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Weisses Haus nimmt Abhörvorwürfe nicht zurück +++ FBI-Untersuchung findet keine Beweise



Das wichtigste in Kürze:

Die US-Bundespolizei FBI untersucht mögliche Absprachen zwischen dem Wahlkampfteam von Präsident Donald Trump und Russland. Das teilte FBI-Chef James Comey am Montag in einer Anhörung durch das Repräsentantenhaus in Washington mit.

In den Untersuchungen zu den mutmasslichen russischen Hacker-Angriffen während des Wahlkampfs gehe es auch um die «Art von irgendwelchen Verbindungen» zwischen Mitgliedern des Trump-Teams und der russischen Regierung.

Dabei werde der Frage nachgegangen, ob es «irgendwelche Koordination» zwischen Trump-Mitarbeitern und den versuchten russischen Einmischungen in den Wahlkampf gegeben habe, sagte Comey vor dem Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses.

Bislang war nur in den Medien darüber spekuliert worden, dass die seit Monaten laufenden FBI-Untersuchungen zu den mutmasslichen russischen Hacker-Angriffen auch die möglichen Verwicklungen des Trump-Teams einbeziehen könnten.

Es war nun das erste Mal, dass diese Ausweitung der Untersuchungen offiziell bestätigt wurde. Comey sagte, er habe für diese Mitteilung die Erlaubnis des ihm übergeordneten Justizministeriums erhalten. 

Alles weitere ist vertraulich

Der FBI-Chef führte aus, bei den Untersuchungen gehe es auch darum, ob irgendwelche Straftaten begangen worden seien. Da es sich um eine im Ergebnis noch offene und fortdauernde Untersuchung handele, dürfe er darüber nicht mehr sagen. Alle weiteren Informationen seien als vertraulich eingestuft.

Kurz vor Beginn der Anhörung hatte Trump erneut bestritten, dass es illegale Absprachen zwischen seinem Team und Moskau gegeben habe. Diese Geschichte sei eine «Falschnachricht», und jeder wisse das, schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter.

Während des Wahlkampfs waren die Parteizentrale der US-Demokraten sowie das Wahlkampfteam der Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton von Hackern angegriffen worden. Dadurch kamen für Clinton unangenehme Interna ins Licht, was Trump potenziell begünstigte.

Trump twitterte, die «russische Geschichte» sei von den Demokraten als «Ausrede» für ihre Niederlage nach ihrem «schrecklichen Wahlkampf» erfunden und angeheizt worden.

Serie von Angriffen

Das FBI und der Auslandsgeheimdienst CIA haben sich überzeugt gezeigt, dass Russland hinter einer Serie von Angriffen auf Computer der Demokraten vor der Wahl am 08. November steckt. Die Regierung in Moskau hat die Vorwürfe zurückgewiesen.

Mike Rogers, Chef des Geheimdienstes NSA, sagte am Montag dem Ausschuss Repräsentantenhaus in Washington, die NSA stehe zu ihrem Bericht vom Januar. Demnach wollte Moskau die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, schwächen, aber nicht Trump in das Weisse Haus bringen.

Kein Ausspähen Trumps unter Obama

FBI-Chef James Comey sagte am Montag bei der Befragung im Repräsentantenhaus in Washington weiter, das FBI verfüge über keinerlei Belege für einen vermeintlichen Lauschangriff auf den heutigen Präsidenten Donald Trump durch seinen Vorgänger Barack Obama. Er habe keinerlei Informationen, welche Trumps Anschuldigung unterstützten, erklärte der FBI-Direktor.

Trump hatte Anfang März den Vorwurf erhoben, Obama habe ihn während des Wahlkampfs im New Yorker Trump Tower abhören lassen. In einer Serie wütender Tweets schrieb er unter anderem: «Wie tief ist Präsident Obama gesunken, meine Telefone während des heiligen Wahlprozesses anzuzapfen. Böser (oder kranker) Typ!»

Vergleich mit Watergate-Affäre

Trump rückte seine Unterstellungen in die Nähe der Watergate-Affäre, bei der abgehörte Telefone ebenfalls eine Rolle gespielt hatten.

Der republikanische Vorsitzende des Ausschusses, Devin Nunes, sagte am Montag bei der Anhörung: «Es gab kein Abhören.» Ähnlich hatte sich unter Berufung auf am Freitag vorgelegte Dokumente der führende demokratische Abgeordnete im Ausschuss, Adam Schiff, geäussert.

Weissen Haus bleibt bei Abhörvorwürfen

Auch der frühere Geheimdienstdirektor der USA, James Clapper, hatte eine Telefonüberwachung des Kandidaten Trump ausgeschlossen. Später hatte Trumps Sprecher Sean Spicer gesagt, «Abhören» sei nicht wörtlich gemeint gewesen. Danach hielt er die Vorwürfe aber im Kern aufrecht und begründete sie mit umfangreichen Medienberichten.

White House press secretary Sean Spicer speaks during the daily press briefing at the White House in Washington, Monday, March 20, 2017. (AP Photo/Evan Vucci)

Das Weisse Haus zieht Trumps Abhörvorwürfen nicht zurück, sagt Sean Spicer. Bild: Evan Vucci/AP/KEYSTONE

Derweil bleibt das Weisse Haus bei seinem Standpunkt und nimmt die Abhörvorwürfe gegen Barack Obama nicht zurück. Spicer sagte am Montag, die Aussage von FBI-Chef James Comey, er habe keine Erkenntnisse über ein solches Abhören, habe nichts an der Lage geändert. Es handle sich nur um eine erste Anhörung, und es sei noch ein weiter Weg zu gehen.(blu/sda/afp/reu/dpa)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Gerner 20.03.2017 19:39
    Highlight Highlight Sagen wir mal Trump wird abgesetzt. Was ändert das an den policies? Alle Leute um ihn herum sind fragwürdig. Der ganze Stab. Alle Minister. Sogar führende Republikaner (z.b. Chavetz uvm) lassen sich zu birrenweichen statements verlocken, in der Hoffnung, dass das ihrer Karriere kurzfristigen Aufschub verleiht. Was wir hier sehen, ist ein Symptom. Ich habe das unschöne Gefühl, dass es da noch viel heftiger krachen wird. Oder muss.
    • ChiliForever 21.03.2017 00:48
      Highlight Highlight Na ja, mit Trump würde wohl auch Stephen Bannon verschwinden.
      Und den halte ich für definitiv deutlich gefährlicher....
  • Saraina 20.03.2017 18:22
    Highlight Highlight Trump muss man doch nicht abhören. Der hat doch Twitter!
  • Raphfa 20.03.2017 17:34
    Highlight Highlight Der FBI untersucht. Dass ich nicht lache. Das Resultat wird sicher so sein, wie es gefällt.

    Also sicherlich wurde abgehört, was Billy Bush und Trumpel vor vielen Jahren in einem Bus von sich gelassen haben.

    Und der Leerversprecher Obama mit Heiligenschein? Dem traue ich es schon zu, dass er den Trump abhören lassen hat. Ging im gleichen Atemzug wie die das Anzapfen des Telefons von Freundin Merkel aus Übersee.

    Nur kann es Trump jetzt zurückzahlen, denn er ist jetzt the Boss.

    Die Intrigen der Mächtigen erinnern mich an das Geschehen im antiken Götterhimmel. Einfach nur dümmer.
    • Jason84 20.03.2017 19:33
      Highlight Highlight Zu viel schlechte Serien geschaut?
    • yellowastra 21.03.2017 06:43
      Highlight Highlight Der US Präsident kann alleine keine entscheidung fällen dass jemand abgehört wird. Dazu braucht es die Legislative, Judikative und Exekutive Zustimmung vorher geht da garnix mit abhören.
    • Raphfa 21.03.2017 18:50
      Highlight Highlight @yellowstrada: Also hat die Legislative, Judikative und Exekutive zugestimmt, Angela Merkel abzuhören. Noch schlimmer.
      Wenn gewisse Kreise etwas wollen, dann bekommen sie es. Etwas anderes zu glauben ist naiv.

      Jason84@als früherer Mitarbeiter eines US-Erdölkonzerns weiss ich, wie der Hase läuft. Die realen Geschehnisse übertreffen die Fiktion. William Engdahl beschreibt in seinem Buch über die Denkfabriken Prozesse, da kommt einem das Fürchten.

      Und wenn das noch nicht reicht, so begebe man sich in historische Gefilde. Bald weiss man, nichts ist unmöglich!
  • John Smith (2) 20.03.2017 17:17
    Highlight Highlight Wenn Fox News sagt, Trump sei abgehört worden, dann ist es auch so.
  • Scaros_2 20.03.2017 16:41
    Highlight Highlight Sehr interessant zuzuhören

    Auch wie sie antwortenn. Oftmals sehr überlegt.

    Irgendwie froh sitze ich nichtbda^^
  • Posersalami 20.03.2017 16:23
    Highlight Highlight Es würde mich sehr wundern, wenn Trump NICHT abgehört worden wäre. Mit Sicherheit haben Dienste wie der MI6 oder BND Trump abgehört, das Beschaffen von Informationen aus dem Ausland ist schliesslich deren Kernkompetenz. Informationen über zukünftige Staatschefs beschaffen ist sicher recht weit oben auf deren Traktandenliste.
    • Posersalami 20.03.2017 16:57
      Highlight Highlight Bitte? Befassen Sie sich doch mal mit den Aufgaben eines Auslands(!!)geheimdienstes. Da ist es eher Spekulation, dass sie den Trump nicht abgehört haben. Haben sie denn Beweise dafür, dass zB der BND nicht abgehört hat, obwohl es seine Aufgabe ist, es zu tun?
    • INVKR 20.03.2017 17:11
      Highlight Highlight Es geht doch nicht darum, ob Trump von ausländischen Geheimdiensten abgehört wurde, sondern um seine Behauptung, dass Obama ihn habe abhören lassen.
    • rolf.iller 20.03.2017 17:31
      Highlight Highlight Na ja, seit Snowden muss man sich ja nicht mehr wundern.

      So hatte zum Beispiel der NSA Chef Clapner klar den Kongress angelogen, zur Überwachung von Innländern:
      Play Icon


      Ebenso wissen wir aus dem deutschen NSA-Untersuchungsausschuss, dass die Geheimdienste die lokalen Gesetze umgehen, in dem sie ihre eigenen Mitbürger durch ausländische Geheimdienste abhören lassen und anschliessend die Daten gegenseitig austauschen: https://netzpolitik.org/?s=xkeyscore
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  • Peace93 20.03.2017 16:07
    Highlight Highlight Bin schon gespannt was herauskommt

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