kampf gegen die Flammen. Schwere Waldbrände im Amazonas-Regenwald hatten zuvor weltweit Sorge und Empörung über das Nichteinschreiten der brasilianischen Regierung ausgelöst.

Das brasilianische Weltraumforschungsinstitut INPE hatte alarmierende Zahlen und Satellitenbilder von Waldbränden am Amazonas veröffentlicht. Demnach gab es seit Jahresbeginn bereits mehr als 75'000 Waldbrände - ein Zuwachs von 84 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Experten zufolge legen meist Farmer die Feuer, um neue Weideflächen zu schaffen. Der Klimaskeptiker Bolsonaro machte wiederholt Umweltschutzgruppen für die Waldbrände verantwortlich.

Null Toleranz bei Umweltverbrechen

«Wir sind eine Regierung der Null-Toleranz-Politik gegenüber der Kriminalität, und im Bereich der Umwelt ist das nicht anders», sagte Staatschef Bolsonaro am Freitagabend in einer Fernsehansprache. «Wir werden entschlossen handeln, um die Feuer unter Kontrolle zu bringen.»

Betroffene Bundesstaaten könnten zudem die Unterstützung des Militärs erbitten. «Der Schutz des Waldes ist unsere Pflicht. Wir sind uns dessen bewusst und arbeiten daran, die illegale Entwaldung und andere kriminelle Aktivitäten, die unser Amazonasgebiet gefährden, zu bekämpfen», sagte Bolsonaro.

In den Grossstädten Rio de Janeiro und São Paulo gingen zahlreiche Menschen gegen die Umweltpolitik der Regierung auf die Strasse. «Es gibt keine Entwicklung ohne Sauerstoff», war auf einem Protestplakat zu lesen. Auf einem anderen stand: «Lasst das Grün nicht Grau werden.» Die 16-jährige Schülerin Natália Magalhães sagte dem Nachrichtenportal G1: «Als ich sah, dass das Amazonasgebiet in Flammen steht, dachte ich zuerst, dass die Welt untergeht. Die Amazonasregion ist das Herz der Welt. Ich musste kommen, um etwas zu tun.»

Proteste in der Schweiz

In vielen Städten wurde Bolsonaros Ansprache von sogenannten Panelaços begleitet. Bei dieser in Lateinamerika weit verbreiteten Protestform schlagen die Menschen lautstark auf Töpfe oder Pfannen, um ihren Unmut zu bekunden.

Auch in Schweizer Städten nahmen mehrere Hundert Personen an Kundgebungen gegen die Zerstörung grosser Waldgebiete teil. In Zürich waren laut Angaben der Organisatoren gegen 300 Menschen dabei. Sie zogen vom Platzspitz-Park beim Hauptbahnhof vor das brasilianische Konsulat.

Neri dos Santos Silva, center, watches an encroaching fire threat after digging trenches to keep the flames from spreading to the farm he works on, in the Nova Santa Helena municipality, in the state of Mato Grosso, Brazil, Friday, Aug. 23, 2019. Under increasing international pressure to contain fires sweeping parts of the Amazon, Brazilian President Jair Bolsonaro on Friday authorized use of the military to battle the massive blazes. (AP Photo/Leo Correa)

Brände bei Nova Santa Helena im brasilianischen Bundessaat Mato Grosso. Bild: AP

Umweltschützer werfen Bolsonaro vor, ein politisches Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern zu immer mehr Abholzung und Brandrodung ermutigt sehen. Der Staatschef hat immer wieder klar gemacht, dass er die Amazonasregion vor allem mit ungenutztem wirtschaftlichen Potenzial verbindet.

Bolsonaro kritisiert Einmischung

«Man muss bedenken, dass in dieser Region mehr als 20 Millionen Brasilianer leben, die seit Jahren auf eine wirtschaftliche Entwicklung warten, die dem dort vorhandenen Reichtum entspricht», sagte Bolsonaro auch nun wieder. «Dieser Bevölkerung muss die Möglichkeit gegeben werden, sich gemeinsam mit dem Rest des Landes zu entwickeln.»

Da der Amazonasregenwald grosse Mengen CO2 bindet und für den Kampf gegen den Klimawandel von globaler Bedeutung ist, sorgen die Brände auf der ganzen Welt für Bestürzung. Auch auf dem G7-Gipfel der führenden Industrienationen im französischen Biarritz soll das Thema am Wochenende zur Sprache kommen. Bolsonaro verbat sich indes die Einmischung in innere Angelegenheiten seines Landes. «Waldbrände gibt es auf der ganzen Welt», sagte der Präsident im Fernsehen. «Das kann nicht als Vorwand für mögliche internationale Sanktionen dienen.» (sda/afp/dpa)

Brände im Amazonas-Gebiet

Brasiliens indigene Völker kämpfen um ihren Lebensraum

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Zeit_Genosse 24.08.2019 14:15
    Highlight Highlight ohne Worte...
    Benutzer Bild
    • Paddiesli 24.08.2019 14:54
      Highlight Highlight Man kann nur noch weinen, was weltweit abgeht.
  • *sharky* 24.08.2019 12:35
    Highlight Highlight Was für ein riesengrosser Opportunismus und welche Bigotterie!

    'Der brasilianische Bundesstaat Amazonas hat schon am 9. August den Notstand ausgerufen' (aus Tagi)...
    und wie lange wüten diese Feuer schon im 'grossem Stil'? Minimum 1 oder 2 Monate?

    Der Druck auf
    • *sharky* 24.08.2019 15:46
      Highlight Highlight Upps... die Editier-Funktion kommt ja erst noch... 😬

      Der politische Druck auf die brasilianische Regierung muss unbedingt weiter geführt und verstärkt werden. Da sollte Europa Gas geben und voran gehen, auch als Vorbild.
  • ast1 24.08.2019 11:21
    Highlight Highlight Wahrscheinlich läufts eher so wie The Onion das beschreibt:

    „Brazilian Government Equips Firefighters With Flamethrowers To Combat Massive Amazon Rainforest“

    https://www.theonion.com/brazilian-government-equips-firefighters-with-flamethro-1837487135
  • Artsens 24.08.2019 10:22
    Highlight Highlight Ändlich wird gehandelt für die brandbekämfung. Sollte auch internationale hilfe geben fürs löschen. Los politik, handeln und nicht diskutieren über co2 steuern.
  • Puki 24.08.2019 10:16
    Highlight Highlight Der einzige objektive Bericht dieser Tage.

    Das Beängstigende an den Waldbränden in Amazonien ist nicht das Jetzt – sondern das, was noch kommen könnte

    https://www.nzz.ch/meinung/waldbraende-im-amazonas-der-westen-ist-gefordert-ld.1503832?mktcid=smsh&mktcval=OS%20Share%20Hub
  • Der Rückbauer 24.08.2019 09:02
    Highlight Highlight Der Brandstifter spielt Feuerwehrmann.
  • sowhat 24.08.2019 08:16
    Highlight Highlight Na dann hat das weltweite Aufheulen und Macrons Ankündigng doch genützt. Hoffentlich folgen den Ankündigungen nun auch Taten.

Für alle Skeptiker: Diese 6 neuen Grafiken zeigen die Klimaerwärmung

In der Arktis wüten derzeit aufgrund einer aussergewöhnlichen Hitzewelle die grössten Brände der Welt – auf einer Fläche von insgesamt mehr als 100'000 Hektaren. In der nördlichsten dauerhaft bewohnten Siedlung der Erde, dem nordkanadischen Alert, das weniger als 900 Kilometer vom Nordpol entfernt liegt, wurden am Sonntag 21 Grad Celsius gemessen. Die Durchschnittstemperatur für Juli liegt gewöhnlicherweise bei 3.4 Grad.

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