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President Donald Trump speaks during a news conference in the Rose Garden of the White House after meeting with lawmakers about border security, Friday, Jan. 4, 2019, in Washington. (AP Photo/ Manuel Balce Ceneta)

Donald Trump rief auf Twitter sowohl die Türkei als auch die Kurden auf, von einem gegenseitigen Angriff in Syrien abzusehen.  Bild: AP/AP

Trump droht Türkei mit «wirtschaftlicher Zerstörung» – Kurden sollen sich zurückhalten



US-Präsident Donald Trump hat die Türkei im Falle eines Angriffs auf kurdische Truppen in Nordsyrien vor einer «wirtschaftlichen Zerstörung» gewarnt. Die Türkei werde «wirtschaftlich zerstört» werden, wenn sie die Kurden angreife, sagte er über den Nato-Partner.

«Gleichzeitig will ich auch nicht, dass die Kurden die Türkei provozieren», schrieb Trump am Sonntagabend (Ortszeit) auf Twitter. Trump sprach zudem von der Schaffung einer Sicherheitszone von 32 Kilometern, führte das aber nicht näher aus.

Auch was er genau mit «wirtschaftlicher Zerstörung» meinte, liess Trump offen. Im vergangenen Jahr hatte er im Zuge des Streits um einen in der Türkei festgehaltenen US-Pastor Sanktionen gegen zwei türkische Minister verhängt und Strafzölle gegen Ankara erhöht. Damit beschleunigte er die Talfahrt der Landeswährung Lira. Die Sanktionen wurden später wieder aufgehoben.

Angriff der Türkei befürchtet

Die mit den USA alliierten Kurden in Nordsyrien fürchten nach dem Rückzug der US-Soldaten aus dem Land einen Angriff der Türkei. Ankara sieht die kurdischen Kämpfer der YPG als Terroristen und verlängerten Arm der in der Türkei verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte erst am vergangenen Dienstag erklärt, sehr bald zur Tat schreiten zu wollen, «um diese Terrororganisationen auf syrischem Boden zu neutralisieren».

Turkey's President Recep Tayyip Erdogan delivers a speech to MPs of his ruling Justice and Development Party (AKP) at the parliament in Ankara, Turkey, Tuesday, Jan. 8, 2019. Erdogan said Turkey's preparations for a new military offensive against terror groups in Syria are

Recep Tayyip Erdogan Bild: AP/AP

Im Dezember hatte Erdogan eine Offensive gegen die kurdischen Truppen vorerst auf Eis gelegt, nachdem die USA ihren Truppenabzug aus Syrien angekündigt hatten. Am Donnerstag betonte Aussenminister Mevlüt Cavusoglu in einem Interview des Senders NTV allerdings, dass die Türkei losschlagen werde, sollten die USA ihren Abzug zu lange hinauszögern. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete am Samstag, die Türkei habe ihre Truppen an der Grenze zum kurdisch kontrollierten Teil Syriens verstärkt. Es handele sich um Kampfpanzer und Truppen.

Trotz der türkischen Drohungen hatte sich US-Aussenminister Mike Pompeo am Wochenende zuversichtlich gezeigt, dass sich die USA und die Türkei auf den Schutz der kurdischen Truppen einigen könnten. Er habe mit dem türkischen Aussenminister Mevlüt Cavusoglu gesprochen, und obwohl noch viele Details ausgearbeitet werden müssten, sei er optimistisch, dass man einen guten Ausgang erzielen könne, sagte Pompeo am Samstag bei einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten laut einer Abschrift des Aussenministeriums. Wie das gelingen soll, liess er allerdings offen.

Verwirrung um US-Rückzugspläne

Über die konkreten Rückzugspläne der USA herrscht zudem seit Tagen Verwirrung in den USA, weil sich Regierungsvertreter widersprüchlich dazu äusserten. Die USA haben rund 2000 US-Soldaten in Syrien, die gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kämpfen. Trump hatte am 19. Dezember bekanntgegeben, sie abziehen zu wollen. Das löste heftige Kritik aus und führte zum Rücktritt von Verteidigungsminister James Mattis.

Am Freitag hiess es, die USA hätten mit dem Truppenabzug begonnen. In der Nacht zu Samstag stellte ein Pentagonsprecher aber klar, dass bislang noch keine Soldaten aus Syrien abgezogen worden seien. Zunächst seien nur eine Reihe von «logistischen Massnahmen» umgesetzt worden, teilte er mit.

Trump erklärte am Sonntag, das US-Militär werde hart gegen die verbliebenen IS-Kämpfer vorgehen. Sollte sich die Terrormiliz erneut formieren, würden die USA sie von einer nahen Militärbasis angreifen. (sda/dpa)

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    Alle Leser-Kommentare
  • swisskiss 14.01.2019 11:52
    Highlight Highlight Wieder mal Aussenpolitik a la Trump. Zuerst eine Situation schaffen, die durch einen unüberlegten und unkoordinierten Truppenabzug ein Machtvakuum schafft um dann beim Erkennen dieser Situation, unverhältnismässig und schon fast primitiv zu reagieren. Einem NATO Bündnispartner die wirtschaftliche Zerstörung anzudrohen, ist in Form, Inhalt und Konsequenz, nur noch grenzdebil und entspricht der Intelligenz dieses Idioten.

    Es wird wirklich Zeit, dass in den USA wieder ein Präsident wirkt, der verlässliche und nachvollziehbare Aussenpolitik betreibt.
  • Töfflifahrer 14.01.2019 10:43
    Highlight Highlight Bin mal gespannt wie sich die EU verhält, wenn der Donny Sanktionen verhängt. Die Türkei kassiert ja von der EU massiv, damit diese die Flüchtlinge zurückhält.
    • Asmodeus 14.01.2019 11:26
      Highlight Highlight Dabei würden sie das Geld lieber den Griechen geben. Dann kämen die eventuell irgendwann aus den Schulden raus und man müsste den Terrorunterstützer Türkei nicht mehr finanzieren.
  • rodolofo 14.01.2019 10:36
    Highlight Highlight Ich glaube nicht, dass die YPG-Milizen so dumm wären, die Türkei anzugreifen und damit ins offene Messer zu rennen.
    Trump versucht hier, einen asymmetrischen Krieg als einen normalen Krieg darzustellen, so wie er das schon beim Aufeinandertreffen zwischen Altright-Neonazis und linken Gegendemonstranten getan hat.
    Auf welcher Seite dann die Ermordeten waren, wissen wir ja!
    Und die USA von Trump sollte erst mal schauen, dass sie sich mit dem Shutdown nicht selber den Ast absägt, auf dem sie sitzt!
    Erdogan denkt sich: "Erst mal einen türkischen Tschay trinken und sich die Hände reiben..."
  • johny_ 14.01.2019 09:48
    Highlight Highlight Da wird einem Trump ja gleich sympatisch :))
  • ströfzgi 14.01.2019 08:32
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • banda69 14.01.2019 08:06
    Highlight Highlight Meine ich das nur, oder sind das die ersten vernünftigen Tweets von Trump? 😲🤔
    • Asmodeus 14.01.2019 11:27
      Highlight Highlight Nicht die ersten. Aber sie sind selten genug, dass man es meinen würde.

      Aber selbst die "vernünftigen" Tweets sind lächerlich. "STOP THE ENDLESS WARS" während er selbst noch klären wollte wie man den Iran wegbomben kann.
    • banda69 14.01.2019 14:22
      Highlight Highlight @asmodeus

      Ich weiss ja auch nicht was ich davon halten soll.

      Aber, wenn Trump die Kurden unterstützt und Druck auf die Türken macht, dann ziehe ich ohne Wenn und Aber den Hut.
  • Imfall 14.01.2019 06:33
    Highlight Highlight 🤦

23 vernichtende Cartoons, die Trumps «Verrat» an den Kurden perfekt auf den Punkt bringen

Jahrelang verrichteten die Kurden für den Westen die «Drecksarbeit» am Boden im Kampf gegen die Terrormiliz IS. Zum Dank werden sie nun im Stich gelassen. Trump ordnete am Sonntag einen weiteren Truppenrückzug aus Syrien an und rammt den Kurden somit vollends das Messer in den Rücken. Die US-Demokraten und natürlich die Kurden selbst sprechen von Verrat. Die Türkei betrachtet die Kurden-Milizen als Terrororganisation. Der türkische Präsident Erdogan sieht nun die Zeit gekommen, um eine …

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