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«Ein Verräter»: Pompeo attackiert Bolton wegen Enthüllungsbuch



Nach Bekanntwerden explosiver Vorwürfe von John Bolton über US-Präsident Donald Trump greift Aussenminister Mike Pompeo den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater scharf an.

Secretary of State Mike Pompeo, left, and national security adviser John Bolton, right, talk before the start of a news conference with President Donald Trump and Japanese Prime Minister Shinzo Abe in the Rose Garden of the White House in Washington, Thursday, June 7, 2018. (AP Photo/Susan Walsh)

Da war die Stimmung noch besser: Mike Pompeo und John Bolton im Juni 2018 in Washington. Bild: AP/AP

«Es ist sowohl traurig als auch gefährlich, dass John Boltons letzte öffentliche Rolle die eines Verräters ist, der Amerika Schaden zufügte», schrieb Pompeo am Donnerstagabend (Ortszeit) auf Twitter. Bolton habe das Vertrauen des amerikanischen Volkes in ihn verletzt.

Zuvor waren Passagen aus Boltons Buch öffentlich geworden, das nächste Woche herauskommt. Er beschreibt Trump darin US-Medien zufolge als ahnungslos, überfordert und als einen Politiker, der seine Wiederwahl stets über die Interessen des Landes stellt.

Trump soll demnach sogar den chinesischen Präsidenten Xi Jinping um Wahlhilfe gebeten haben. Trump wiederum bezeichnete das Buch als eine «Zusammenstellung von Lügen und erfundenen Geschichten»

Er habe das Buch noch nicht gelesen, so Pompeo weiter. Anhand der Auszüge könne er aber sehen, dass Bolton eine Reihe von «Lügen» und «Halbwahrheiten» verbreite. «An unsere Freunde auf der ganzen Welt: Sie wissen, dass Präsident Trumps Amerika eine Kraft des Guten auf der Welt ist.» Mit seiner Zurückweisung von Boltons Darstellungen folgt Pompeo einer Reihe von Mitarbeitern der Trump-Regierung.

In einem Interview mit dem Fernsehsender ABC hatte Bolton zudem gesagt, Trump sei nicht für das Amt des Präsidenten geeignet. «Ich glaube nicht, dass er die Kompetenz hat, den Job zu machen», sagte Bolton einem am Donnerstag veröffentlichten Ausschnitt des Gesprächs zufolge. Der 71-Jährige hatte eineinhalb Jahre lang mit Trump zusammengearbeitet.

Die US-Regierung bemüht sich, die für den 23. Juni geplante Veröffentlichung des Buchs noch gerichtlich zu stoppen. Bolton verbreite geheime Informationen und gefährde damit die nationale Sicherheit, hiess es zur Begründung.

Das knapp 600 Seiten umfassende Werk trägt den Titel «The Room Where It Happened» (etwa: Der Raum, in dem es geschah). Bolton soll vom Verlag Simon & Schuster rund zwei Millionen Dollar (1.8 Millionen Euro) dafür erhalten haben. (sda/dpa)

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Basti Spiesser 19.06.2020 16:10
    Highlight Highlight Bolton war am besagten Abend mit Xi gar nicht dabei. Classic. Trumps Gegner stützen sich wieder auf „Hörensagen“.
  • Le French 19.06.2020 10:10
    Highlight Highlight Ein Verräter kann nur ein Verräter sein, wenn er Wahrheiten verrät, sonst wäre er ein Lügner.
  • Unicron 19.06.2020 09:23
    Highlight Highlight "To our friends around the world: you know that President @realDonaldTrump's America is a force for good in the world."

    😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂

    Und was denn für Friends? Putin und Bolsonaro?
  • zombie woof 19.06.2020 08:58
    Highlight Highlight «An unsere Freunde auf der ganzen Welt: Sie wissen, dass Präsident Trumps Amerika eine Kraft des Guten auf der Welt ist.»
    Oder anders gesagt: Beisse nicht die Hand die dich füttert.
  • bruuslii 19.06.2020 08:00
    Highlight Highlight "Er beschreibt Trump darin US-Medien zufolge als ahnungslos, überfordert und als einen Politiker, der seine Wiederwahl stets über die Interessen des Landes stellt."

    dazu braucht man eigentlich kein buch mehr zu schreiben.
    trumps aktionen und tweets sind beweis genug für obige aussagen.

    hinzukommt, dass trump offensichtlich rassist und faschismus-fan ist.

    er ist aber alles so am einrichten und seine partei lässt ihn gewähren, dass seine unfähigkeit gar keine rolle mehr spielt und seine macht ungeteilt und unantastbar ist.

    trump arbeitet ganz intensiv an seiner rolle als möchtegerndiktator.
  • Der P 19.06.2020 07:58
    Highlight Highlight Alleine der Satz, dass Trumps Amerika ein Kraft des Guten in der Welt sei, lässt mir ein lautes Lachen entgleiten...
    Das Buch ist vorbestellt und das der Trump-Nichte ebenso... Kommt dann schön ins Regal durekt neben Fire and Fury...
    • Dirk Leinher 20.06.2020 10:53
      Highlight Highlight So flüstern Trolle halt, sie wissen nichts, behaupten aber dauernd die Wahrheit zu kennen, selbst wenn man kein Argumente hat.
      Erzählen Sie mal, weshalb genau soll Trump keine Kraft des Guten sein. Nur darüber zu lachen, ist das wirklich das einzige Argument?
  • cirus_the_virus 19.06.2020 07:46
    Highlight Highlight Die Aussage „Verräter“ impliziert, dass er tatsächlich die Wahrheit sagen wird.
    Sie verraten sich damit also selbst.
    Vielen Dank
    • DieFeuerlilie 19.06.2020 09:55
      Highlight Highlight Danke, cirus, genau auch mein erster Gedanke.. 😂

      Man kann nur jemanden “verraten“, wenn man die -unangenehme- Wahrheit über ihn erzählt.
  • wasps 19.06.2020 07:38
    Highlight Highlight Sein Chef stösst die halbe Welt vor den Kopf und er meint, die Freunde (welche?) von Trumps Amerikas (der rassistische Teil der USA) wüssten um dessen Kraft des Gutens (würg).
    • Dirk Leinher 20.06.2020 10:54
      Highlight Highlight Die Freunde Trumps? Sind hier zu sehen:
      Play Icon
    • Dirk Leinher 20.06.2020 16:01
      Highlight Highlight @wasps
      Ist das der rassistische Teil von dem Sie sprechen?
    • wasps 20.06.2020 16:30
      Highlight Highlight @Leinher, netter Versuch. Videosequenzen, aus dem Zusammenhang gerissen, Verschwörungsmüll eben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Wiedergabe 19.06.2020 07:35
    Highlight Highlight "To our friends around the world: you know that President @realDonaldTrump's America is a force for good in the world."
    -> No, I don't. How could I?
    • äti 19.06.2020 07:47
      Highlight Highlight Pompeo unter Druck?
    • Gummibär 19.06.2020 08:35
      Highlight Highlight To our friends around the world: f..k you, f..k the environment, f..k nuclear disarmament, f..k The International Criminal Court, f..k human rights.....
    • Bär51 19.06.2020 11:46
      Highlight Highlight Glaubt denn Pompeo, die USA habe im jetzigen Zustand noch Freunde - ausgenommen Profiteure und Narzissten?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Randy Orton 19.06.2020 06:41
    Highlight Highlight Also wenn es Halbeahrheiten enthält und gemäss Trump und seinem Team geheime Informationen verbreitet und deshalb nicht publiziert werden darf, muss ja zumindest ein Teil der Stories stimmen. Das alleine ist scjon beängstigend.
    • Wiedergabe 19.06.2020 07:36
      Highlight Highlight So wie wir Trump die letzten 4 Jahre erlebt haben (Tweets, Rallies, PKs) wird wohl alles stimmen.

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