International
USA

USA: Warnung vor einer «ernsthaften Bedrohung»

Warnung vor einer «ernsthaften Bedrohung» der USA – geht es um Russland?

Eine ungewöhnliche Stellungnahme des republikanischen Abgeordneten Mike Turner hat am Mittwoch in Washington für Aufregung gesorgt. Turner warnte vor einer ernsthaften Bedrohung der USA, ohne dabei aber Details zu verraten.
14.02.2024, 20:3814.02.2024, 20:38
Renzo Ruf, Washington / ch media
Chairman of the House Permanent Select Committee on Intelligence, Rep. Mike Turner, R-Ohio speaks during his visit to an exhibition on consequences of the Russian Ukraine War in Kyiv, Ukraine, Monday, ...
Der republikanische Abgeordnete Mike Turner hat über eine «ernsthaften Bedrohung» informiert.Bild: keystone

Eine kurze Stellungnahme eines hochrangigen Republikaners hat am Mittwoch die amerikanische Hauptstadt aufgerüttelt. Mike Turner, Vorsitzender des Geheimdienstausschusses, warnte darin vor einer «ernsthaften Bedrohung» der nationalen Sicherheit der USA.

Weil die «dringende Angelegenheit» delikat sei, wollte der langjährige Abgeordnete allerdings nicht in die Details gehen - vielmehr rief Turner sämtliche Mitglieder des Repräsentantenhauses dazu auf, sich die entsprechenden geheimen Dokumente in einem gesicherten Teil des Kapitols in Washington selbst anzuschauen. Auch forderte er das Weisse Haus dazu auf, sämtliche Unterlagen umgehend freizugeben.

Rasch zirkulierte in Washington das Gerücht, dass Russland hinter dieser ominösen Gefahr stehe und es um eine «äusserst besorgniserregende und destabilisierende» Bedrohung handle, wie der Nachrichtensender CNN meldete. Andere Stimmen allerdings zeigten sich erstaunt darüber, dass Mike Turner mit öffentlichen Ankündigungen eine Panikstimmung schaffe.

Bidens Sicherheitsberater überrascht

So zeigte sich Jake Sullivan, der führende Sicherheitsberater von Präsident Joe Biden, während einer Pressekonferenz im Weissen Haus «ein bisschen überrascht» über Turners Stellungnahme. Sullivan verwies darauf, dass er bereits vor einigen Tagen für den Donnerstag eine Sitzung mit hochrangigen Abgeordneten einberufen habe, an denen er gewisse Geheim-Informationen präsentieren wolle. Er deutete damit an, dass es die Stellungnahme des Geheimdienstspezialisten nicht bedurft hätte, um das Weisse Haus auf die neue Bedrohungslage aufmerksam zu machen.

Auch Sullivan weigerte sich aber vorerst, öffentlich zu beschreiben, um was sich diese «dringende Angelegenheit» genau dreht. Der Demokrat Jim Hines, ebenfalls ein hochrangiges Mitglied des Geheimdienstausschusses, sagte allerdings im Capitol: Panik sei nicht angebracht, es handle sich dabei um eine «mittel- bis langfristige» Angelegenheit. «Es wird ihren Donnerstag nicht ruinieren», sagte der Demokrat Hines einer Journalistin. Auch Speaker Mike Johnson, ein Republikaner, unternahm den Versuch, mit einer nichtssagenden Stellungnahme die Nerven zu beruhigen.

Spekuliert wurde in Washington auch darüber, ob die Warnung Turners vielleicht im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine stehe. Der Abgeordnete aus Ohio hatte Kiew am vorigen Wochenende besucht, und sich dort auch mit Präsident Wolodimir Selenski getroffen. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Missbraucht ihn Trump als «Sündenbock»? Selenskyjs Antwort lässt tief blicken
Der ukrainische Präsident fordert von der EU 70 Milliarden Euro zusätzlich, um den Krieg weiterführen zu können. Und er hat eine Antwort an Donald Trump bereit, weshalb es mit ihm «schwieriger» ist als mit Putin.
Neuer Tag, neuer Schlagabtausch zwischen Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenskyj. In einem Interview mit dem erzkonservativen TV-Sender «Newsmax» sagte der US-Präsident, es sei «schwieriger mit Selenskyj zu verhandeln als mit Putin». Er bezeichnete den Ukrainer als Hindernis für den Frieden und sagte, einen Frieden werde es nur ohne Selenskyj geben.
Zur Story