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Mike Pellerin joins other Trump supporters on 4th Street and Cheyenne Ave. in downtown Tulsa, Okla., ahead of President Donald Trump's Saturday's campaign rally Friday, June 19, 2020. (Mike Simons/Tulsa World via AP)

Als gäbe es ein neues iPhone: Trump-Fans warten auf den Auftritt ihres Präsidenten. Bild: keystone

Trump ist wieder auf Wahlkampftour – und droht erstmal Demonstranten



Vor seiner ersten Massenkundgebung seit Beginn der Corona-Krise in den USA hat US-Präsident Trump eine scharfe Warnung an Teilnehmer von Protesten gerichtet. «Alle Demonstranten, Anarchisten, Unruhestifter, Plünderer oder Gesindel, die nach Oklahoma kommen, bitte begreift, dass ihr nicht wie in New York, Seattle oder Minneapolis behandelt werdet», schrieb Trump am Freitag auf Twitter. Er spielte damit auf die aus seiner Sicht zu laxen Reaktionen einiger Bundesstaaten auf Demonstrationen infolge des Todes des Afroamerikaners George Floyd an, bei denen es zunächst teilweise zu Ausschreitungen gekommen war.

Trump tritt am Samstagabend (19.00 Uhr Ortszeit - 2.00 Uhr MESZ am Sonntag) in Tulsa im US-Bundesstaat Oklahoma auf – während Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt im Land nicht abreissen und die Corona-Pandemie andauert. Die Stadt hatte aus Sorge vor Unruhen zunächst eine nächtliche Ausgangssperre bis Sonntag verhängt, die Bürgermeister G.T. Bynum aber nach Medienberichten wieder aufhob. Die Stadtverwaltung geht davon aus, dass sich mehr als 100'000 Menschen versammeln könnten. Auch Gegendemonstrationen seien geplant. Polizeichefin Karen Keith sagte dem TV-Sender CNN: «Wir haben eine schöne Stadt und ich möchte sie einfach nicht zerstört sehen». Sie bat alle Besucher darum, Tulsa gut zu behandeln.

Wegen der andauernden Corona-Pandemie kündigten die Veranstalter zwar an, bei den Teilnehmern werde Fieber gemessen, zudem würden Desinfektionsmittel und Masken ausgegeben. Es ist allerdings höchst fraglich, ob die Teilnehmer in der Masse – insbesondere innerhalb der geschlossenen Arena – ausreichend Abstand zueinander halten können. Trump hatte zuletzt schon davon damit geprahlt, dass kein Platz frei bleiben werde.

Die Corona-Pandemie hat in den USA in fast der Hälfte der Bundesstaaten eine besorgniserregende Entwicklung genommen. In vielen Regionen erreichten die Zahlen der täglichen Neuinfektionen zuletzt Höchstwerte – auch in Oklahoma. Im Bezirk Tulsa lag das Niveau in den vergangenen zehn Tagen deutlich höher als in den Wochen seit März. Teilnehmer der Trump-Kundgebung am Samstag mussten sich bei der Registrierung damit einverstanden erklären, dass die Organisatoren nicht für eine Covid-19-Erkrankung und mögliche Folgen haftbar gemacht werden können.

Die Sprecherin des Weissen Hauses, Kayleigh McEnany, versicherte, die Veranstaltung Trumps werde sicher ablaufen. Sie warf den Medien gleichzeitig Heuchelei vor, weil die Massenproteste gegen Rassismus und Polizeigewalt der vergangenen Wochen nach dem Tod George Floyds weniger kritisch begleitet worden seien. Diese Demonstrationen von teilweise Zehntausenden im ganzen Land scheinen bislang keinen grossen Einfluss auf die Neuinfektionen gehabt zu haben. Das könnte auch daran liegen, dass sie unter freiem Himmel laufen, die Teilnehmer oft Abstand voneinander halten und Masken tragen.

Trump hatte mit seinen Auftrittsplänen auch Unmut auf sich gezogen, weil er die Kundgebung eigentlich bereits am Freitag abhalten wollte, an dem in den USA «Juneteenth» begangen wurde. Am 19. Juni wird in den Vereinigten Staaten des Endes der Sklaverei gedacht. Tulsa war zudem am 1. Juni 1921 Schauplatz eines Massakers durch einen weissen Mob an der schwarzen Bevölkerung. Historiker werten dies als schlimmsten Vorfall dieser Art in den USA nach dem Ende des Bürgerkriegs. Hunderte Menschen wurden damals getötet. Angesichts des ursprünglich geplanten Termins und Tulsa als Standort war Trump vorgeworfen worden, Rechtsradikale zu ermutigen.

Der Republikaner Trump bewirbt sich bei der Präsidentschaftswahl im November um eine zweite Amtszeit. Die Corona-Krise hatte den Wahlkampf annähernd zum Erliegen gebracht – Trumps letzte Kundgebung gab es im März. Nach Angaben von Wahlkampfmanager Brad Parscale werden in Tulsa nun zehntausende Menschen an der Veranstaltung teilnehmen können, die innerhalb und ausserhalb einer Arena abgehalten wird. Auf dem Gelände gebe es mehrere Orte, an denen der Präsident sprechen könne, sagte Parscale am Freitag dem Sender Fox News. Die Wahlkampfveranstaltung werde einem Festival ähneln.

Die Stadt Tulsa teilte mit, es gebe Hinweise, dass Mitglieder organisierter Gruppen, die an «zerstörerischen und gewalttätigen» Aktionen in anderen Staaten beteiligt gewesen waren, in die Stadt kommen wollten, um Unruhe im Umfeld der Kundgebung zu stiften. (sda/dpa)

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27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Bougainvillea 21.06.2020 00:23
    Highlight Highlight Wie ich sage: Dieser Präsident geht über Leichen!

    Und wird das ein Super Spreader Event, dann ist wieder mal, wie immer, jemand anderes schuld. Irgendwie befürchte ich, dass er es auf die BLM-Bewegung schieben wird. Wurde für ihn wunderbar passen.
  • Ivan se Terrible 20.06.2020 18:00
    Highlight Highlight Zitat: "Der Republikaner Trump bewirbt sich ..." Trump ist kein Republikaner, er benutzt die nur um seine Interessen umzusetzen. Trump ist einfach nur ein Trumpianer ...
  • HerbertKappel 20.06.2020 16:36
    Highlight Highlight Das der Idiot es jetzt offiziell macht das er kein Demokrat ist !!!
  • Füürtüfäli 20.06.2020 06:59
    Highlight Highlight Dieser Mann geht über Leichen, und hinterher war er der Beste Größte Geilste Präsident der USA, man kann das auch nennen, der Schatten geistiger Umnachtung.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 20.06.2020 21:37
      Highlight Highlight Grenzdebile Senilität würde ich das nennen.
  • Vanessa_2107 20.06.2020 06:30
    Highlight Highlight Ev. wird er endlich seine grosse Crowd kriegen...die Katastrophe ist vorprogrammiert...hoffentlich habe ich Unrecht!
  • swisskiss 20.06.2020 05:54
    Highlight Highlight Wenn selbst das mediale Sprachrohr Trumps nicht mehr so mitspielen will:
    https://www.foxnews.com/politics/fox-news-poll-voters-say-yes-to-face-masks-no-to-rallies

    Wenn man die Zahlen so sieht, ist fraglich, ob sich wirklich soviele Trump Fans in Tulsa auftauchen werden.

    Das Schlimmste für Trump wäre, wenn seine Rallies nicht mehr den grossen Zulauf haben und die Presse über halbleere Hallen berichtet, statt einen Trump, der seinen üblichen Schwachsinn verzapft.

    Mal schauen, was da noch kommt.
  • Gummibär 20.06.2020 02:11
    Highlight Highlight Präsident Trump braucht dringend das Feel-Good Bad in einer ihm zujubelnden Menschenmenge. Das darf ruhig ein paar tausend Leute im Spital und einige Dutzend auf dem Friedhof landen lassen....
  • Basti Spiesser 20.06.2020 02:04
    Highlight Highlight Macht Biden eigentlich auch Wahlkampf? Oder wer ist nochmals Trumps Herausforderer.
    • swisskiss 20.06.2020 11:41
      Highlight Highlight Basti Spiesser: Wieso sollte Biden Wahlkampf machen? Das erledigt ja schon Trump für ihn, wenn man die Zahlen anschaut.

      Das wichtigste Argument, Trump nicht mehr zu wählen, ist Trump. Wer sich so anstellt, sich selbst zu demontieren, sollte man einfach mal machen lassen.
      Eine Mehrheit der Wähler, ist nicht für Biden, sondern gegen Trump. Will nicht einen neuen Präsidenten, sondern den Alten nicht mehr.

      Da ist es für Biden das Einfachste zuzuschauen, wie sich Trump permanent ins Bein schiesst.

      "Heiss" wird der Wahlkampf erst von Ende Juli bis zum Wahltermin.
    • Varanasi 20.06.2020 11:49
      Highlight Highlight Biden braucht keinen Wahlkampf machen, das erledigt Trump schon für ihn.




    • Vulcan 20.06.2020 12:05
      Highlight Highlight Bubbles der Schimpanse fordert heraus und wird wahrscheinlich gewinnen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Alyssea 20.06.2020 02:03
    Highlight Highlight Muss man dieses Entwicklungsland noch ernst nehmen? Ja, Leider. Aber: Wie lange noch?
  • Arneis 20.06.2020 01:51
    Highlight Highlight Es scheint, indem er Demonstranten und Plünderer auf eine Stufe stellt, das er bewusst Ausschreitungen provozieren möchte. Anders kann man das nicht interpretieren.
    Was für ein lowlife.
  • ricardo 20.06.2020 00:24
    Highlight Highlight Lasst doch Trump seine Rallies ungebremst durchführen. Die Teilnehmer sollten eigentlich auch gleich ein Dokument unterzeichnen, in dem sie sich einverstanden erklären, für die Behandlungskosten einer allfälligen COVID–19-Erkrankung vollumfänglich selber aufzukommen.
    • h-max 20.06.2020 11:22
      Highlight Highlight Wenn du in der USA in ein Krankenhaus kommst, legst du ohnehin als allererstes einmal deine Kreditkarte auf den Tisch, bevor was anderes passiert. Der grossteil der Bevölkerung dort müsste gar nix unterschreiben, weil sie sowieso keine Krankenversicherung haben ;)
  • P. Meier 19.06.2020 23:52
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
    • Basti Spiesser 20.06.2020 02:04
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Joe 'Barack America' Biden 20.06.2020 05:24
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
    • Goomba 20.06.2020 08:19
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • Amboss 19.06.2020 23:49
    Highlight Highlight Das ist jetzt wirklich genau der richtige Zeitpunkt für eine massenveranstaltung in einer geschlossenen Arena... Der Typ ist irre.

    Quelle: Hopkins Universität
    Benutzer Bild
  • Stratosurfer 19.06.2020 23:33
    Highlight Highlight Trump will Strassenschlachten zwischen seinen Anhängen und den BLM-Demonstranten provozieren. Ein Vorgeschmack auf den Termin seiner Abwahl. Ich befürchte diese Präsidentschaft wird ein gewaltvolles Ende nehmen.
    • SeboZh 19.06.2020 23:43
      Highlight Highlight Denke die Drohung war eher an Anarchisten ala Chaz/Chop in Seattle oder der im Keim erstickenden Bewegung in Portland gerichtet. Schaut euch mal an was in Seattle läuft, das hat mit BLM nichts mehr zu tun.
  • iudex 19.06.2020 22:39
    Highlight Highlight Zumindest den "lowlifes" jubelt ja auch er gerne zu.

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