DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Der Atomstreit dauert an: Der Iran findet US-Forderungen inakzeptabel



Im Atomstreit zwischen den USA und dem Iran setzt sich das Tauziehen darum fort, wer den ersten Schritt zu einer Rückkehr zum Wiener Atomabkommen machen soll. Irans Präsident Hassan Ruhani lehnte erneut die Forderung der USA ab, dass der Iran vor etwaigen Verhandlungen zu seinen Verpflichtungen zurückkehren solle. «Als Erster muss derjenige zurück, der den Verhandlungstisch verlassen und seine Versprechen nicht eingehalten hat – nicht der, der es getan hat», sagte Ruhani am Dienstag. Sobald die USA zu dem Abkommen zurückkehrten, würde der Iran aber sofort folgen. «Wenn die das diese Stunde tun, würden wir das in der nächsten Stunde tun», sagte der iranische Präsident.

Irans Präsident Hassan Ruhani hat mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron gesprochen, um Besserungen für das Mullah-Regime in der Islamischen Republik zu erlangen. (Archivbild)

Ruhani wartet darauf, dass die USA den ersten Schritt macht. Bild: EPA IRANIAN PRESIDENCY OFFICE

Zuletzt hatte US-Präsident Joe Biden vor wenigen Tagen in einem Fernsehinterview klargemacht, dass er sich den Bedingungen der Iraner nicht beugen wolle. Auf die Frage, ob die Iraner ihrerseits in einem ersten Schritt mit der Urananreicherung aufhören müssten, antwortete Biden mit einem Nicken. Der US-Präsident reagierte damit wiederum auf Aussagen des Irans, Teheran sei nur zu einer Rückkehr zum internationalen Atomabkommen von 2015 bereit, wenn die Vereinigten Staaten vorab alle Sanktionen gegen den Iran zurücknähmen.

Ruhani betonte, die USA seien aus dem Atomdeal ausgestiegen, hätten ihre Verpflichtungen ignoriert und illegal Sanktionen gegen den Iran verhängt. «Daher kann wohl keiner ernsthaft vom Iran erwarten, jetzt den ersten Schritt zu tun. Das ist inakzeptabel», sagte der Präsident im Staatsfernsehen.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump war 2018 aus dem Atomabkommen ausgestiegen und hatte Sanktionen gegen Teheran verhängt. Seit 2019 hat sich auch der Iran dann schrittweise nicht mehr an seine technischen Verpflichtungen aus dem Atomdeal gehalten, der das Land von der Entwicklung von Atomwaffen abhalten soll.

Ruhani hat mehrmals angedeutet, dass er im Atomstreit eine Lösung und keine weitere Eskalation wolle. Ihm geht es auch darum, einen wirtschaftlichen Kollaps seines Landes zu verhindern. Die US-Sanktionen haben in den vergangenen zwei Jahren den eigentlich ölreiche Islamische Republik in die schlimmste Wirtschaftskrise seiner Geschichte gestürzt. Ruhani hofft daher, dass nach Trumps Abgang und Bidens Präsidentschaft sowohl das Wiener Atomabkommen als auch die iranische Wirtschaft gerettet werden können. (saw/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Der Tod des iranischen Atomphysikers schlägt Wellen

1 / 12
Der Tod des iranischen Atomphysikers schlägt Wellen
quelle: keystone / irib handout
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Trump gefährdet Iran-Atomdeal

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Interview

Nahost-Experte: «Eine dritte Intifada ist nicht auszuschliessen»

Die Situation zwischen Israelis und Palästinensern eskaliert erneut. Nahost-Experte Hans-Lukas Kieser sagt im Interview, wie Ministerpräsident Netanjahu von den jüngsten Ereignissen profitiert und was jetzt eine dritte Intifada verhindern kann.

Eine Verkettung von Ereignissen führte dazu, dass der Konflikt zwischen Israel und palästinensischen Gebieten wieder aufgeflammt ist. Können Sie einen Überblick geben, wie es dazu kam?Hans-Lukas Kieser: In den vergangenen Wochen hatte die israelische Polizei in der Altstadt von Jerusalem diverse Plätze abgesperrt, auf denen sich muslimische Anwohner während des Ramadans normalerweise treffen. Das führte dazu, dass die Muslime ihren Ramadan nicht so feiern konnten, wie sie es …

Artikel lesen
Link zum Artikel